Sicherheit in Zeiten von Corona

Radfahren ist gut - aber bitte, bitte mit Helm!

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Radfahren ist gut - aber bitte, bitte mit Helm!"
Selbst Murmeltiere tragen nun Helm... | Foto: Jeep

20.03.2020  |  Die Sonne scheint, rauf aus Rad, und ab in die Natur: Immer eine gute Idee, die in Deutschland viele Menschen auch in Zeiten von Corona umsetzen können - solange Ausfahrten noch erlaubt sind... Da Schulen und Universitäten geschlossen sind, und viele im Home Office arbeiten, sind mir unter der Woche am Nachmittag noch nie so viele Radler begegnet wie gestern auf einer kleinen Runde mit meinen Söhnen.

Aber leider musste ich feststellen, dass viel zu viele Radfahrer/innen ohne Helm unterwegs sind.
Das ist auch sonst nicht gut - aber in Zeiten von rasant steigenden Corona-Infektionen noch viel weniger: Jede unnötige Kopfverletzung bei einem Sturz ohne Helm belastet unser Gesundheits-System, das derzeit auf eine harte Probe gestellt wird.

Vermutlich muss ich das Ihnen, geschätzter rsn-Leser, nicht wirklich extra nahebringen: Sie sind sicher immer mit Helm unterwegs. Aber vielleicht haben Sie Angehörige, Freunde, Bekannte, die ohne Helm fahren. Bitte machen Sie ihnen klar, dass es das Mindeste an Solidarität gegenüber seinen Mitmenschen ist, einen Helm aufzusetzen. Um - was niemand hofft, aber nun leider nicht mehr unrealistisch ist - nicht unnötig ein Krankenhausbett zu blockieren, das ein Corona-Patient dringend benötigen würde.

Noch ist es gottseidank bei uns nicht so weit,
ich weiß - aber die exponentielle Entwicklung der Ansteckungsraten macht dieses Szenario durchaus wahrscheinlich. Um zu meinem Familien-Ausflug zurückzukommen: Gleich zwei Rad-Unfälle mit Sanitäter-Einsatz mussten wir gestern leider beobachten - beide Fahrer waren ohne Helm unterwegs.

Ob da jeweils ein Helm schlimmeres hätte verhindern können, darüber kann man nur spekulieren. Aber nochmal: In Zeiten wie diesen nur mit Helm Rad zu fahren, ist meiner Meinung nach ein Zeichen von Solidarität gegenüber seinen Mitmenschen, das nicht viel erfordert, aber eine große Wirkung hat. Nicht nur für Menschen, die ernsthaft krank sind, sondern auch für die eigene Gesundheit...

Wer noch keinen Helm hat:
Zwar sind in den meisten Bundeländern die Radläden geschlossen (rsn berichtete), aber jeder Bau- und Heimwerkermarkt hat eine Fahrradabteilung. Die Helme, die man dort findet, sind vielleicht nicht immer so schick - aber sie schützen. Und es gibt Online-Radhändler mit großer Auswahl.

Nicht zuletzt: Es ist wichtig, mit Helm zu fahren, damit wir überhaupt weiter Radfahren dürfen. In Ländern wie Spanien und Italien ist Freizeit-Radeln komplett untersagt. Mit der Begründung, dass mögliche Unfälle in den überlasteten Gesundheits-Systemen nicht mehr adäquat behandelt werden können.

Dazu wird es in Deutschland hoffentlich
nicht kommen. Wer auf dem Rad stets einen Helm trägt, kann seinen Teil dazu beitragen. Und er zeigt auch: Ich bin solidarisch, ich denke an andere. Vielen Dank dafür!

 

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