Jayco blamiert sich bis auf die Knochen

Sein Team und Plapp machen Eddy zum Australischen Meister

Von Kevin Kempf

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Patrick Eddy fuhr letztes Jahr noch für Picnic - PostNL. | Foto: Cor Vos

11.01.2026  |  (rsn) – “Ich glaube es nicht! Als die Gruppe weg war, dachte ich, dass es vorbei war.“ Patrick Eddy (Brennan) wurde direkt nach seinem sensationellen Titelgewinn bei der Australischen Meisterschaft zum Ziel-Interview gebeten. Kurz davor hatte er sich aus dem Würgegriff von Jayco – AlUla gelöst und aus einer aussichtslosen Situation einen Sieg vor Luke Plapp (Jayco – AlUla) und Oscar Chamberlain (Decathlon – CMA – CGM) eingefahren.

“Sie hatten uns und ich dachte, dass Luke gewinnen würde“, erklärte Eddy. Luke Durbridge (Jayco – AlUla) hatte im Finale fast uneinholbar in Führung gelegen. Die Situation wurde für die Konkurrenz erschwert, da Jayco bei den Verfolgern die stärkste Fraktion war. Doch dann entschied man sich - allen voran Plapp - bei der WorldTour-Mannschaft, bei der Verfolgung des Spitzenreiters voll mit einzusteigen.

Auf den letzten zwei Kilometern jagten zwei Brennan und zwei Jayco-Athleten den ebenfalls für Jayco fahrenden Führenden. “Ich dachte die Jayco-Jungs würde mich abkochen“, gestand Eddy. Plapp zog im Schlussanstieg durch. “Ich habe mich an seinem Hinterrad festgebissen. Er hatte mich fast erwischt“, blickte der Sieger zurück. Stattdessen erwischte er dann aber Plapp und dessen Mannschaft im Sprint. Kalt.

Er gewann den Spurt von vorn und sicherte sich den Meistertitel. Nach vier Saisons bei Picnic beziehungsweise dessen Vorgänger DSM, von denen er zwei als Berufsradfahrer absolviert hat, kehrte Eddy diesen Winter in die dritte Division nach Australien zurück. “Ich habe mich selbst in den letzten Jahren verloren. Ich sah den Wechsel als Möglichkeit, wieder den Spaß am Radsport zu finden“, reagierte der 23-Jährige.

So lief die Australische Meisterschaft:

Mit noch 41 zu fahrenden Kilometern setzte sich Durbridge aus einem Septett ab, nachdem O’Connor am Schlussanstieg des Parcours Tempo gemacht hatte. Die fünf Kontrahenten der beiden WorldTour-Athleten mussten sich erst sammeln, während Durbridge schnell einige Sekunden Vorsprung erarbeitete. Das Peloton lag da, eingangs der letzten drei Runden, 2:05 Minuten hinten.

Bei der nächsten Zieldurchfahrt hatte sich der Spitzenreiter 1:02 Minuten Vorsprung auf inzwischen wieder acht Verfolger erarbeitet. Das meist von Jay Vine war bis auf 1:47 Minuten herangekommen, wobei der Fahrer von UAE – Emirates – XRG im Anstieg seiner eigenen Arbeit zum Opfer gefallen war. Als das Oktett 21 Kilometer vor dem Ziel fast eingeholt wurde, sprang Kane Richards (Roojai Insurance - Winspace) zu der Gruppe, die er direkt hinter sich ließ. Sein Versuch scheiterte und Conor Leahy (Brennan) löste sich mit Rudy Porter (Jayco – AlUla) als Bewacher.

Dieses Duo kam 59 Sekunden nach Durbridge und rund 10 Sekunden vor einem Dutzend zur letzten Zielpassage. Mit Plapp schloss ein weiterer Jayco-Fahrer kurz danach die Lücke. Damit nahm er den Verfolgern jeglichen Drive und eingangs der letzten zehn Kilometer stieg der Vorsprung von Durbridge erneut an. Auf eine Attacke von Oliver Bleddyn (Brennan) reagierte Plapp dann wieder. Statt sich ans Hinterrad seines Kontrahenten zu setzen, arbeitete er voll mit und warf so sogar einen dritten Angreifer über Bord. Mit noch sechs zu fahrenden Kilometern betrug der Vorsprung von Durbridge lediglich 27 Sekunden.

Das Verfolgerduo bekam einen Kilometer danach Verstärkung von Eddy und O’Connor. Jetzt weigerten sich bei Jayco-Profis endlich, ihren Teamkollegen zu jagen und das Brennan-Duo musste arbeiten. Als Bleddyn auf den letzten zwei Kilometern die Kraft ausging, griff Eddy eingangs des Anstieges an. Das Jayco-Duo blieb dran und als Eddy rausnahm, übernahm Plapp. Mit seinem hohem Tempo schüttelte er aber nur O’Connor ab. Mit noch 800 zu fahrenden Metern holte er mit Eddy am Hinterrad Durbridge an. Als 300 Meter vor dem Ziel das Steilstück hinter den beiden lag, ging der Brennan-Fahrer in die Spitzenposition. Er zog den Sprint als Erster an und Plapp hatte keine Chance, noch vorbeizusprinten.

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