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26.05.2010 | rsn) – Ohne ausgemachten Topfavoriten, dafür mit der Rekordzahl von acht ProTour-Teams startet am Mittwoch die 31. Ausgabe der Bayern-Rundfahrt (26. – 30. Mai/ Kat. 2.HC). Auch wenn Titelverteidiger Linus Gerdemann nicht dabei sein wird, will sein Milram-Team beim Heimspiel den dritten Sieg in Folge einfahren.
„Das Rennen war selten so gut besetzt und gleichzeitig so offen“, sagte Rundfahrt-Chef Ewald Strohmeier, der sich freut, insgesamt vier einheimische Continental-Teams im Feld dabei zu haben. „Wir sind glücklich, dass wir in diesem Starterfeld auch weiterhin Platz für junge deutsche Mannschaften schaffen können, und sind sehr gespannt auf ihren Auftritt“, so Strohmeier. Insgesamt 126 Fahrer aus 18 Teams werden die Auftakt-Etappe in Erding vor den Toren von München in Angriff nehmen. Das größte deutsche Mehretappen-Rennen endet am Sonntag nach fünf Tagen und 750 Kilometern im oberbayerischen Fürstenfeldbrück.
Die Strecke: Gleich der Auftakt führt das Feld in den Bayerischen Wald auf gut 900 Meter Höhe. Der zehn Kilometer lange Anstieg hinauf nach Sankt Englmar (Kat. 1) war bereits 2008 im Programm der Bayern-Rundfahrt, wird diesmal aber in umgekehrter Richtung befahren. Von der Bergwertung bis ins Ziel in Viechtach sind es noch rund 30 Kilometer. Abgehängte Fahrer werden es da schwer haben, noch aufzuschließen. Die 2. Etappe von Viechtach nach Bayreuth ist ein ständiges Auf und Ab – beste Chancen also für Ausreißer, den Sprinterteams ein Schnippchen zu schlagen. Die Königsetappe führt am dritten Tag durch die fränkische Schweiz und wird mit ihrem schweren Profil von den Klassement-Fahrern höchste Aufmerksamkeit erfordern. Die Entscheidung über den Rundfahrtsieg wird wohl wieder im Zeitfahren der 4. Etappe fallen, wenn es in Berching im Altmühltal über 27,8 Kilometer einschließlich zweier Anstiege geht. Die abschließende 5. Etappe führt vor allem in der zweiten Rennhälfte zwar leicht bergan, dürfte aber im Massensprint in Fürstenfeldbruck (westlich München) entschieden werden.
Die Favoriten: Christian Knees (Milram) zählt ebenso wie sein niederländischer Teamkollege Niki Terpstra zu den aussichtsreichsten Kandidaten. HTC-Columbia verzichtet zwar auf seine prominenten deutschen Fahrer, hat aber den belgischen Vorjahres-Zweiten Maxime Monfort dabei. Auch dessen weißrussischer Teamkollege Konstantin Sioutsou ist stark einzuschätzen. Gespannt sein darf man auf den Norweger Boasson Hagen (Sky), dem der Parcours auf den Leib geschnitten sein dürfte, hinter dessen Form nach langer Verletzungspause aber noch ein Fragezeichen steht. Ebenfalls zum Favoritenkreis zählen die spanischen Kletterer Igor Anton (Euskaltel) und Ezequiel Mosquera (Xacobeo) sowie auf den Slowenen Simon Spilak (Lampre) und den Österreicher Stefan Denifl (Cervélo TestTeam). Nicht zu unterschätzen sind auch der Russe Vladimir Efimkin und der Franzose Cyril Dessel (beide Ag2r), der Berliner Simon Geschke (Skil-Shimano) und der Schweizer Andreas Dietziker (Vorarlberg-Corratec), Zweiter der Ausgabe von 2008.
In den Sprintankünften werden die Augen vor allem auf Gerald Ciolek (Milram) gerichtet sein. Der Pulheimer bekommt es unter anderem mit Boasson Hagen, dem Dänen Alex Rasmussen (Saxo Bank, dem Spanier Koldo Fernandez (Euskaltel), den beiden Italienern Angelo Furlan und Mirco Lorenzetto (beide Lampre), dem Magdeburger Robert Wagner (Skil-Shimano), den Leipzigern Steffen Radochla (Nutrixxion) und Sebastian Siedler (Vorarlberg-Corratec) sowie dem jungen Österreicher Daniel Schorn (NetApp) zu tun.
Die Etappen:
26. Mai, 1. Etappe: Erding – Viechtach, 189,8 km
27. Mai, 2. Etappe: Viechtach – Bayreuth, 200,5 km
28. Mai, 3. Etappe: Bayreuth – Hersbruck, 177,3 km
29. Mai, 4. Etappe: 2 Berching, 27,8 km, EZF
30. Mai. 5. Etappe: Berching – Fürstenfeldbruck, 156,6 km