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06.07.2025 | (rsn) – UCI-Präsident David Lappartient hat im 'Village du Tour' am Rande der Frankreich-Rundfahrt in einem Gespräch mit Wielerflits-Journalist Raymond Kerckhoffs erklärt, dass er Anfang November im Rahmen der Urban Cycling-Weltmeisterschaften in Riad ein Gespräch mit den Finanziers hinter dem OneCycling-Projekt führen wolle. "Ich werde die Beteiligten dort auf jeden Fall sprechen", kündigte Lappartient mit Blick auf das Event vom 4. bis 8. November an.
"Wir sind jederzeit offen für Gespräche mit potenziellen Investoren in unserem Sport. Ich habe den saudischen Investoren gesagt, dass sie im Radsport willkommen sind. Aber wir müssen zusammenarbeiten. Man kann uns nicht einfach vorschreiben, wie wir unsere Wettbewerbe organisieren sollen, ohne zuvor gute und fundierte Gespräche mit der UCI geführt zu haben", sagte der Franzose.
Im Juni hatte der Radsport-Weltverband dem Projekt, das durch die saudi-arabische Sport-Inverstmentgruppe SURJ Sports, die wiederum vom staatlichen Investmentfond PIF gesteuert wird, finanziert werden soll, eine Abfuhr erteilt. Etwaige geplante Events würden für 2026 definitiv keinen Platz in den WorldTour-Kalendern bekommen, stellte man da klar.
"Das von einigen Teams und Organisatoren in Zusammenarbeit mit einem Sport-Investmentfond entwickelte Projekt wurde als unvereinbar mit den Governance- und Regulierungsmaßnahmen der UCI sowie als nicht sportlich kohärent erachtet", teilte die UCI damals mit, betonte aber auch da schon, dass man offen für Gespräche sei.
Lappartient erzählte Wielerflits jetzt: "Wir hatten am Ende ein paar kurze Gespräche, aber da war es schon zu spät. Ich habe in Saudi-Arabien gute Kontakte zum Kronprinzen und zum Minister und weiß, dass sie den Radsport lieben und unterstützen. Allerdings wird OneCycling eher auf niedrigerem Niveau diskutiert. Wir müssen es wahrscheinlich auf einer höheren Ebene angehen, um eine Lösung zu finden."
Der UCI-Präsident wisse allerdings selbst noch viel zu wenig über die Pläne hinter OneCycling, das von einigen großen Teams wie Visma – Lease a Bike, Ineos Grenadiers oder auch Red Bull – Bora – hansgrohe und Rennveranstaltern wie Flanders Classics angetrieben wurde und dem beispielsweise Giro-Veranstalter RCS nicht abgeneigt sein soll – ganz im Gegensatz zur ASO, die das Projekt ablehnt.
"Ich weiß immer noch nicht, wie OneCycling funktionieren soll. Und wie das Geschäftsmodell funktioniert. Wir bei der UCI haben den Vertretern diese Fragen gestellt. Wir haben keine klaren Antworten erhalten. Das ist ein wichtiger Punkt für uns", sagte Lappartient nun.
"Wir können in der WorldTour keine zwei Divisionen haben: eine für die Rennen von OneCycling und eine für die Rennen außerhalb von OneCycling. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Teams nicht selbst Rennen oder Rennserien organisieren dürfen. Diese Kombination ist nach den UCI-Regeln nicht erlaubt. Und das wollen wir auch nicht."
Die hinter OneCycling stehenden Teams und Rennveranstalter wollen gemeinsam unter anderem durch neue Events in neuen 'Märkten', also neuen Radsportländern, neue Einnahmequellen schaffen. Bestandteil der Planungen ist eine Zentralvermarktung von TV-Rechten oder Werbe-Möglichkeiten rund um Veranstaltungen, an der auch Rennställe als Teilhaber beteiligt würden. Ticketing-Systeme für neuralgische Streckenpunkte bei großen Rennen wurden ebenfalls angedacht.
Vor allem aber wollten die Ideengeber, zu denen mit Flanders Classics - dem Veranstalter von Wettkämpfen wie der Flandern-Rundfahrt - einer der drei größten Renn-Veranstalter gehört, auch eine klarere Struktur im vollgeladenen und sehr diversen Rennkalender schaffen, um die Top-Fahrer häufiger bei denselben Rennen zusammenzubringen.
Nach Informationen von RSN war Teil dieser Idee auch, dass innerhalb des großen 30-Mann-Kaders eines WorldTour-Teams für jede Saison ein zehn- bis zwölfköpfiger OneCycling-Kader mit den Top-Fahrern jedes Teams – die genaue Größe steht noch nicht fest – benannt wird, aus dem heraus die OneCycling-Rennen beschickt werden müssten.
So soll eine Rennserie von Top-Events mit immer hervorragender Besetzung entstehen, die dann hoffentlich besser vermarktbar wäre und zusätzlich zu den Traditions-Events in Europa mit neuen Rennen beispielsweise in Asien, Afrika oder Süd- und Mittelamerika neue Märkte erschließen würde. Gerade die Idee einer neuen Rennserie neben oder auch innerhalb der WorldTour gefällt der UCI aber ganz und gar nicht.
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