Fisher-Black: “Er weiß, dass er eine Chance hat“

Kann Roglic im Zeitfahren Mas das Rote Trikot wegnehmen?

Von Christoph Matt

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Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) im Auftakt-Zeitfahren der Vuelta a Espana | Foto: Cor Vos

10.09.2026  |  (rsn) - 4,05 Sekunden pro Kilometer muss Primoz Roglic (Red Bull - Bora - hansgrohe) schneller sein als Enric Mas (Movistar), um dem Gesamtführenden im zweiten Einzelzeitfahren dieser Vuelta a Espana das Rote Trikot wegzunehmen. Eine ambitionierte Aufgabe, ganz unmöglich ist das Vorhaben jedoch nicht. Die 32,1 weitgehend flachen Kilometer der 18. Etappe liegen dem Slowenen deutlich besser als dem Spanier, mit 2:10 Minuten Vorsprung hat Mas allerdings ein gutes Polster. auf den viermaligen Vuelta-Champion.

Auf einem ähnlichen Profil fuhren beide in diesem Jahr bereits gegeneinander. Das Einzelzeitfahren bei der Tour de Suisse war zwar neun Kilometer kürzer, aber ebenfalls recht flach. Mas verlor 1:17 Minuten auf Roglic; damals ging es für beide um einen Platz in den Top 10, diesmal kämpfen sie um den Gesamtsieg.

An der andalusischen Küste ist der Kurs zwar ähnlich, die Ausgangssituation jedoch eine gänzlich andere. Mas kann seine erste Grand Tour gewinnen, Roglic mit einem fünften Gesamtsieg zum alleinigen Rekordhalter der Vuelta aufsteigen. Am Berg hatte Mas im Duell bisher zwar die Nase vorn, die ganz großen Abstände blieben bisher jedoch aus.

In Spanien ist auch ein psychologischer Kampf zu erwarten: Denn dass das Rote Trikot dem Führenden im Kampf gegen die Uhr Flügel verleihen kann, bewies Julian Alaphilippe 2019 eindrucksvoll bei der Tour de France. Ganz ohne Zeitverlust auf den Slowenischen Zeitfahrmeister wird Mas trotzdem kaum durchkommen. Sollte der Katalane das Trikot verteidigen, hätte er vor den letzten beiden schweren Bergetappen den psychologischen Vorteil, weiterhin in Rot zu fahren, auf seiner Seite.

Roglics Teamkollege Finn Fisher-Black beurteilt die Chancen seines Kapitäns auf das Rote Trikot in Granada positiv: “Er ist zuversichtlich, hat dieses Rennen viermal gewonnen und weiß, dass er immer noch eine Chance hat, es zu gewinnen, besonders da morgen dieses Zeitfahren ansteht. Er weiß, was er tut, und er hat uns auch das Vertrauen gegeben, dass er hier ist, um es zu versuchen”, sagte der Neuseeländer nach der 17. Etappe gegenüber cyclingnews.

Der Dritte im Bunde im Kampf um Rot, Felix Gall (Decathlon - CMA CGM), darf nach dem Zeitfahren eher nicht mit dem Führungstrikot rechnen; der Österreicher wird voraussichtlich auf Roglic ebenfalls Zeit verlieren und angesichts von nur vier Sekunden Vorsprung seinen zweiten Platz einbüßen.

"Er wollte bei der Vuelta sein und das ist großartig”

Dass Roglic überhaupt an der Spitze mitfährt, ist angesichts seiner Vorbereitung alles andere als selbstverständlich. Drei Wochen vor dem Start in Monaco wurde er im Training von einem Auto angefahren und zog sich dabei Prellungen und einen Bluterguss. “Es sagt schon etwas aus, dass er hier sein will, er fährt gerne Rennen, er genießt es, es ist nicht so, als wäre es nur ein Job. Er hätte nach dem Sturz auch sagen können – ich will für den Rest des Jahres nichts mehr damit zu tun haben. Aber er wollte bei der Vuelta sein, er wollte beim Team sein, und das ist großartig”, lobte Fisher-Black die Arbeitsmoral seines Mannschaftskollegen.

Für den 36-Jährigen ist es die letzte Grand Tour im Trikot des Raublinger Rennstalls. Offiziell hat er noch keinen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben; das Ergebnis bei dieser Vuelta dürfte bei den Verhandlungen keine unbedeutende Rolle spielen.

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