Vorschau 63. Critérium du Dauphiné

Der ideale Tour-Test

Foto zu dem Text "Der ideale Tour-Test"
Critérium du Dauphiné 2010 Foto: ROTH

03.06.2011  |  (rsn) – In diesem Jahr stellt das Critérium du Dauphiné mehr denn je die perfekte Vorbereitung auf die Tour de France dar. Die Klassementfahrer können sich in den zahlreichen schweren Anstiegen testen. Besonders interessant wird die achttägige Rundfahrt dadurch, dass das lange Einzelzeitfahren von Grenoble genau dem der Tour de France entspricht. Insgesamt stehen 22 Mannschaften am Start - neben den 18 ProTeams auch die vier französischen Zweitdivisionäre, die eine Wildcard für die Tour de France erhalten haben.

Die Strecke: Das Critèrium du Dauphiné startet am Sonntag mit einem 5,5 Kilometer langen Prolog, auf dem sich in erster Linie natürlich die Spezialisten zeigen werden. Aber auch die Klassementfahrer wollen sich für die kommenden Tage in Position bringen, denn bereits am zweiten Tag der Rundfahrt wird es hügelig. Mit 144 Kilometern ist die 1. Etappe zwar die kürzeste der Rundfahrt, dafür steht am Ende allerdings in Saint Pierre de Chartreuse eine Bergankunft der 2. Kategorie auf dem Programm.

Auch das dritte Teilstück endet mit einer kleinen Bergankunft, und zwar in Lyon. Die Schlusssteigung ist allerdings nur 1,4 Kilometer lang und im Schnitt knapp fünf Prozent steil, so dass sich an diesem Kategorie-4-Anstieg auch der eine oder andere bergfeste Sprinter probieren könnte. Die 3. Etappe stellt eine echte Generalprobe für die Tour de France dar. Das 42,5 Kilometer lange Einzelzeitfahren von Grenoble ist identisch mit dem langen Zeitfahren der Tour. Wer an diesem Tag gut fährt, kann sich ein Polster für die nächsten schweren Tage schaffen.

Auf der 4. Etappe werden endlich die Sprinter zum Zug kommen. Nachdem sie an den bisherigen Tagen in die Statistenrolle gedrängt waren, können sie nach 172 Kilometern in Mâcon groß auftrumpfen. Es wird wohl auch ihre einzige Chance bleiben. Denn am Tag darauf kommen wieder die Kletterspezialisten auf ihre Kosten. Drei Bergwertungen der 2. Kategorie, inklusive der zehn Kilometer langen Schlusssteigung nach Les Gets warten auf die Profis. Die ganz großen Zeitabstände wird es an diesem im Schnitt fünf Prozent steilen Berg allerdings nicht geben.

Am Samstag stehengleich sieben klassifizierte Anstiege auf dem Programm. Die drei Berge der 4. Kategorie sowie je einer der 3. und 2. Kategorie sind dabei nicht mehr als Vorgeplänkel. Im Finale der 6. Etappe geht es dann über den Col du Grand Cacheron (1. Kat.), ehe die zur Ehrenkategorie zählende Schlusssteigung zum Collet d`Allevard hinauf wartet. Mit einer Länge von 11,2 Kilometern und einer Durchschnittssteigung von 8,4 Prozent zählt der Berg zu den schwersten in der Rundfahrt.

Auch am Schlusstag der Rundfahrt steht nochmals eine große Klettertour an. Nach flachen ersten 50 Kilometern geht es zur Rennmitte auf das Dach der Dauphiné, den 2073 Meter hohen Col de la Croix de Fer (Kat. HC). Nach einer rasanten Abfahrt steht dann der letzte Berg des Rennens an. Die Schlusssteigung nach La Tussuire (Kat. 1) ist zwar nur sechs Prozent steil, dafür aber 15 Kilometer lang. Erst an diesem finalen Anstieg wird der Gewinner der 63. Dauphiné ermittelt werden.

Die Favoriten: Einen Top-Favoriten auszumachen ist schwer. Werden die Tour-Fahrer bei der Vorbereitung alles aus sich herausholen oder testen sie sich nur an einem Tag? Die Streckenführung dürfte Fahrern wie dem Niederländer Robert Gesink (Rabobank), dem Belgier Jurgan van den Broeck (Omega Pharma-Lotto), dem Australier Cadel Evans (BMC), dem Basken Samuel Sanchez (Euskaltel), dem Italiener Ivan Basso (Liquigas-Cannondale),aber auch Tony Martin (HTC Highroad) entgegen kommen. Möglich aber, dass der Deutsche sich vornehmlich auf das Einzelzeitfahren konzentrieren wird.

Ebenfalls auf der Rechnung haben muss man den slowenischen Titelverteidiger Janez Brajkovic (RadioShack), den Briten Bradley Wiggins (Garmin-Cervelo), den Spanier Joaquin Rodriguez (Katjuscha), den Iren Nicolas Roche (Ag2R), den Kasachen Alexander Winokurow (Astana), den US-Amerikaner David Zabriskie (Garmin-Cervélo), dessen irischen Teamkollegen Dan Martin sowie den Franzosen Jerome Coppel (Saur-Sojasun).

Bei der einzig zu erwartenden Sprintetappe haben der US-Amerikaner Tyler Farrar (Garmin-Cervélo), der Norweger Edvald Boasson Hagen (Sky), der Erfurter John Degenkolb (HTC Highroad) und der Argentinier Juan José Haedo (Saxo Bank-SunGard) die besten Chancen.

Die Etappen:
Prolog, Sonntag, 5. Juni: Saint-Jean-de-Maurienne, 5,5 km
1. Etappe, Montag, 6. Juni: Albertville – Saint-Pierre-de-Chartreuse, 144 km
2. Etappe, Dienstag, 7. Juni: Voiron – Lyon, 179 km
3. Etappe, Mittwoch, 8. Juni: Grenoble – Grenoble, 42,5 km, EZF
4. Etappe, Donnerstag, 9. Juni: La Motte-Servolex – Mâcon, 172 km
5. Etappe, Freitag, 10. Juni: Villars-les-Dombes – Les Gets, 207,5 km
6. Etappe, Samstag, 11. Juni: Les Gets – Le Collet d’Allevard, 185 km
7. Etappe, Sonntag, 12. Juni: Pontcharra – La Toussuire, 117,5 km

Die Teams: QuickStep, Omega Pharma-Lotto, HTC Highroad, BMC, RadioShack, Garmin-Cervélo, Movistar, Sky, Saxo Bank-SunGard, Liquigas-Cannondale, Lampre-ISD, Rabobank, Vacansoleil-DCM, Katjuscha, Astana, Euskaltel, Movistar, Ag2r, Cofidis, FDJ, Europcar, Saur-Sojasun

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