Van Aert beeindruckt wieder als Anfahrer

Erfolgreicher Rollentausch: Brennan holt dritten Vuelta-Etappensieg

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Erfolgreicher Rollentausch: Brennan holt dritten Vuelta-Etappensieg "
Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) hat die 11. Vuelta-Etappe gewonnen. | Foto: Cor Vos

02.09.2026  |  (rsn) – Nachdem es im gestrigen Finale nicht wie gewünscht geklappt hatte, griffen bei Visma – Lease a Bike auf der 11. Etappe der Vuelta a Espana alle Rädchen wieder ineinander. Nach perfekter Vorbereitung durch Christophe Laporte und Wout van Aert holte sich Matthew Brennan über 153 Kilometer von Cartagena nach Lorca im Sprint überlegen seinen bereits dritten Tagessieg bei dieser Spanien-Rundfahrt.

Dem Franzosen Bryan Coquard (Cofidis) blieb Platz zwei vor dem Belgier Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) und dem Dänen Magnus Cort (Uno-X Mobility), der gestern den zweiten Platz belegt hatte. Van Aert kam vor dem Franzosen Hugo Hofstetter NSN) auf den fünften Platz.

”Wir haben heute wieder die Initiative ergriffen. Die Junge sind trotz des schweren gestrigen Tages so schnell gefahren, wie sie konnten. Als wir ins Finale kamen, haben wir unsere Position vorn gut verteidigt. Wir waren alle stark genug, um dort zu sein, wo wir sein wollten. Die Jungs haben auf den letzten zehn Kilometern einen tollen Job gemacht und uns genau dort in Position gehalten, wo wir sein mussten. Wir konnten alle Probleme vermeiden und gewinnen. Jetzt sind wir superhappy“, strahlte Brennan im Flash-Interview.

Nachdem der Grand-Tour-Debütant sich gestern in den Dienst seines Teamkollegen van Aert gestellt hatte, wurden bei Visma – Lease a Bike heute wieder die Rollen getauscht. Der Paris-Roubaix-Sieger spannte sich im Finale vor seinen jüngeren Teamkollegen, der zum dritten Mal jubeln konnte und damit die Marke von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) egalisierte, der beim Vuelta-Debüt vor sieben Jahren ebenfalls drei Etappensiege gefeiert hatte.

Brennan dankt dem Team: “Wir haben fantastische Champions“

“Wir haben fantastische Champions im Team. Wir haben Fahrer, die bei Grand Tours auf dem Podium standen oder sie sogar gewonnen haben. Wir haben auch Fahrer, die große Klassiker gewonnen haben. Dass sie jedes Mal für mich fahren, ist fantastisch und ich bin wirklich dankbar, dass sie für mich Vollgas fahren“, lobte Brennan seine routinierteren Mannschaftskollegen.

Dagegen verpasste der 34-jährige Coquard seinen zweiten Vuelta-Tageserfolg am Ende deutlich, nachdem seine Equipe gemeinsam mit Visma im Etappenverlauf viel gearbeitet hatte. ”Wir haben heute und gestern den ganzen Tag über gut mit Visma zusammengearbeitet. Wir hatten Selbstvertrauen, aber wenn man gegen Laporte, van Aert und Brennan fahren muss, kann man wenig ausrichten. Ich wollte schlau sein und habe mich hinter Brennan positioniert, aber es war nichts zu machen, er war der Schnellste“, erkannte der Routinier die Überlegenheit seines Gegners im Eurosport-Interview an.

Red-Bull-Sprinter Meeus war im Finale zunächst perfekt an Brennans Hinterrad positioniert, büßte dann aber entscheidende Meter ein, wie er gegenüber Eurosport erklärte. “Wir sind etwas nach hinten gespült worden. Danach wurde es sehr chaotisch: Ich war nicht in der richtigen Position, und am Ende wurde ich auch noch etwas blockiert, als ich 400 Meter vor dem Ziel beschleunigen wollte“, sagte der 28-jährige Belgier, der für sich aber auch noch ein positives Fazit zog: “Ich habe mich den ganzen Tag über sehr gut gefühlt und konnte auch im Anstieg weit vorne das Tempo mitgehen. Dann bin ich etwas nach hinten gefallen, aber die Energie war immer noch hoch, und ich habe mich gut gefühlt. Im Finale hat es dann etwas gefehlt.“

Der Spanier Enric Mas (Movistar) behauptete ein weiteres Mal ohne Probleme das Rote Trikot und führt die Gesamtwertung weiterhin mit 1:18 Minuten Vorsprung auf den Slowenen Slowene Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) an. Dritter bleibt mit 1:39 Minuten Rückstand der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM).

Der 31-jährige van Aert baute die Führung in der Punktewertung aus. Der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) verteidigte das Gepunktete Trikot des besten Kletterers, der Brite Oscar Onley (Netcompany – Ineos) trägt als Gesamtvierter weiterhin das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Galls Decathlon-Equipe führt unverändert die Teamwertung an.

So lief die 11. Etappe der Vuelta a Espana:

Ohne den in den vergangenen Tagen erkrankten Mads Pedersen (Lidl – Trek) wurde am Mittag das zehnte Teilstück gestartet. Kurz nach dem Start formierte sich die Gruppe des Tages, die zunächst aus Domen Novak (UAE - Emirates - XRG), David de la Cruz (Pinarello - Q36.5) und Ethan Hayter (Soudal - Quick-Step) bestand. Kurz darauf erhielt das Trio auf flachem Terrain noch Begleitung von Sinuhé Fernandez (Burgos - Burpellet - BH), der damit bereits zum vierten Mal im Verlauf dieser Vuelta als Ausreißer unterwegs war. Die vierköpfige Gruppe fuhr sich einen Vorsprung von rund eineinhalb Minuten.

Wie schon am Vortag, so übernahmen auch diesmal Visma – Lease a Bike und Cofidis im Feld die Verfolgungsarbeit, wogegen sich Movistar ein weiteres Mal zurückhalten konnte. Als nach 60 Kilometern einige Teams versuchten, das Feld auf der Windkante zu splitten, ging der Rückstand zur Spitze sogar auf nur noch eine halbe Minute zurück – und kurz darauf waren die Ausreißer bereits 90 Kilometer vor dem Ziel wieder eingefangen. Danach beruhigte sich das Geschehen, so dass eine rund 30-köpfige Gruppe, die zwischenzeitlich abgehängt worden war, wieder der Anschluss an das Feld gelang.

Prompt versuchte es Hayter erneut und erhielt diesmal Unterstützung durch Larry Warbasse (Tudor). Doch wieder hielten Visma und Cofidis die Ausreißer an der kurzen Leine. Hayter gewann kampflos 42 Kilometer vor dem Ziel den Zwischensprint, wenige Sekunden hinter dem Spitzenduo sicherte sich van Aert noch 15 Punkte für Platz drei. Fünf Kilometer später waren Hayter und Warbasse am Fuß des Anstiegs zum Alto de Aledo (3. Kat.) wieder im Feld verschwunden.

Das Streckenprofil der 11. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter

Hier dünnte Pinarello in Gestalt von Eddie Dunbar mit hohem Tempo das Feld aus. Diesmal schloss van Aert für seinen Teamkollegen Brennan die kurzzeitig entstandene Lücke und holte sich sogar die mit drei Zählern ausgezeichnete Bergwertung vor Buitrago.

Danach jagte das Feld mit hohem Tempo in Richtung Ziel. Auf den letzten sieben Kilometern übernahmen Brennans Helfer Bruno Armirail, Laporte und van Aert das Kommando, ehe Uno-X eingangs der letzten drei Kilometern mit vier Fahrern nach vorne zog. Kurz vor der letzten Spitzkehre brachte Laporte dann aber van Aert und Brennan zurück an die Spitze, an der sich der Träger des Grünen Trikots in der Kurve versteuerte.

Dennoch konnte van Aert auf den letzten 400 Metern Brennan den Sprint perfekt vorbereiten. Der junge Brite trat kurz darauf an und holte sich souverän seinen nächsten Etappensieg bei dieser Spanien-Rundfahrt.

Results powered by Cyclingflash.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.09.2026Pogacar: “Schlüsselbein stark, Kopf stark“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wird nach seinem bei der Vuelta a Espana erlittenen Schlüsselbeinbruch zwar kein Rennen mehr in dieser Saison bestreiten können – doch seine Gene

14.09.2026Roglic verpasst Vuelta-Rekord und ist trotzdem zufrieden

(rsn) – Seine möglicherweise letzte Chance auf den Rekord konnte Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) nicht nutzen. Der 36-jährige Slowene muss sich bei der Vuelta a Espana 2026 mit dem

14.09.2026“Gute Beine, große Ziele“: Van Aert blickt auf die WM

(rsn) – Die Übergänge waren fließend! Während Wout van Aert mit seinem Teamkollegen von Visma – Lease a Bike gerade die letzten Kilometer der Vuelta a Espana abspulten, wurde beim GP Montreal

14.09.2026Movistar kehrt mit Vuelta-Sieg ins Rampenlicht zurück

(rsn) - Der Gesamtsieg von Enric Mas bei der Vuelta a Espana ist einerseits für ihn selbst ein später, kaum noch für möglich gehaltener Coup. Doch auch für seine traditionsreiche Mannschaft hat d

13.09.2026Johannessen: “Ich habe schon so lange an diese Tür geklopft“

(rsn) – Zum Abschluss der Vuelta a Espana 2026 gab es eine Premiere. Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) holte sich auf der 21. Etappe seinen ersten Tagessieg bei einer Grand Tour vor Alessa

13.09.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

13.09.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 21. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

13.09.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

13.09.2026Mas am Ziel seiner Träume: Spanier erstmals Vuelta-Sieger

(rsn) – Nach drei zweiten Plätzen hat Enric Mas (Movistar) im achten Anlauf erstmals die Spanien-Rundfahrt für sich entschieden. Auf der abschließenden 21. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT)

13.09.2026Vuelta 2027 beginnt in Santiago de Compostela

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

13.09.2026Schlussrunde der 21. Vuelta-Etappe wird neutralisiert ausgetragen

(rsn) – Am Schlusstag der Vuelta a Espana haben die Organisatoren den Forderungen der Teams zumindest teilweise entsprochen. Wie die gewöhnlich gut informierte spanische Sportzeitung AS berichtet,

13.09.2026Auch zum Finale in Granada haben es die Sprinter schwer

(rsn) – Nach den letztjährigen Protesten in Madrid haben die Organisatoren das Vuelta-Finale in den Süden des Landes verletzt. Die 21. Etappe der 81. Spanien-Rundfahrt wird rund um Granada ausgetr

Weitere Radsportnachrichten

18.10.2026Evenepoel zerlegt in Les Herbiers die Konkurrenz

(rsn) – Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat in seinem letzten Einsatz der Saison eine weitere Kostprobe seiner Überlegenheit im Zeitfahren abgegeben. Der viermalige Weltmeister in

18.10.2026McNulty jubelt erstmals im Regenbogentrikot

(rsn) – Brandon McNulty (UAE – Emirates – XRG) hat zum Abschluss der italienischen Straßensaison die Veneto Classic (1.Pro) gewonnen und souverän seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot gefeie

18.10.2026Merlier weist auch am Schlusstag Groenewegen in die Schranken

(rsn) – Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hat sich zum Abschluss der Eneco Tour (2.1) seinen zweiten Tagessieg gesichert. Der 33-jährige Belgier holte sich die 5. Etappe über 149,2 Kilometer run

18.10.2026WM-Vierter Simmons beendet seine Saison mit einem Sieg

(rsn) - Quinn Simmons (Lidl – Trek) hat sich mit einem Sieg in die Winterpause verabschiedet. Der US-Meister entschied den 33. Japan Cup (1.Pro) nach 144,2 Kilometern rund um Utsunomiya im Duell vor

18.10.2026Teutenberg erobert Bahn-Gold am WM-Schlusstag in Shanghai

(rsn) - Mit einem vollständigen Medaillensortiment bestehend aus Gold durch Tim Torn Teutenberg im Ausscheidungsrennen, Silber von Lea Sophie Friedrich im Keirin sowie Bronze durch Roger Kluge und Mo

18.10.2026Weltmeisterin Grabosch wollte nur nicht wieder Vierte werden

(rsn) – Bei der Nationalhymne kamen Paulina Grabosch die Freudentränen. Die Sprinterin stand zum ersten Mal in ihrer Karriere ganz allein auf dem obersten Podiumsplatz bei Bahn-Weltmeisterschaften.

18.10.2026Klein findet in der Pause die Lösung und holt WM-Bronze

(rsn) – Nach Rang drei in der Mannschaftsverfolgung gab es bei der Bahn-WM in Shanghai für Lisa Klein auf derselben Distanz über 4.000 Meter in der Einzelverfolgung ebenfalls Bronze. Die 30-Jähri

18.10.2026Widar schlägt in Nongla Pidcock und gewinnt Tour of Guangxi

(rsn) – Jarno Widar (Lotto – Intermarché) hat sich im Bergaufsprint die abschließende 6. Etappe der 7. Tour of Guangxi (2.UWT) und damit auch den Gesamtsieg bei der letzten WorldTour-Rundfahrt d

18.10.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

17.10.2026Healy: “Es hat dieses Jahr nicht so richtig gepasst“

(rsn) – Nach seinem Tour-Etappensieg 2025 und der WM-Bronzemedaille von Kigali war Ben Healy (EF Education - EasyPost) mit großen Erwartungen in seine fünfte Profisaison gestartet. Doch die verlie

17.10.2026Vercouillie feiert am VAM Berg einen Ausreißercoup

(rsn) – Mit einem Ausreißercoup endete die 4. Etappe der 2. Eneco Tour (2.1). Der Belgier Victor Vercouillie (Flanders – Baloise) sicherte sich über 149,8 Kilometer von Hoogeveen zum VAM-Berg au

17.10.2026Vanthourenhout auch beim zweiten HG Cross vorn

(rsn) – Nach dem Auftakt zur HG-Cross-Serie in Dendermonde am letzten Wochenende hat Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) auch den zweiten Lauf für sich entschieden. Beim Berencross in

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Tour of Mentougou (2.2, CHN)