WM-Straßenrennen bleibt Ziel, “wenn die Form passt“

Lipowitz gibt bei Giro della Toscana Comeback nach Schlüsselbeinbruch

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Lipowitz gibt bei Giro della Toscana Comeback nach Schlüsselbeinbruch"
Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

02.09.2026  |  (rsn) – Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) wird sieben Wochen nach seinem Sturz im Einzelzeitfahren der Tour de France, bei dem er sich einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, sein Comeback geben. Beim Giro della Toscana (1.1) kehrt der 25-Jährige am 9. September ins Renngeschehen zurück.

Damit schaffe Lipowitz den Wiedereinstieg zu dem Rennen, das auch ohne Verletzung den Startpunkt für seine zweite Saisonhälfte nach der Frankreich-Rundfahrt hätte darstellen sollen, teilte der deutsche WorldTour-Rennstall am Mittwochmorgen mit. Gleichzeitig betonte man aber auch, dass es in der Toskana weniger um ein Ergebnis, als vielmehr um eine "Standortbestimmung für die verbleibenden Wochen der Saison" gehe.

Während Trainingsdaten zeigen können, wie der rein physische Formstand ist, zeige erst ein Rennen, "wie der Körper auf Renntempo, Positionskämpfe, wechselnde Belastungen und mehrere intensive Rennstunden reagiert", erklärte man und zitierte Lipowitz selbst wie folgt:

"Ich freue mich vor allem darauf, wieder eine Startnummer anzuziehen und Rennen zu fahren. Nach sieben Wochen ohne Wettkampf kann ich noch nicht genau wissen, wo ich stehe. Genau das wollen wir herausfinden."

"Möchte sehen, wie mein Körper auf die Rennbelastung reagiert"

Nach dem Giro della Toscana ist auch ein Einsatz bei der Coppa Sabatini (1.Pro) am Tag darauf, beim Memorial Marco Pantani (1.1 / 12. September) oder der Trofeo Matteotti (1.1 / 13. September) möglich. Welche dieser Rennen Lipowitz tatsächlich fahre, werde allerdings vor Ort kurzfristig je nach Eindrücken aus den vorherigen Rennen entschieden.

"Für mich geht es bei diesen ersten Rennen nicht um ein Ergebnis. Ich möchte sehen, wie mein Körper auf die Rennbelastung reagiert, wieder in den Rhythmus kommen und dann gemeinsam mit dem Team entscheiden, was in dieser Saison noch möglich ist", so Lipowitz. Nach dem Rennblock in Italien werde dann mit dem Performance Team bei Red Bull – Bora – hansgrohe zusammen entschieden, was in dieser Saison noch möglich ist.

Ein wichtiges Thema dabei ist natürlich auch die Straßen-Weltmeisterschaft auf schwerer Strecke in Montreal am 27. September. Die gehörte in dieser Saison zu einem der Ziele des Deutschen und ist das wohl auch weiterhin.

"Wenn die Form passt, würde ich sehr gerne zur WM fahren"

"Natürlich ist die WM ein Rennen, das mich reizt. Aber für mich ist auch klar: Wenn die Form nicht stimmt, möchte ich keinem anderen Fahrer einen Startplatz wegnehmen. Wir haben viele starke deutsche Fahrer, denen der Kurs in Montreal liegt. Deshalb will ich die ersten Rennen abwarten und ehrlich schauen, wo ich stehe. Wenn die Form passt, würde ich sehr gerne zur WM fahren – aber da mache ich mir jetzt gar keinen Druck", erklärte der 25-Jährige.

Im Rahmen der Comeback-Ankündigung erklärten das Team und Lipowitz gemeinsam auch, wie die Zeit seit dem Sturz im Tour-Zeitfahren am 21. Juli in Thonon-les-Bains verlaufen sei. "Operation, Ruhe, Reha, Neuaufbau der Form", fasste man die sieben Wochen zusammen und bestätigte, dass der 9. September mit dem ohnehin geplanten Wiedereinstieg in der Toskana dabei immer eine Art Orientierungspunkt geblieben sei – wenn auch ohne Druck.

Zehn Tage Ruhe, dann Reha im APC

Auf die noch in der Nacht nach dem Sturz durchgeführte Operation folgte zunächst eine zehntägige Ruhephase, bevor Anfang August im Red Bull Athlete Performance Center in Thalgau in Österreich die Reha begann, wo schon bald auf die ersten längeren Rolleneinheiten absolviert wurden.

"Die ersten Tage nach der Operation ging es für mich vor allem darum, die nötige Ruhe zu haben. Als ich dann wieder mit dem Training beginnen konnte, war das ein wichtiger Schritt. Natürlich merkt man nach so einer Pause, dass noch einiges fehlt. Aber von Einheit zu Einheit ging es vorwärts", erzählte Lipowitz und John Wakefield in seiner Rolle als Cheftrainer des Teams erklärte:

"Bei einer Rückkehr nach einer Verletzung geht es nicht darum, möglichst schnell wieder das alte Trainingspensum zu erreichen. Wir müssen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit parallel entwickeln. Bei Florian haben wir früh gesehen, dass wir gute Fortschritte machen und den ursprünglich geplanten Wiedereinstieg zumindest als realistisches Ziel verfolgen können. Entscheidend ist aber, dass wir jeden Schritt anhand seiner Reaktion auf die Belastung bewerten – und nicht anhand eines Datums im Kalender."

Dass der 9. September in der Toskana nun tatsächlich das Datum für den Wiedereinstieg geblieben ist, ist also zwar einerseits kein Zufall, gleichzeitig aber wohl auch keine erzwungene Termintreue.

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