Mein schönster Rennrad-Anstieg in Deutschland

“Heit fahr ma in d´ Eng“

Von Christoph Allwang und Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "“Heit fahr ma in d´ Eng“"
Aussichtsreich: die Anfahrt durch das Riß-Tal | Foto: pressBureau.eu/ w preß

25.06.2020  |  Christoph: Mein schönster Rennrad-Anstieg Deutschlands liegt eigentlich zugegebenermaßen zu einem guten Teil in Tirol: die Fahrt von Vorderriß durch das Riß-Tal und über die Ahornböden zur Eng-Alm. Aber das Ganze ist ausschließlich von Deutschland aus zu befahren. Und Anstieg ist auch schon fast übertrieben, weil es auf den gut 23 Kilometern nur 400 Meter recht gleichmäßig aufwärts geht.

Der Grund für meine Nominierung - außer dass es wirklich eine wunderschöne
Strecke ist: Die Eng hat ganz dringend mal einen autofreien Tag verdient; ich bin sicher, dass so ein Tag genauso gut ankäme wie die autofreien Tage am Stilfser Joch oder an der Sella Ronda. Die grandiose Natur und die Ruhe im Naturpark Karwendel wird leider in After-Lockdown-Zeiten wieder von furchtbar vielen Autos, Bussen und Motorradfahrern gestört, vor allem an Wochenenden und in Ferien-Zeiten.

Da ich nicht weit weg wohne, gehöre ich zu den Glücklichen, die dort auch mal an einem ruhigen Nachmittag unter der Woche radeln können. Aber in der Eng ist es so unglaublich schön, dass ich finde, das sollten so viele Radler wie möglich mal unbehelligt geniessen können. Vielleicht gibt's ja irgendwann den "Eng Bike Day"...

Übrigens: Das Tal heißt einfach "Eng",
nicht "Eng-Tal" oder sonst wie; der Oberbayer sagt: "Heit fahr I in d' Eng". Aber wie fahren? Von Lenggries aus am Sylvenstein-Stausee vorbei, und dort weiter nach Vorderriß. Hier beginnt die Steigung über ca 23 km bis zur Eng-Alm, auf 1250 m Seehöhe - ein Juwel zwischen den beeindruckenden Laliderer-Felswänden. Zurück geht's auf der gleichen Strecke.

Die Eng lässt sich übrigens bestens in eine grandiose 130-km-Runde von Bad Tölz aus einbauen: Tölz, Walchensee, Wallgau, Vorderriß, Eng, Lenggries, Tölz.

Wolfgang: Witzig, dass Christoph die Eng
ausgewählt hat - etliche Rennrad-Kumpels + io fahren sie seit vielen Jahren immer Ende April, als erste große Runde der Saison. Warum gerade dann? Bis 1. Mai ist noch Wintersperre auf der Mautstraße von Hinterriß zu den Ahornböden, und man muss den wirklich wunderschönen Anstieg nicht mit den von Christoph beklagten Horden von Kraftfahrern teilen.

Besonders lohnenswert ist die Eng im Herbst: Die Blätter der über 2000 bis zu 600 Jahre alten Berg-Ahornbäume sterben ab Mitte/ Ende September recht farbenfroh ab, das macht die Ahornböden zu einem unglaublichen Farb-Spektakel. Das ist allerdings längst kein Geheimtip mehr, und so wälzen sich vor allem am Wochenende Dutzende von Bussen durch das Riß-Tal.

Wer also die Ahornböden in Farbe auf dem Rad
erleben will, der sollte definitiv unter der Woche fahren. Wer bis zur Wintersperre der Mautstraße am 1. November wartet, kommt allerdings meistens zu spät: Dann lässt sich die farbige Pracht oft nur noch am Boden bestaunen. Auch hübsch, aber anders...

Mein Tip für eine nette Pause, um Kohlehydrate aufzufüllen: Auf der Rückfahrt aus der Eng in Vorderriß im schönen Biergarten vom Gasthaus Post (direkt an der Abzweigung Eng - Wallgau) einen der (in Riesen-Stücken servierten) Kuchen probieren. Wirtin Britta, eine gelernte Konditiorin, stellt die Pracht höchstselbst und höchst lecker her. Dazu natürlich ein isotonisches Sportgetränk (vulgo Weißbier;-)...

Hier unsere Frühjahrs-Eng-Runde:
Bis Lenggries mit der Bayerischen Oberland-Bahn (Bob), von dort auf dem breiten, durchgehend geteerten Radweg zum Sylvenstein-Stausee, mit einem spektakulären Tunnel am Schluss, weiter auf der Straße nach Vorderriß, die Eng hin + zurück, dann die Isar entlang durchs schöne Wallgau, hinauf zum Surfer-Spot Walchensee, hinunter in die Jachenau, und zurück nach Lenggries - ca 115 km mit rund 1650 Höhenmetern. Viel Spaß!

Übrigens: Morgen (26.) ist letzter Tag unserer Leserwahl "Der schönste Rennrad-Anstieg Deutschlands". Haben Sie schon abgestimmt?

 

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