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13.01.2026 | (rsn) – Jonas Vingegaard hat im Rahmen der Teampräsentation von Visma – Lease a Bike am Dienstag in La Nucia in der Nähe von Calpe an der spanischen Costa Blanca offiziell bestätigt, worüber in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert worden war: Der Däne will im Mai den Giro d'Italia gewinnen und damit seine Sammlung an Grand-Tour-Siegen komplett machen.
Trotzdem plant er auch mit einem Start bei der Tour de France im Juli und peilt somit das Double an – in der Überzeugung, mit der Italien-Rundfahrt in den Beinen sogar noch stärker in Frankreich sein zu können als ohne.
"Ich freue mich wirklich auf den Giro – aus vielen Gründen. Ich habe Tour und Vuelta gewonnen und will jetzt auch den Giro gewinnen", begann Vingegaard seine Ausführungen auf der Bühne bei der Teampräsentation.
"Die letzten fünf Jahre hatte ich mehr oder weniger immer dasselbe Programm. Da habe ich eine Veränderung für mich gebraucht, anstatt wieder nur in der Höhe zu sein, dann die Dauphiné zu fahren, wieder in die Höhe zu gehen und dann zur Tour. Ich hatte den großen Wunsch, den Giro zu fahren und wir glauben auch fest daran, dass ich sogar noch besser bei der Tour sein kann, wenn ich den Giro vorher gefahren bin", so der Däne und wurde auf Nachfrage konkreter:
"Wir haben eine Analyse meiner Leistungsdaten aus diesem Jahr gemacht, als ich Tour und Vuelta gefahren bin. Und wir haben gesehen, dass ich zumindest nicht schlechter werde, sondern eher das Gegenteil. Auf der anderen Seite kann man anführen, dass ich bei der Vuelta beide Male (2023 & 2025, d. Red.) krank geworden bin. Trotzdem glaube ich aber, dass ich nach dem Giro bei der Tour de France stärker sein könnte."
Vingegaard, der die Tour de France 2022 und 2023 gewinnen konnte und 2025 auch die Vuelta a Espana zu seinem Palmares hinzufügte, will also nicht nur seine GT-Sammlung komplettieren, sondern sogar Anlauf auf das rosa-gelbe Double nehmen, das zuletzt 2024 Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) gelungen war – auch wenn er weiß, dass das gegen einen Pogacar in der Form der letzten beiden Jahre sehr schwer werden dürfte.
"Ich habe ein Gefühl, wie seit einigen Jahren nicht mehr und bin auch so motiviert wie seit einigen Jahren nicht mehr", meinte Vingegaard, der außerdem verriet, dass er bislang nur vier Rennen für 2026 geplant habe: "Losgehen wird es mit der UAE Tour, dann die Katalonien-Rundfahrt, dann ein Höhentrainingslager und der Giro. Nach der Tour haben wir noch nichts weiter geplant, weil wir erstmal sehen wollen, wie ich mich dann fühle. Es kann also sein, dass meine Saison dann endet – es kann aber natürlich auch sein, dass wir dann nochmal schauen, welche Rennen ich am Jahresende noch fahren kann", so der 29-Jährige.
Im Rahmen der Teampräsentation wurde Vingegaard auch zum überraschenden Karriereende von Simon Yates befragt. "Natürlich ist das ein großer Rückschlag für uns. Simon hätte ein wichtiger Teil in unserem Tour-de-France-Team sein sollen, ein starker Helfer. Jetzt müssen wir schauen. Aber ich habe auch großen Respekt vor seiner Entscheidung – dass er auf sich selbst gehört und gesagt hat: Genug ist genug. Ich hoffe nur, dass er etwas findet, was er nun tun möchte", sagte Vingegaard.