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04.10.2015 | (rsn) – Mit Il Lombardia steht am Sonntag das letzte der fünf Radsport-Monumente auf dem Programm. Am Start des italienischen Herbstklassikers, der bis 2011 als Lombardei-Rundfahrt im Rennkalender geführt wurde, stehen 25 Teams: alle 17 der WorldTour sowie sieben Zweitdivisionäre, darunter auch Bora-Argon 18 aus Deutschland.
Die Strecke: Die 109. Lombardei-Rundfahrt führt über 245 Kilometer von Bergamo nach Como und damit in genau umgekehrter Richtung zur Austragung im vergangenen Jahr. Nach dem Start am Vormittag in Bergamo geht es nordwärts über zunächst nicht übermäßig anspruchsvolles Terrain – die größten Hindernisse sind der Colle Gallo (bei km 56) und der Colle Brianza (km 116) -, ehe nach 200 Kilometern der Comer See erreicht wird. Hier tritt das Rennen in seine entscheidende Phase, in der gleich vier schwere Anstiege bewältigt werden müssen.
Das Finale wird mit der Kletterpartie nach Madonna del Ghisallo eingeläutet, wo nach 181 Kilometern das Feld an der berühmten Wallfahrtskirche und dem Radsportmuseum vorbeijagt. Nach einer kurzen Abfahrt wartet die Höchstschwierigkeit des Tages, die Muro Di Sormano, die nach einjähriger Unterbrechung wieder ins Programm genommen wurde. Fast sieben Kilometer lang und auf den beiden letzten davon durchschnittlich 15 Prozent steil (und einem Spitzenwert von 27 Prozent), wird der Anstieg den Fahrern alles abverlangen und zu frühzeitigen Attacken einladen. Allerdings müssen hier möglicherweise erfolgreiche Ausreißer noch einen langen Atem beweisen.
Denn nach rund 25 relativ flachen Kilometern geht es wieder steil berghoch, und zwar nach Civiglio über vier Kilometer bei einer durchschnittlichen Steigung von 9,7 Prozent, bevor nach einer kurzen Abfahrt die letzte Herausforderung des Rennens wartet, der bis zu 20 Prozent steile Anstieg nach San Fermo Della Battaglia. Da es vom Gipfel aus nur noch gut fünf Kilometer bergab nach Como ins Ziel geht, werden die Kletterspezialisten hier alles daransetzen, die sprintstärkeren Konkurrenten abzuschütteln und die entscheidende Attacke zu setzen.
Die Favoriten: Das im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich schwerere Finale ändert nichts an der Zusammensetzung des Favoritenkreises. Aus dem ist allerdings kurzfristig der zweimalige Lombardei-Sieger Joaquim Rodriguez (Katusha) aus geschieden. Der Spanier verletzte sich am Freitag im Training am Knie und musste seinen Start absagen. Sein spanischer Landsmann Alejandro Valverde (Movistar/ Zweiter 2013/14), Titelverteidiger Daniel Martin (Cannondale-Garmin) aus Irland und der Belgier Philippe Gilbert (BMC/Sieger von 2010/11) werden damit einen Konkurrenten weniger haben, auf den sie achten müssen.
Dafür kommen der Portugiese Rui Costa (Lampre-Merida/Vorjahresdritter), der Franzose Thibaut Pinot (FDJ) und der junge Belgier Tim Wellens (Lotto Soudal), der nach Rang vier im Vorjahr diesmal ganz oben auf dem Podium stehen könnte, für einen Platz ganz oben auf dem Treppchen in Frage.
Wenn es einen Top-Favoriten gibt, dann ist es Vincenzo Nibali (Astana). Nach seinen überragenden Auftritten bei den jüngsten italienischen Herbstrennen – wovon er zwei gewann – wird der Italienische Meister nicht nur von den Tifosi als erster Sieg-Kandidat gehandelt. Nach seinem Sieg am Mittwoch bei Tre Valli Varesine überließ Nibali seinen Teamkollegen das Feld, was Diego Rosa bei Mailand-Turin zu nutzen wusste. Der junge Italiener wird aber am Sonntag sicher wieder ins zweite Glied treten.
Mit Außenseiterchancen ins Rennen gehen der Schweizer Michael Albasini (Orica-GreenEdge), der Spanier Samuel Sanchez (BMC), der Franzose Warren Barguil und sein niederländischer Teamkollege Tom Dumoulin (beide Giant-Alpecin), die Niederländer Robert Gesink (LottoNL-Jumbo) und Bauke Mollema, der Luxemburger Fränk Schleck (Trek) sowie die beiden italienischen Routiniers Davide Rebellin (CCC Sprandi) und Damiano Cunego (Nippo-Vini Fantini), der in den Jahren 2004, 2007 und 2008 - als bisher letzter heimischer Profi übrigens - das Rennen gewann. Die deutschen Hoffnungen ruhen auf den Schultern von Tour-Etappensieger Simon Geschke (Giant-Alpecin).
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