Unzué wünscht sich schwächeres Sky-Team

Quintana wartet auf eine günstige Gelegenheit zur Attacke

Foto zu dem Text "Quintana wartet auf eine günstige Gelegenheit zur Attacke"
Nairo Quintana (Movistar) auf der Pressekonferenz am ersten Tour-Ruhetag | Foto: Cor Vos

12.07.2016  |  (rsn) – Nairo Quintana wollte bei der diesjährigen Tour de France vermeiden, frühzeitig in Rückstand zu geraten, um dann eine kräftezehrende Aufholjagd starten zu müssen. Doch auf der zweiten der drei Pyrenäenetappe wurde der Kolumbianer wieder von Chris Froome (Sky), der in der letzten Abfahrt (vom Col de Peyresourde) attackierte und sich so insgesamt 23 Sekunden Vorsprung auf seinen vermutlich schärfsten Rivalen herausfuhr.

Und auch auf der 9. Etappe am Sonntag hielt Quintana die Beine still und verzichtete im Schlussanstieg nach Andorra-Arcalis auf Attacken. In der Pressekonferenz am ersten Ruhetag der Tour erklärte der Movistar-Kapitän nun, dass er seine und die Kräfte seines Teams nicht frühzeitig vergeuden wollte.

“Es kommen noch viele Berge. Wir können uns nicht an einem einzigen Tag leer fahren – wir wissen, dass unsere Rivalen sehr stark sind. Wir müssen es Tag für Tag nehmen und nach einer günstigen Gelegenheit zur Attacke Ausschau halten“, sagte der 26-Jährige, der zu Beginn der 9. Etappe gleich drei seiner Helfer – darunter kurzzeitig auch Alejandro Valverde – in die Offensive geschickt hatte, ohne daraus im Finale irgendeinen Nutzen ziehen zu können.

“Jedes Team und jeder Fahrer hat seine eigene Strategie. Das war unsere. Und derzeit ist die Lücke ja sehr klein“, sagte Quintana und antwortete auf die Frage, wieso nicht wenigstens Edelhelfer Valverde im Schlussanstieg Froomes Sky-Team herausgefordert habe: “Wir werden Valverde in den kommenden beiden Wochen noch benötigen.“

Quintana wollte auch noch keine Angaben darüber machen, wann er seiner Meinung nach die günstige Gelegenheit kommen könne, um das Gelbe Trikot zu attackieren – etwa am Donnerstag bei der Bergankunft am Mont Ventoux. “Wir schauen und sehen, was passiert. Immer warten und schauen, was die Gegner machen“, wiederholte Quintana.

Movistar-Teamchef Eusebio Unzué lieferte auf der Pressekonferenz eine schon nachvollziehbarere Erklärung dafür, warum sich sein Kapitän bisher noch nicht in die Offensive begeben hat. “Realität ist und das dürfen wir nicht vergessen, dass es kompliziert ist, Froome mit einer Attacke Schaden zuzufügen, weil man ihn nicht sehr oft isolieren kann“, lobte der Spanier die starke Helferriege des Titelverteidigers.

Mit dem folgenden Scherz lieferte Unzué aber auch ein unfreiwilliges Zeichen der bisherigen Machtlosigkeit seines Teams gegen die Sky-Phalanx ab: “Wenn Sky mit einem etwas schwächeren Team hier antreten würde, das etwas verletzlicher wäre, könnte es spektakulärer werden.“

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