Adelstitel für Tour- und Olympiasieger Wiggins?

Wiggins: "Die Koteletten bleiben dran"

Foto zu dem Text "Wiggins:
Bradley Wiggins behält seine Koteletten| Foto: ROTH

02.08.2012  |  London (dapd/rsn) – Sein Markenzeichen will Bradley Wiggins behalten. "Die Koteletten bleiben dran", sagte der Brite, der versprochen hatte, sich nach dem Gewinn einer Gold-Medaille bei den Olympischen Spielen in London zu rasieren. "Ich habe viele Leute gesehen, die sich Koteletten angeklebt haben. Das war verrückt. Ich glaube, die waren noch nie so populär seit Noddy Holder." (Anm. d. Red.: Sänger und Gitarrist der Rockband Slade)

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So wachte "Wiggold", wie er bereits getauft wurde, irgendwann am Donnerstag mit kompletter Haartracht als erfolgreichster britischer Olympia-Teilnehmer aller Zeiten wieder auf. Sieben Medaillen hat er nun schon geholt, so viele waren nicht einmal Ruder-Legende Sir Steve Redgrave vergönnt. "Die sieben Medaillen sind nicht so wichtig, wenn sie nicht die richtige Farbe haben. Die wichtigste Zahl ist die Vier für die Anzahl der Goldmedaillen. Im selben Atemzug mit Redgrave oder Hoy genannt zu werden, ist eine große Ehre. Das ist sehr speziell", ergänzte Wiggins.



Höchste Zeit also, dass der erste britische Tour-Sieger auch bald mit einem Adelstitel ausgestattet wird. Verändern würde ihn das aber nicht, wie der in einfachen Verhältnissen aufgewachsene Radprofi zugibt. "Sir Wiggo klingt nicht wirklich gut. Ich würde niemals den Titel Sir benutzen. Ich werde immer nur Brad bleiben."



Der 32-Jährige ist ein Mann des Volkes und deshalb lieben sie ihn so sehr in Großbritannien. Er werde auch weiterhin daheim in Chorley, Lancashire seine Kinder von der Schule abholen, betont Wiggins. Auf dem Weg dahin wird ihm aber vielleicht auffallen, dass der ein oder andere Briefkasten ihm zu Ehren golden angemalt worden ist.

Denn die "Wiggins-Mania" hat das Vereinigte Königreich längst erfasst. Am Donnerstag hat auch die Royal Mail eine Briefmarke mit dem Konterfei des Radsporthelden herausgebracht und in den englischen Blättern dreht sich ohnehin alles nur noch um Wiggins. "King Wiggo", titelte das Boulevardblatt "The Sun" und in der "Daily Mail" war zu lesen: "Wiggo, König der Landstraße. Er hat nun mehr Medaillen als Heinrich der XIII. Frauen hatte."


Was die Goldmedaillen anbelangt, so fehlt ihm aber noch eine zu Redgrave. "Dann muss ich wohl in Rio an den Start gehen", scherzte Wiggins. Da hätte dann doch ein anderer Fahrer etwas dagegen. Weltmeister Tony Martin, der trotz eines Kahnbeinbruchs mit einem Rückstand von 42 Sekunden dem Briten noch am ehesten gefährlich wurde, hat nach Silber Appetit auf mehr bekommen: "Vielleicht stehe ich in vier oder acht Jahren mal ganz oben."

 

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