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07.12.2022 | (rsn) – Mit der Verpflichtung von Victor Koretzky hat der deutsche Rennstall Bora – hansgrohe seine Kaderplanung für die neue Saison abgeschlossen. Der Franzose wurde von B&B Hotels – KTM freigestellt, da das Team für die kommende Saison nicht genügend Sponsoren gefunden hatte. Koretzky steigt nun nach nur einer Saison als Profi in der zweiten Division in die WorldTour auf.
Durch die Probleme bei B&B Hotels – KTM wurden Anfang Dezember plötzlich 24 Fahrer vertraglos. Bora hatte nur 29 der maximal 30 möglichen Kaderplätze belegt und zeigte Interesse. Allerdings nicht für den deutschen Miguel Heidemann oder den Österreicher Sebastian Schönberger. “Victor ist uns sofort ins Auge gesprungen, weil er eben diese Vielseitigkeit mitbringt, die für uns interessant ist“, sagte Denk.
Diese Vielseitigkeit konnte Koretzky in seinem ersten Jahr als Profi auf der Straße noch nicht oft in Ergebnisse ummünzen. Bei der kleinen Alpes Isère Tour (2.2) war er auf der 3. Etappe der Schnellste im Sprint einer 59-köpfigen Gruppe und feierte seinen ersten Sieg als Profifahrer. Bei zwei mittelschweren Etappen der Luxemburg-Rundfahrt (2.Pro) fuhr er unter die besten Zehn. Bekannt ist Koretzky vor allem als Mountainbiker. Dort gehört er zu den besten Fahrern der Szene, was der dreimalige Gewinn der Staffel-Weltmeisterschaft, sein Weltcup-Sieg, der zweite Gesamtrang in dieser Serie sowie Bronze bei der WM und Platz fünf bei den Olympischen Spielen 2021 eindrucksvoll belegen.
Weiterhin auf Mountainbike und Straßenrad unterwegs
Mit diesen Resultaten im Rücken wurde Koretzky im letzten Jahr – ohne in seinem Leben je ein UCI-Rennen auf der Straße absolviert zu haben – Profi bei B&B Hotels – KTM. Damit erinnert sein Werdegang an den von Ben Zwiehoff, der 2023 bei Bora sein Teamkollege wird. Im Gegensatz zum Deutschen hat der Franzose aber weiterhin Ambitionen auf den breiten Reifen. “Wichtig war es, eine Möglichkeit zu finden, seine Olympia-Kampagne mit einzuplanen und das Straßenprogramm entsprechend abzustimmen“, unterstützt Denk die Olympia-Pläne seines Neuzugangs für 2024. Dabei hat er Koretzky vorerst nur für ein Jahr unter Vertrag genommen.
“Wir haben seine Daten analysiert und da definitiv Potenzial gesehen. Wir denken, dass er bei Olympia in jedem Fall eine Chance haben kann und haben auch ein gutes Straßenprogramm für ihn finden können“, fügte der Bora-Teamchef an.
Obwohl er vom Mountainbike kommt, sind die Berge nicht das bevorzugte Terrain Koretzkys. “Physiologisch sehen wir ihn aktuell bei Eintagesrennen, wobei ihm Klassiker liegen sollten, weil er ja auch entsprechendes Bikehandling mitbringt. Außerdem war er dort schon im Einsatz und bringt so eine Basis mit“, meinte Denk mit Blick auf Platz 41 sowohl bei Dwars door Vlaanderen (1.UWT) als auch der E3 Saxo Bank Classic (1.UWT) und Rang 59 bei der Ronde van Vlaanderen (1.UWT). Damit konnte der Offroad-Spezialist seine drei ersten Einsätze bei Kopfsteinpflaster-Klassikern im vorderen Mittelfeld beenden.
“Körperlich wäre definitiv auch Potenzial für einen Sprintzug da, aber da braucht man auch viel Routine. Wir hoffen eher, dass er vielleicht aus einer reduzierten Gruppe mal selbst um die vorderen Ränge mitsprinten kann“, so Denk weiter. Mit seinem Sieg und dem Auftritt in Luxemburg hat er seine Möglichkeiten in diesen Rennsituationen schon angedeutet.
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