DM in Cottbus: Greipel favorisiert

Sprinter-Spektakel zum Finale


Startschuss zum Straßenrennen in Cottbus

Foto: ROTH

28.06.2009  |  (sid/rsn) - Sprint-Spektakel statt Flucht-Festival? Wenn heute in Cottbus der Startschuss zum Finale der deutschen Straßenmeisterschaften fällt, hat Titelverteidiger Fabian Wegmann (Milram) beim letzten Kräftemessen vor der 96. Tour de France wohl nur geringe Chancen auf den Hattrick. Vielmehr werden auf dem flachen Kurs in der Lausitz wohl die schnellen Männer wie André Greipel (Columbia-Highroad), Gerald Ciolek (Milram) oder Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring  unter sich ausfahren.

"Alle werden auf uns gucken und versuchen uns ein Bein zu stellen", sagt Milrams Sportlicher Leiter  Christian Henn. Der Heidelberger gibt die Favoritenrolle jedoch weiter: "In der sehe ich Andre Greipel aufgrund seiner starken Ergebnisse in den letzten Wochen."

Der Gelobte scheut aber vor großen Ankündigungen zurück und gibt sich gewohnt bescheiden. "Das ist schon ein sehr elegantes Trikot. Aber Hauptache, einer aus unserem Team wird Deutscher Meister" so Greipel vor einigen Tagen im gespräch mit Radsport News. Der 26 Jahre alte Hürther hat zwar schon zehn Saisonsiege auf dem Konto, gibt aber zu bedenken, dass er und seine vier Columbia-Fahrer gegen 17 Milram-Profis einen schweren Stand haben werden.

Greipel hofft, dass Milram das Feld nicht über die gesamten 240 Kilometer kontrollieren kann und erwartet, dass es dann zum Sprintfinale einer kleineren Gruppe kommen wird.

Dieses Szenario käme auch Milram-Sprinter Gerald Ciolek nicht ungelegen. Der 22-jährige Pulheimer düpierte 2005 die gesamte Sprintelite um Erik Zabel und sicherte sich damals sensationell seinen ersten und bisher einzigen Titel. "Ich möchte natürlich vorn mitmischen und nach Möglichkeit gewinnen. Damals habe ich mich über den flachen Kurs gefreut, dieses Mal hätte es ruhig ein wenig schwerer sein können", meint Ciolek.

Sein Teamkollege Wegmann, der in Wiesbaden und Bochum auf ungleich schwererem Terrain zweimal in Folge triumphiert hatte, agiert in Cottbus wohl nur als Helfer. "Die Strecke ist absolut flach. Das ist nicht mein Ding", sagt der Klassikerspezialist. Wichtig sei aber, dass das Trikot im Team bleibe.

Von einem ganz besonderen Heimsieg träumt derweil Heinrich Haussler. Das "Racing Kangaroo" ist der Shootingstar der Saison, holte bei Mailand-San Remo und der Flandern-Rundfahrt jeweils Platz zwei. Als er im Alter von 15 Jahren aus Australien nach Deutschland kam, wurde Cottbus zu seiner zweiten Heimat.

Zudem werden es Hausslers letzte Meisterschaften in Deutschland sein. Der mit vier Saisonsiegen dekorierte Freiburger will vom kommenden Jahr an wieder für sein Geburtsland Australien starten. In Cottbus soll ihm sein Mini-Team mit Andreas Klier und Lokalmatador Martin Reimer den Sprint für ein perfektes Abschiedsgeschenk vorbereiten.

Bei den Frauen will Trixi Worrack auftrumpfen. Die Cottbuserin von der Equipe Nürnberger zählt nach ihrem Triumph im Zeitfahren am Freitag auf ihrer Heimstrecke auch im Straßenrennen zu den Favoritinnen. Doch Titelverteidigerin Luise Keller und ihre Columbia-Teamkollegin Judith Arndt  werden Worrack das Rennen sicherlich nicht kampflos überlassen.

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour de Côte d'Ivoire-Tour de (2.2, CIV)
  • Giro della Toscana - Memorial (2.1, ITA)
  • Tour do Brasil-Volta (2.2, BRA)