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07.01.2014 | (rsn) – Bjarne Riis hat schon mehrmals bewiesen, dass er ein Näschen für talentierte Fahrer hat. Der erfahrene Däne gilt als Entdecker von Fahrern wie Andy Schleck, Matti Breschel oder Rafal Majka. Man sagt Riis zwar nach, er habe einen schwierigen Charakter und sei im persönlichen Umgang eher kompliziert, aber eines muss man ihm zugute halten. Er unterstützt aktiv die Talentförderung, sichtet neue unbekannte Jungfahrer, auf die er setzt und baut. Das ihnen geschenkte Vertrauen zahlen die Fahrer ihm dann doppelt zurück.
Für die Saison 2014 verpflichtete Riis gleich Neoprofis, auf die bis dato wohl keiner aufmerksam wurde. Im Trikot von Tinkoff-Saxo, wie das Team nach dem Verkauf an den russischen Multimillionär Oleg Tinkov heißt, werden künftig die Dänen Jesper Hansen und Michael Valgren Andersen, der Slowake Michael Kolar sowie der Pole Pawel Poljanski fahren. Vor allem der 24-jährige Poljanski hat es Riis angetan.
„Pawel ist sehr talentiert, ein ausgezeichneter Kletterer, der Top-Resultate bei den Ausdauertests gebracht hat“, sagte Riis, der die Möglichkeit nutzte, sich Poljanski in der zweiten Saisonhälfte 2013 genauer anzusehen. Der ehemalige Polnische U23-Meister war nämlich Stagiaire bei Tinkoff-Saxo. In den Rennen, an denen er teilnahm, sammelte er zwar wegen einer Erkrankung wenig Pluspunkte, aber in den anschließenden Tests konnte er dann den Teamchef von sich überzeugen.
„Riis ist wirklich ein toller Mensch, mit denen man sich gut unterhalten kann. Unsere Zusammenarbeit wird bestimmt gut verlaufen“, sagte Poljanski zu radsport-news.com. Anfang Dezember verbrachte er zwei Wochen imTrainingscamp auf Gran Canaria, wo er unter anderem auf seinen Landsmann Rafal Majka traf.
Den Kletterspezialisten aus Krakau kennt Poljanski schon seit mehreren Jahren, sie wohnten sogar zusammen in Italien, als Poljanski dort für kleinere Mannschaften fuhr. 2013 sollte er beim Team Vini Fantini, das ihm ein Angebot machte, den Durchbruch schaffen. Aufgrund finanzieller Probleme - die Mannschaftsleitung hatte kein Geld, um für Poljanski die Lizenz bezahlen - musste der junge Pole sein Debüt im Profi-Peloton verschieben. Den Rest der Saison verbrachte er bei der Amateur-Mannschaft von Acqua e Sapone, bevor der Wechsel zu Tinkoff-Saxo folgte.
„Die Stimmung in der Mannschaft ist super, wir verstehen uns ziemlich gut. Um meine weitere sportliche Entwicklung mache ich mir keine Sorgen, bei Tinkoff-Saxo habe ich dazu die besten Chancen. Ich habe schon meinen Kalender erfahren, ich bin einziger Neoprofi im Aufgebot, der bei einer Grand Tour starten wird“, so Poljanski, der beim Giro d?Italia zum Einsatz kommen wird. „Ich behalte die Ruhe, aber ich sehe schon, dass die Sportliche Leitung viel von mir erwartet. Von Stress aber ist keine Rede“, erklärte Poljanski, der sein Radsport-ABC beim polnischen Nachwuchsteam Cartusia Kartuzy lernte.
Vor der Italien-Rundfahrt wird der Jungprofi noch bei der Tour de Langkawi, Katalonien-Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Tour de Romandie mit von der Partie sein. Am 7. Januar flog er mit seinen Mannschaftskollegen erneut auf die Kanarischen Inseln: „Nach diesem Trainingslager fahre ich nach Italien, wo ich eine Wohnung habe und wo ich mich weiter vorbereiten werde“. Erst dann fängt für Poljanski das wahre Profi-Leben an.
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