Die 10. Etappe der Tour de France 2026

Noch eine Achterbahn durch das Zentralmassiv

Von Paul Grosch

Foto zu dem Text "Noch eine Achterbahn durch das Zentralmassiv"
Das Streckenprofil der 10. Tour-Etappe | Foto: ASO

29.06.2026  |  (rsn) – Direkt nach dem ersten Ruhetag führt die 10. Etappe der Tour de France 2026 noch einmal ins Zentralmassiv. Am Nationalfeiertag kehrt die Tour nach Le Lioran zurück, dem Schauplatz von Tadej Pogacars letzter “Niederlage“ in Frankreich. Auf der 11. Etappe der Tour de France 2024 holte Jonas Vingegaard den Slowenen nach einer Attacke wieder ein und besiegte ihn überraschend im Sprint. 

Die letzten 45 Kilometer der diesjährigen 10. Etappe genau wie jene von vor zwei Jahren. Der Start im Touristenort Aurillac liegt weniger als 40 Kilometer Luftlinie vom späteren Ziel entfernt. Der Zwischensprint steht schon nach 25 Kilometern an. Bis dahin gibt es keine größeren Hindernisse, so dass auch die reinen Sprinter dort Punkte sammeln können. Knapp 20 Kilometer später geht die Achterbahn im Zentralmassiv richtig los. Spätestens hier sollte sich eine Ausreißergruppe bilden.

Innerhalb von 60 Kilometern warten vier Bergwertungen auf die Fahrer. Keine der Steigungen ist jedoch steiler als sieben Prozent. Danach wird es ernst. In Dienne beginnt die mehr als zehn Kilometer lange Auffahrt zum Pas de Peyrol am Puy Mary, dem zweithöchsten Berg im Zentralmassiv. Die Bergwertung ist 7,8 Kilometer lang und hat eine durchschnittliche Steigung von sechs Prozent. Dieser Wert täuscht, denn die letzten zwei Kilometer liegen konstant im zweistelligen Bereich. Hier attackierte Pogacar vor zwei Jahren.Anschließend nutzte er die lange Abfahrt nach Mandailles, um eine Lücke zu reißen. 

Die ersten Kilometer bergab ähneln nämlich eher einem Plateau, so dass die Fahrer ständig Druck aufs Pedal geben müssen. Unten geht es ohne Pause in den Col du Pertus (4,4 Kilometer bei 8,5 Prozent), der relativ unregelmäßig verläuft und somit auch steilere Abschnitte enthält. Hier machte Vingegaard damals mehr als 30 Sekunden auf Pogacar gut und holte den Slowenen kurz vor dem Gipfel ein. Auch hier können die Fahrer also Unterschiede machen.

Nach einer technischen Abfahrt führt eine breite Straße leicht ansteigend Richtung Ziel, bevor die Strecke nach links auf eine schmale Straße zur letzten, deutlich leichteren Bergwertung abbiegt. Die folgende Abfahrt ist ebenfalls technisch anspruchsvoll. 2024 stürzte Primoz Roglic in dem Waldstück. Danach verläuft die Strecke in einem weiten Bogen zur Skistation Le Lioran. Die letzten 500 Meter bis ins Ziel steigen mit bis zu sieben Prozent an.

Das Tagesprofil spricht für den Sieg eines Ausreißers. Doch die Etappe vor zwei Jahren zeigte, dass die GC-Favoriten auf diesem Terrain auch größere Abstände herausfahren können. Gleichzeitig ist die Strecke diesmal insgesamt nicht so schwer. Für die Gruppe des Tages könnte es von Vorteil sein, dass die Anstiege schon früher beginnen. Insgesamt dürfte auch diese Etappe durchs Zentralmassiv  ein Spektakel werden.

Die Streckenkarte der 10. Etappe

Die 10. Etappe der Tour de France kompakt:

Aurillac – Le Lioran, 166,6 km, 3800 Höhenmeter

Startzeit: 13:10

Startzeit: 17:24

Sprintwertung:
Lacapelle-del-Fraisse (Kilometer 25,5)

Bergwertungen:
Côte de Paillherols (Kat. 3, Kilometer 68,0)
Col de la Griffoul (Kat. 2, Kilometer 97,3)
Col de Prat de Bouc (Kat. 3, Kilometer 103,8)
Côte de Murat (Kat. 3, Kilometer 118,8)
Puy Mary – Pas de Peyrol (Kat. 1, Kilometer 135,7)
Col de Pertus (Kat. 1, Kilometer 152,1)
Col de Font de Cère (Kat. 3, Kilometer 163,9)

Die Streckenkarte der 10. Etappe

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