Riderman - Bad Dürrheim - Rennbericht

Team Strassacker: Gemeinsam zum Gesamtsieg

Von Benedikt Fundel

Foto zu dem Text "Team Strassacker: Gemeinsam zum Gesamtsieg"
Gesamtsieger des Riderman wurde Florian Sauer (M.), vor Reinhardt Geyser (l.) und Luis-Joe Lührs | Fotos: Team Strassacker

11.09.2026  |  Nach dem harten Ötztaler Radmarathon stand für das Team Strassacker nur fünf Tage später die nächste Herausforderung auf dem Programm: Das Drei-Etappen-Rennen Riderman in Bad Dürrheim, schon seit Jahren fester Bestandteil des Team-Rennkalenders. Die Titelverteidigung war für Strassacker das auserkorene Ziel für die drei stets stark besetzten Renntage im Schwarzwald. Gesagt - getan: Am Ende konnte Florian Sauer die Gesamtwertung erneut für sich und das Team entscheiden.

Traditionell beginnt der Riderman bereits am Freitag mit dem Auftakt-Zeitfahren in Bad Dürrheim. Auf neuer Strecke mussten sich die elf Fahrer des Teams Strassacker alleine im Kampf gegen die Uhr beweisen. Bei windigen Bedingungen konnten Moritz Palm und Florian Sauer gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen setzen: Mit den Plätzen zwei und drei in der Tageswertung war eine perfekte Ausgangssituation für die folgenden Etappen geschaffen. Allein Benedikt Helbig mussten die beiden sich an diesem Tag geschlagen geben.

Auch der Rest des Teams lieferte solide Leistungen ab, obwohl nicht alle Fahrer mit Zeitfahrrädern starten konnten. Aber am Samstag konnte so die gesamte Equipe aus dem ersten Startblock ins Rennen gehen, um die beiden Team-Kapitäne zu unterstützen.

Die zweite Etappe wurde gesittet um 12 Uhr gestartet, sodass das Team gemeinsam und entspannt in den Tag gehen konnte. Bei heißen Temperaturen ging es direkt hektisch los. Die nach dem Massensturz im letzten Jahr angepasste und sicherere Strecke führte nach nur wenigen Kilometern nach einer scharfen 180-Grad-Kurve steil bergauf nach Aasen - was schnell zu einer ersten Selektion führte. Unsere beiden Kapitäne konnten sich souverän an der Spitze behaupten.

Defekt im Anstieg: absteigen, richten, nachfahren...

Leider kam hier unser Fahrer Jakob Keller zu Fall, der die Etappe dann mit Defekt aufgeben musste. Auch mich, Benedikt Fundel, ereilte in diesem Anstieg ein Defekt - absteigen, richten, nachfahren. Kurz vor Öfingen hatte ich die erste Verfolgergruppe wieder eingeholt, in der sich unsere Fahrer Nils Kessler, Marc Hepperle und Dennis Höllige fanden.

Im Anstieg nach Öfingen war die Mission dann klar: Den Anschluss an die Spitze wiederfinden. Nils Kessler und ich attackierten aus der Gruppe heraus und konnten oben angekommen glücklicherweise an den "Bus" des Teams, Ben Witt andocken. Mit hohem Energieeinsatz konnten wir drei auf den nächsten zehn Kilometern wieder zur Rennspitze aufschließen. Mit Joshua Höllige, Marvin Schmid, den beiden Kapitänen Moritz und Flo und uns drei war das Team nach hektischem Anfang so wieder dort, wo es sein wollte.

Das Team Strassacker in Bad Dürrheim

In der folgenden Rennphase galt es für uns zu kontrollieren. Schon nach kurzer Zeit war das aber wohl nicht mehr im Sinn der Konkurrenz. In einer Reihe kurzer, knackiger Anstiege wurde immer wieder attackiert, und die Gruppe an der Spitze dezimierte sich zunehmend. Den Attacken fielen auch einige der Strassacker-Fahrer zum Opfer - nicht jedoch Florian Sauer und Moritz Palm. Unterstützt von Joshua Höllige und Marvin Schmid konnten sich die beiden souverän an der Spitze behaupten.

Erst im letzten Drittel der Etappe löste sich schließlich eine kleine Gruppe aus drei Fahrern, mit dabei Florian Sauer, begleitet von Ex-WorldTour-Profi Luis-Joe Lührs und dem Südafrikaner Reinhardt Geyser aus dem starken "Team Aerobole Steroide". Tim Jäger vom Team Sebamed war kurzzeitig dabei, verlor bald aber den Anschluss. Flo widerstand den Attacken der Team-Kollegen Lührs und Geyser und sicherte sich wertvolle Sekunden am Bonus-Sprint. Am letzten Anstieg konnte er sogar Lührs distanzieren, der bis dahin viel für seinen Kollegen Geyser gearbeitet hatte.

Gute Ausgangssituation für den letzten Tag

Die Etappe endete mit einem Zielsprint aus dieser Gruppe heraus, den der Reinhardt Geyser für sich entscheiden konnte. Florian Sauer folgte ohne Zeitabstand direkt dahinter und sicherte sich somit die Führung im Gesamt-Klassement. Moritz Palm konnte dahinter aus der Verfolgergruppe den Sprint um Platz vier für sich entscheiden - eine gute Ausgangssituation für Sonntag.

Mit dem Rosa Trikot des Führenden war die Team-Taktik für Sonntag klar: Geschlossen kontrollieren und ein Auge auf den starken Reinhardt Geyser haben. Nach dem wie am Samstag hektischen Rennstart hoch nach Aasen ging dieser Plan im Verlauf des Rennens nahezu perfekt auf. Marc Hepperle, Dennis Höllige, Jakob Keller und Ben Witt kontrollierten das Feld im ersten Renndrittel - bis zum langen Anstieg nach Hausen. Dort gab es eine kurze Schrecksekunde für Joshua Höllige, der aufgrund eines anderen Fahrers zu Fall kam, aber weiterfahren konnte.

Im weiteren Rennverlauf übernahmen vor allem Nils, Marvin und ich die Verantwortung und führten das dezimierte Feld in Richtung Ziel. Zwar versuchten die Herausforderer immer wieder Attacken zu setzen, waren aufgrund der guten Nachführarbeit unseres Teams aber lange Zeit nicht erfolgreich.

Erst zehn Kilometer vor dem Ziel änderte sich das: Am letzten giftigen Anstieg in Pfohren führte Moritz Palm mit Florian Sauer am Hinterrad von vorne in das Steilstück. So konnte den Mann in Rosa die erwartete Attacke von Geyser nicht überraschen und er schnappte sich dessen Hinterrad.

Auf der Zielgeraden dann das gleiche Bild wie am Vortag: Geyser sicherte sich mit einem starken Sprint souverän den Tagessieg, vor Florian. Dessen Fokus lag aber auf der Gesamtwertung - und die verteidigte er mit Bravour: Nach einer hervorragenden Team-Performance und einer sehr starken individuellen Leistung konnte Flo das Rosa Trikot verteidigen und den Riderman am Sonntag als Gesamtsieger beenden, vor Geyser und Lührs.

Ben Witt: sein letztes Rennen in Celeste

Moritz Palm wurde wieder starker Achter und konnte sich Platz vier in der Gesamtwertung sichern, und den zweiten Platz in der Altersklasse Masters I. Ben Witt hatte im Ziel ebenfalls Grund zum Jubeln: Bei seinem letzten Rennen in Celeste konnte er das Team ein weiteres Mal mit seinem beeindruckenden Standgas und seiner Rennerfahrung unterstützen - und sich nebenbei den zweiten Platz in der Masters-II-Wertung sichern. An dieser Stelle nochmals: Vielen Dank, lieber Ben, für deinen unermüdlichen Einsatz für das Team Strassacker, auf und neben dem Rad!

Das Ziel für das Wochenendes ist mit diesem Ergebnis nicht nur erreicht, sondern übertroffen - dank der geschlossen starken Leistung der ganzen Equipe aus Süßen: Das Rosa Trikot für das Team und weitere starke Platzierungen auf dem Podium. Und eines ist sicher: Wir kommen wieder!

Für das Team Strassacker geht es schon am kommenden Wochenende weiter, in Stuttgart beim Heimrennen BrezelRace. Somit stehen die Zeichen gut für einen schönen Abschluss der Straßen-Saison 2026.

Benedikt Fundel ist Fahrer im Team Strassacker.

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