Rad am Ring 2026 - Nürburgring - Rennbericht

Team Strassacker: Vier Rennen - und viele Erfolge

Von Benedikt Fundel

Foto zu dem Text "Team Strassacker: Vier Rennen - und viele Erfolge"
Platz eins im 24-Stunden-Rennen | Foto: Team Strassacker

03.08.2026  |  Seit vielen Jahren zieht es das Team Strassacker traditionell Ende Juli in die "Grüne Hölle" der Eifel. Auf dem legendären Nürburgring starteten die Jungs des Teams dieses Jahr in unterschiedlichen Disziplinen und auf unterschiedlichem Terrain. Aber alle mit dem gleichen Ehrgeiz, mit viel Motivation – und mit Erfolg!

Mit Rad am Ring stand am vorvergangenen Wochenende keine der üblichen Radsportveranstaltungen auf dem Rennkalender des Teams Strassacker. Vom Zeitfahren über ein Gravel-Race bis zum 24-h-Rennen sind völlig unterschiedliche Formate dabei. Und zum erstes Mal wollte sich das Team diesen Herausforderungen in der Breite stellen: Neben dem "Klassiker", dem 24-Stunden-Rennen, an dem das Team wie gewohnt als Vierer-Mannschaft antrat, und dem Jedermann-Rennen über 150 km hatten sich auch für das 50 km lange Gravel-Rennen und die erstmals hier ausgetragene Deutsche Gravel-Meisterschaft jeweils ein Strassacker-Starter gefunden.

Nach den Vorbereitungen für das Rennen, die mit Blick auf das 24-h-Rennen immer etwas aufwändiger ausfallen, wurden am Samstag kurz nach zwölf die beiden Gravel-Fahrer auf die Strecke geschickt. Allen voran Ben Witt, der sich der Herausforderung Deutsche Meisterschaft mit starker Konkurrenz und auf einer anspruchsvollen Strecke auf und abseits der Nordschleife stellen wollte.

Sofort stürzte Ben sich in die erste Steilabfahrt, parallel zur Fuchsröhre. Im staubigen Schotter glich das einem Blindflug, aber er meisterte sowohl die technischen Passagen als auch den langen Schotteranstieg an der Hohen Acht mit beeindruckender Leichtigkeit. Immer weiter arbeitete sich Ben nach vorne, während andere Fahrer in der letzten Runde mit der schweren Strecke, der Hitze und der Belastung zu kämpfen hatten.

Ben Witt auf Platz drei der Deutschen Gravel-Meisterschaft

Ben blieb stabil, und nach 125 Kilometern reichte es zum Podium: "Mit Platz drei hätte ich bei einer Deutschen Meisterschaft wirklich nicht gerechnet. Und wenn es nach mir ginge, hätten wir auch noch ein paar Runden fahren können", sagte Ben mit einem breiten Grinsen im Ziel.

Eine ähnlich bravouröse Leistung zeigte auch Joscha Weber: Unser sportlicher Leiter war dieses Mal nicht nur Supporter, sondern ging selbst über die 50-km-Gravel-Distanz an den Start. Nach den Abfahrten lag Joscha etwas zurück, fuhr aber in den Anstiegen wieder vorbei an der Konkurrenz nach vorn. Im Finale kam es zum Zielsprint um Platz zwei, den Joscha für sich entschied und somit ein weiteres Podium für unser Team einfuhr.

Kurz nach den beiden Gravel-Rennen startete auch das wie jedes Jahr stark besetzte Jedermann-Rennen über 150 Kilo- und über 3000 Höhenmeter. Krankheitsbedingt stark geschwächt, nur mit vier Fahrern am Start, musste das Team taktisch etwas umdisponieren: Es galt, das klassische Ausscheidungsfahren eher defensiv zu gestalten. Die übrigen Mannschaften, insbesondere die Teams Sebamed und Velolease, hatten allerdings andere Pläne.

Ständige Attacken auf dem 150-km-Rennen

Schon in den ersten Runden gab es am Anstieg zur hohen Acht immer wieder Attacken, die jedoch vor allem durch Marvin Schmid und Gastfahrer Philipp Mühlberger stets sauber pariert wurden. Die vier Strassacker-Fahrer konnten so lange geschlossen vorne mitfahren. Nach etwa der Hälfte des Rennens mussten Marvin und Philipp jedoch der vielen Arbeit Tribut zollen und die Spitzengruppe ziehen lassen.

Immer noch vorne dabei waren Moritz Palm und Nils Kessler - allerdings mit starker Konkurrenz. Insbesondere das Team Velolease nutzte seine numerische Stärke in der Spitzengruppe und setzte immer wieder Attacken. Die Strassacker-Jungs ließen sich jedoch nicht abschütteln, sodass es letztlich auf einen Sprint auf der Zielgeraden hinauslaufen sollte.

Diesmal leider zu Ungunsten der Jungs in Celeste: Den Sieg konnte sich Florian Christ vom Team Velolease sichern, gefolgt vom Team Sebamed mit Florian Heidenwag und Tim Jäger. Direkt dahinter beendete Nils das Rennen als starker Vierter. Moritz, der noch bis wenige Tage vor dem Rennen erkrankt war, beendete das Rennen als Siebter. Mit Philipp und Marvin auf den Platzen elf und zwölf konnten wir zwar nicht ganz an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen - aber immer noch eine bemerkenswerte Mannschaftsleistung abliefern, die mit einem zweiten Platz in der Team-Wertung belohnt wurde.

Als letzte ging es um 12:35 Uhr für den Strassacker-Vierer auf die Strecke des 24-Stunden-Rennens. Wie im letzten Jahr eröffnete Flo das Rennen und konnte sich schon in der ersten Runde an der Hohen Acht mit einer kleinen Gruppe absetzen. Mit dabei wie im Vorjahrn das Achter-Team der "Ledschends", vollgepackt mit Größen des deutschen Radsports.

Führung im 24-h-Rennen bereits nach der zweiten Runde

Zusammen mit Miguel Heidemann forcierte dann ich (Benedikt) in der zweiten Runde nochmals das Tempo an der Hohen Acht, sodass wir die Wertung der Vierer-Teams alleine anführten. Den Vorsprung konnten Dennis und Marc dann auf Runde drei und vier auf der immer noch sehr vollen Strecke kontinuierlich ausbauen. Ein Trend, der sich mit Einbruch des Abends festigte.

Auf der sich inzwischen leererenden Strecke wuchs unser Vorsprung auf etwa 20 Minuten an. Nun galt es, kein unnötiges Risiko einzugehen - gesagt, getan. Die milde Nacht überstand das Team ohne größere Vorkommnisse, wenn auch mit erheblichem Schlafentzug.

Umso besser war es, dass sich die vier Team-Fahrer allein auf das Fahren konzentrieren mussten. Alles andere wurde durch die hervorragende Betreuung durch unseren Rad-Sponsor Benotti rund um Bernd Nolte und den vielen freiwilligen helfenden Hände aus dem Haus Strassacker übernommen - ein wichtiger Teil der Team-Leistung, der eine ganz besondere Anerkennung verdient und ohne den der Erfolg nicht denkbar gewesen wäre.

Unser Vorsprung war mit Einbruch der Morgendämmerung auf etwa 30 Minuten angewachsen, sodass die Mannschaft den letzten Rennstunden etwas entspannter entgegensehen konnte. Der auffrischende böige Wind forderte jedoch weiter Aufmerksamkeit auf der Strecke. Gegen kurz nach 12 Uhr durfte ich mich schließlich auf die finale 34. Runde begeben. Eine letzte Genussrunde, bevor wir geschlossen als Team den Zielstrich überquerten.

Ein intensives und insbesondere mental hartes Rennwochenende konnten wir so mit einem Sieg beschließen - ein besonderes Wochenende für das ganze Team. Wir kommen gerne wieder! Nach einer kleinen Pause steht für das Team Strassacker nun am 23. August die ADAC Cycling Tour auf dem Rennkalender, dieses Jahr in Heilbronn. Für uns also praktisch ein Heimrennen, auf das wir uns schon jetzt freuen!

Benedikt Fundel ist Fahrer im Team Strassacker.

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine