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27.06.2011 | (rsn) - Vor der letztjährigen Tour de France prognostizierte Danilo Hondo seinem Lampre-Team zwei Etappensiege und das Grüne Trikot für Alessandro Petacchi. Genau so kam es dann auch. „Bei der diesjährigen Tour wollen wir diese Bilanz wiederholen. Ich denke, das ist ein realistisches Ziel“, sagte Hondo zu Radsport News.
Der 37-Jährige wird in Frankreich wieder vornehmlich als Petacchis Helfer fungieren und ihm die Sprints anziehen.Aber Hondo hat auch eigene Ambitionen. „Wenn es das Terrain und die Rennsituation zulassen, dann werde ich es aber auch einmal auf eigene Rechnung probieren. Ein Tour-Etappensieg ist noch immer ein Traum von mir“, erklärte der Wahl-Schweizer.
Petacchi muss sich bei der Tour im Kampf um das Grüne Trikot auf ein neues Punktesystem einstellen. So werden beim Zwischensprint deutlich mehr Punkte auf mehr Fahrer als früher verteilt. „Das wird das Rennen sicher verändern. Es wird mehr Attacken geben und die Rückholaktionen werden sehr viel Kraft kosten“, sagte Hondo und kündigte eine neue Taktik an: „Wir werden versuchen, gerade auf etwas welligeren Etappen Alessandro in eine Fluchtgruppe zu bekommen.“
So könnte Lampre gegenüber dem schnellsten Mann im Feld, Mark Cavendish (HTC-Highroad), einen kleinen Vorteil haben. Hondo: "Ich denke, die Neuregelung kommt eher Alessandro entgegen als Cavendish."
Dass sich die Sprinter nun vermehrt auf den Zwischensprint konzentrieren und dafür dann im Gegenzug den Etappensieg an Ausreißer abgeben, glaubt Hondo allerdings nicht. „Die Sprinter fahren, um Rennen zu gewinnen. Der Tour-Etappensieg ist zu viel wert", ist sich der Routinier sicher.
Hondo unterzog sich am Wochenende bei der DM in Neuwied einem letzten Formtest. „Mit dem Rennen bin ich zufrieden. Ich habe im Finale attackiert. Schade, dass alle Teams dahinter einen Massensprint wollten, so war der Angriff vergebens“, so der gebürtige Cottbuser, dessen Teamkollegen Petacchi und Michele Scarponi am Wochenende hingegen frei hatten.
Grund war, dass der Italienische Verband für ehemals wegen Dopings gesperrte Fahrer ein Startverbot bei den nationalen Titelkämpfen ausgesprochen hatte. „Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Noch vor kurzem haben die Italiener ihre Fahrer schnell wieder integriert", kommentierte Hondo die Entscheidung.
Während einige Mannschaften schon ab Dienstag in Frankreich sind, reisen Hondo und sein Lampre-Team erst einen Tag später an. „Wir fahren die Zeitfahrstrecke nicht vorher ab, da wir auch keine Ambitionen in der Gesamtwertung haben", lautete die Begründung.
Für Teamkollege Damiano Cunego, Giro-Sieger von 2004, sieht Hondo auch eher die Chance auf Etappensiege oder das Bergtrikot. Das Gelbe Trikot wird seiner Einschätzung nach Titelverteidiger Alberto Contador (Saxo Bank-SunGard) nicht zu nehmen sein. "Der Giro war schwer, aber ich denke, er musste nicht an seine Leistungsgrenze gehen", sagte Hondo. Dass der nach wie vor unter Dopingverdacht stehende Spanier sich von der bevorstehenden Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS aus dem Konzept bringen lassen wird, nimmt der Lampre-Profi nicht an.
„Ich glaube nicht, dass ihn die ganze Angelegenheit belastet. Und es gibt auch keine rechtlichen Mittel, ihn aus dem Rennen zu nehmen", sagte Hondo.
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