Mit der Nummer 77 bester Deutscher bei Paris-Roubaix

Keine Defekte, keine Stürze - Sieberg wird Siebter

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Marcel Sieberg (Lotto Soudal) wurde Siebter beim 114. Paris-Roubaix | Foto: Cor Vos

10.04.2016  |  (rsn) - Für Platz sieben bei Paris-Roubaix erhielt Marcel Sieberg (Lotto Soudal) zwar keinen Pflasterstein wie der Sieger Mathew Hayman (Orica GreenEdge). Dafür gönnte sich der 33-Jährige auf der Heimfahrt einen wohlverdienten Stopp beim Fastfood-Restaurant mit dem goldenen M.

Zuvor hatte Sieberg bei der "Königin der Klassiker" geglänzt und mit dem siebten Rang bei seiner zehnten Teilnahme sein bisher bestes Ergebnis bei einem der Radsport-Monumente herausgefahren. "Es war ein schönes Gefühl, da vorne mitzufahren. Da verspürt man auch etwas Stolz", sagte Sieberg am Abend zu radsport-news.com.

Der lange Bocholter, der die Startnummer 77 trug, hatte auf den letzten 100 Kilometern der 114. Roubaix-Austragung die Farben von Lotto Soudal vorne vertretenn und bis 17 Kilometer vor dem Ziel in der Spitzengruppe mitgemischt. "Ich war in der Gruppe, da hieß es: dranbleiben, festbeißen", erklärte Sieberg.

Doch als Sep Vanmarcke (LottoNL-Jumbo) im letzten schweren Sektor des Tages antrat, musste Sieberg den Belgier und vier weitere Fahrer ziehen lassen, die den Sieg schließlich unter sich ausmachten. "Zwei Fahrer vor mir konnten die Lücke nicht mehr schließen und ich selbst hatte auch nicht mehr die Kraft, an ihnen vorbeizufahren", schilderte Sieberg die vorentscheidende Phase auf dem Pflaster von Carrefour de l`Arbre.

Mit drei weiteren Begleitern machte sich Sieberg, der das Finale ohne Funk fahren musste, gemeinsam auf den Weg ins Velodrome von Roubaix und wurde dann im Sprint hinter Heinrich Haussler (IAM) Zweiter der ersten Verfolgergruppe. "Heute ist alles optimal gelaufen, ich hatte keine Defekte, keine Stürze", bilanzierte Sieberg zufrieden.

Die Leistung des Deutschen ist umso höher einzuschätzen, als Sieberg in Folge einer Stirnhöhlenentzündung wochenlang ausfiel. Und auch jetzt sei die Erkrankung noch zu 100 Prozent ausgestanden ist. "Die ersten Rennen waren hart, dass ich De Panne gefahren bin, hat mir gut getan. Aber ich hatte auch heute keine Traumbeine, erst als es auf die Pavés ging, wurde es etwas besser", so Sieberg.

Den schönsten Moment erlebte der Lotto Soudal-Profi aber nach dem Rennen. "Die Füße haben gebrannt, ich habe eine dicke Blase an der Hand vom Bremsen. Aber das war vergessen, als ich auf mein Handy schaute und dort ein Foto von meiner kleinen Familie sah. Es zeigte, wie sie vor dem Fernseher sitzen und das Rennen verfolgen. Darunter stand: Wir sind stolz auf dich, egal wie es heute ausgeht", berichtete Sieberg, der in diesem Winter Vater geworden war.

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