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10.09.2026 | (rsn) – Stefan Küng hat seinem Tudor-Team den zweiten Tageserfolg bei der 81. Vuelta a Espana beschert. Im 32,1 Kilometer langen Zeitfahren von El Puerto de Santa Maria nach Jerez de la Frontera war der routinierte Schweizer zwei Sekunden schneller als Neoprofi Callum Thornley (Red Bull – Bora – hansgrohe). Joao Almeida (UAE – Emirates – XRG / +0:08) belegte den dritten Rang.
Bester Klassementfahrer wurde Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) mit 19 Sekunden Rückstand auf Platz vier. Der Slowene konnte aber auf den Gesamtführenden Enric Mas (Movistar) nicht den erhofften Zeitgewinn erzielen. Der Spanier fuhr das Zeitfahren seines Lebens und verlor nur 52 Sekunden auf den Tagessieger. Damit verteidigte er sein Rotes Trikot. Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) war 1:47 Minuten langsamer als Küng.
Der 32-Jährige feierte nach dem Sieg bei der Polen-Rundfahrt (2.UWT) seinen zweiten Triumph im Kampf gegen die Uhr binnen kurzer Zeit. Und seine Gesamtbilanz hatte er auf dem Hot Seat auch parat. “Mein 24. Zeitfahrsieg, aber es gab es auch einige (Zeitfahren), die ich verloren habe, ebenfalls mit nur zwei Sekunden oder sogar noch weniger. Am Ende bin ich also einfach super glücklich, hier den Sieg zu holen“, freute sich der Eidgenosse.
Und auch wenn er allein auf dem Heißen Stuhl und dem Podest war, erinnerte er an die, die nicht im Scheinwerferlicht stehen. “Es ist ein Sieg des gesamten Teams, und danke auch an die Jungs hinter mir, die hinter den Kulissen hart arbeiten“, so Küng. Jene “Jungs“ konnten bei dieser Spanien-Rundfahrt schon zum zweiten Mal jubeln. “Es war super zu sehen, wie Marco gewonnen hat. Wir teilen uns bei dieser Vuelta ein Zimmer, daher denke ich, dass das ein ziemlich gutes Ergebnis für unser Zimmer ist“, sagte Küng.
Während der Sieger vorzeitig feststand, blieb es im Kampf ums Klassement spannend. Letztendlich gewann Roglic weniger Zeit auf Mas, als vorher vermutet wurde. “Ohne eine sehr tiefgehende Analyse gemacht zu haben, liefen die Dinge gut und es gab keinerlei Fehler. Technisch hat er keinen einzigen Fehler gemacht, weshalb man damit meiner Meinung nach zufrieden sein muss“, meinte der Sportliche Leiter Patxi Vila gegenüber Eurosport über die Vorstellung von Roglic.
“Wenn man uns vor dieser Vuelta gesagt hätte, dass wir nach diesem Zeitfahren dort stehen werden, wo wir jetzt stehen, dann hätte ich das sofort unterschrieben. Man muss also zufrieden sein und die Dinge optimistisch sehen“, erzählte er weiter. Damit verwies der Spanier auf den Trainingssturz des Slowenen, der dessen Vorbereitung auf die Spanien-Rundfahrt beeinträchtigt hatte.
Mit einer starken Vorstellung bestätigte der 31-jährige Mas auch im Zeitfahren seine bisherigen Leistungen. “Mir ging es eigentlich von Anfang bis Ende richtig gut. Ich denke, die Zeit, die ich verloren habe, habe ich vor allem im ersten Teil liegen gelassen. Aber das hatten wir so einkalkuliert, deshalb bin ich zufrieden“, sagte der Katalane im Ziel zu Eurosport. “Der Druck hat mich am wenigsten beschäftigt. Ich war einfach nur glücklich, das Rote Trikot schon so viele Tage getragen zu haben und es jetzt einen Tag länger tragen zu dürfen, macht mich unglaublich stolz. Es sind ja nur noch drei Etappen“, sagte er mit Blick auf die letzten Tage dieser Spanien-Rundfahrt.
Als bester Deutscher verpasste Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) knapp die Top Ten. Mit 48 Sekunden Rückstand wurde er Elfter. Jasha Sütterlin belegte Rang 19.
Im Klassement liegt Mas nun noch 1:37 Minuten vor Roglic, der Gall überholte. Der Österreicher ist mit 3:01 Minuten Rückstand Dritter. Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) bleibt in der Punktewertung vorn, Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) verteidigte das Bergtrikot. Bester Nachwuchsfahrer bleibt der Gesamtfünfte Oscar Onley (Netcompany – Ineos). Decathlon ist weiterhin bestes Team.
Wie erwartet setzte der Zweite des Auftaktzeitfahrens von Monaco, Ethan Hayter (Soudal – Quick-Step), die erste Richtzeit. Überraschend allerdings war, dass der Brite nur kurz Zeit zur Freude hatte, da sein Landsmann Thornley ihm gleich 30 Sekunden abnahm. Für Spannung sorgte Almeida, der bei der ersten Zeitnahme drei Sekunden schneller war als der Red-Bull-Neoprofi. Bei der zweiten war der Portugiese 27 Hundertstel langsamer. Im letzten Sektor büßte er sechs Sekunden ein, was zunächst Rang zwei bedeutete.
Dann starteten mit Küng und van Aert zwei Favoriten kurz hintereinander. Der Schweizer lag bei der ersten Zeitnahme eine Sekunde hinter Almeida. Bei der zweiten übernahm er elf Sekunden vor Thornley die Spitze, im Ziel waren es dann aber nur noch derer drei. Van Aert konnte dahingegen nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen. Der Belgier reihte sich im Ziel auf Rang vier ein.
Das Streckenprofil der 18. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Im Kampf der Klassementfahrer war wie erwartet Roglic schon bei der ersten Zeitmessung der Schnellste, während Gall und Mas fast zeitgleich waren. Auf Küng wies der Slowene aber bereits sieben Sekunden Rückstand auf. Bis zur zweiten Zwischenzeit wuchs der auf 14 Sekunden an, so dass Küng den Champagner schon kaltstellen lassen konnte. Im zweiten Abschnitt fuhr sich Mas gegenüber Gall einen Vorsprung von 20 Sekunden heraus, während Roglic sich 14 Sekunden hinter Küng auf Rang sieben einreihte.
Bis zum Ziel kamen noch weitere vier Sekunden hinzu, was für Rang vier vor van Aert reichte. Der Abstand zwischen Mas und Gall wuchs auf fast eine Minute an, während der Spanier nur 33 Sekunden auf Roglic einbüßte.
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