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27.08.2026 | (rsn) – Ein echter Klassiker des Männer- und Frauen-Radsports steht am Wochenende auf dem Programm und bietet eine Abwechslung zum Geschehen bei der Vuelta a Espana: der Bretagne Classic der Männer und der Classic Lorient Agglomeration der Frauen – dasselbe Event mit zwei unterschiedlichen Namen, basierend auf dem traditionsreichen Circuit beziehungsweise Grand Prix de Plouay.
Für die Männer wird es die 90. und für die Frauen die 25. Auflage des Rennens rund um die 6.000-Einwohner-Gemeinde im Morbihan, zu dem in den Tagen zuvor auch internationale Junioren- und Juniorinnenrennen gehören – ein bretonisches Radsport-Festival, das in der deutschen Wahrnehmung seit jeher untergeht.
In diesem Jahr kehrt dabei ein berüchtigter Anstieg zurück, der seit 2019 nicht mehr auf dem Programm stand, traditionell aber das Herzstück der Zielrunde von Plouay war, auf der auch die Weltmeisterschaften 2000 ausgetragen wurden: die Cote de Ty-Marrec.
Die 1,5 Kilometer lange 5-Prozent-Steigung auf breiter Straße beginnt mit einer 10-Prozent-Rampe und wird oben heraus flacher, ehe die Kuppe fünf Kilometer vor dem auf dem 'Boulevard des Championnats du Monde' am Ortsrand von Plouay wartenden Zielstrich erreicht wird.
Das Streckenprofil der Classic Lorient Agglomeration 2026 – das Frauenrennen. | Grafik: Veranstalter
Für die Männer geht es im Finale am Sonntag vier Mal über diesen Anstieg, für die Frauen am Samstag drei Mal. Denn im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als man in Plouay vom alten Rundkurs-Konzept etwas abgerückt war und eher auf große Schleifen durch die Region gesetzt hatte, konzentriert man sich nun wieder mehr aufs nähere Umfeld.
Sowohl das Frauen- als auch das Männer-Rennen beginnen zwar trotzdem mit einer großen Anfangsrunde durchs Morbihan – bei den Frauen eher südlich und südöstlich von Plouay, bei den Männern östlich und nordöstlich – doch nach 140 (Frauen) beziehungsweise 179 (Männer) Kilometern wird der Zielstrich bereits ein erstes Mal überquert und es geht auf zwei beziehungsweise drei 16,6 Kilometer langen Schlussrunden über die Cote de Lezot (1,2 km bei 4,4%) und die Cote de Ty-Marrec (1,5 km bei 5,1%).
Insgesamt stehen für die Frauen am Samstag 172,6 Kilometer und 2.809 Höhenmeter auf dem Programm, was die bislang längste Austragung in der Geschichte bedeutet – im Gegensatz zu den Männern, wo mit 228 Kilometern die kürzeste Distanz seit 19 Jahren wartet. Sie müssen dabei 3.663 Höhenmeter bezwingen.
Das Streckenprofil der der Bretagne Classic 2026 – das Männerrennnen. | Grafik: Veranstalter
Traditionell geht es am Ende in Plouay meist um den Kampf zwischen hügelfesten Sprintern beziehungsweise deren am längsten "überlebenden" Helfern und Puncheuren, die sich an den kurzen, steilen Rampen der Bretagne lösen.
So gewann bei den Männern 2025 Arnaud De Lie im Massensprint, während sich 2024 Marc Hirschi knapp vor dem sprintenden Feld behauptete und 2023 Valentin Madouas aus einer vierköpfigen Kleingruppe heraus eine halbe Minute vor dem Hauptfeld ankam. Bei den Frauen sprintete Mischa Bredewold 2025 aus einem 21-köpfigen Feld zum Sieg, nachdem sie 2024 aus einem Trio heraus gewonnen hatte.
Mit der Rückkehr des Rundkurses und der Cote de Ty-Marrec ändert sich an diesem Konzept nicht allzu viel – auch wenn sich die Schwierigkeiten nun etwas mehr auf eben jenes Finale zu konzentrieren scheinen. Plouay bleibt ein von der Anlage her spannender Herbstklassiker mit offenem Ausgang, der am Wochenende für Radsport-Fans eine willkommene Alternative zur Pogacar-Dominanz bei der Vuelta bieten könnte.
Die Streckenkarte der Classic Lorient Agglomeration – das Frauenrennen. | Grafik: Veranstalter
Die Streckenkarte der Bretagne Classic 2026 – das Männerrennnen. | Grafik: Veranstalter
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