Mehr Freude als Erleichterung nach Roubaix-Triumph

Van Aerts Traum vom Flandern-Sieg: “Wird zunehmend schwerer“

Von Felix Mattis

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Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) auf dem Weg zu Platz vier bei der Flandern-Rundfahrt 2026. | Foto: Cor Vos

06.11.2026  |  (rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat in einem Interview mit dem Fiets Magazine auf seinen Triumph bei Paris-Roubaix am 12. April 2026 zurückgeblickt und im selben Gespräch auch über seine Chance gesprochen, sein Heim-Monument, die Flandern-Rundfahrt, noch seinem Palmares hinzuzufügen. Dort kam er dem Sieg 2020 bereits sehr nah, als er im Sprintduell nur hauchdünn Mathieu van der Poel unterlag und Zweiter wurde.

Nun unterstrich der Belgier, dass die 'Ronde' zwar einerseits immer schwerer zu gewinnen wird, andererseits aber Roubaix ihm gezeigt hat, dass man immer weiter an seine Chance glauben muss.

"Irgendwo tief in mir habe ich nicht erwartet, dass es dieses Jahr klappt. Das hat mir gezeigt, dass ich es immer weiter versuchen muss. Es gibt Fahrer, die bessere Karten haben, aber es gibt auch nur wenige Fahrer, die Möglichkeiten wie ich bekommen. Diese Chance kann immer kommen, und dann muss ich bereit sein", sagte der 32-Jährige. "Das trifft auch auf die Flandern-Rundfahrt zu."

Van Aert stand bei Paris-Roubaix in dieser Saison zum siebten Mal am Start und gehörte von seiner Premiere an eigentlich immer zum Favoritenkreis. 2021 wurde er Siebter, 2022 Zweiter, 2023 Dritter und 2025 Vierter bevor es nun 2026 endlich mit dem Sieg klappte, den viele Beobachter längst für überfällig hielten.

"Das Wort 'endlich' kommt oft"

"Das Wort 'endlich' kommt oft. Das habe ich auch in den Reaktionen gespürt. Scheinbar habe ich viele Leute glücklich gemacht", sagte van Aert, erklärte aber auch zu seinen eigenen Gefühlen: "Die 'Erleichterung' wäre zwei Jahre vorher vielleicht sogar noch größer gewesen. Damals habe ich noch mehr das Gefühl gehabt, dass ich diesen Sieg brauche, um meine Karriere zu einem Erfolg zu machen. Und natürlich war auch jetzt noch Erleichterung dabei, nach all der Arbeit, die ich reingesteckt habe. Aber vor allem war es in erster Linie ein besonderer Moment der Freude."

Nun würde van Aert natürlich auch die Flandern-Rundfahrt noch gerne gewinnen. Doch ihm ist bewusst, dass das rein physiologisch umso schwerer wird. Im Finale über Oude Kwaremont und Paterberg am Ende eines extrem kräftezehrenden Rennens hatten es die schwereren Klassiker-Asse wie er oder van der Poel und Mads Pedersen zuletzt immer schwerer gegen den in Oudenaarde bereits drei Mal siegreichen Tadej Pogacar sowie 2026 auch gegen Remco Evenepoel.

"Muss weiter dran glauben, aber auch realistisch sein"

"Es ist kein Zufall, dass es speziell in Roubaix geklappt hat. Das ist eins der wenigen Monumente, wo ich eine mehr als realistische Chance habe. Die Flandern-Rundfahrt wird zunehmend schwerer, besonders in Anwesenheit von Pogacar und Remco Evenepoel", meinte van Aert. "Ich muss weiter dran glauben, aber auch realistisch sein."

Die Erkenntnis aus Roubaix ist, dass nach wie vor alles möglich ist, wenn das Rennen richtig verläuft. Und dass es vielleicht gerade dann klappen kann, wenn kaum mehr damit gerechnet wird – und vor allem wenn der innere Druck nicht mehr so groß ist, etwas erreichen zu müssen. Genau das könnte van Aert für die Ronde 2027 nach drei vierten Plätzen in Folge wieder sehr gefährlich machen.

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