Belgier zuversichtlich vor den kanadischen WT-Rennen

Evenepoel: “Würde in Montréal lieber in drei Wochen gewinnen als jetzt“

Von Matthias Seng

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Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) im Training zum GP de Québec. | Foto: Cor Vos

11.09.2026  |  (rsn) – Nach seinem vierten Sieg bei der Clasica San Sebastian (1.UWT) am 1. August hat Remco Evenepoel kein Radrennen mehr bestritten. Mit den beiden kanadischen WorldTour-Rennen in Québec (11. September) und Montréal (13. September) beginnt für den Belgier die letzte Phase einer erfolgreichen Saison, die noch einige Erfolge bringen soll, vor allem bei den Straßenweltmeisterschaften in Montréal (20. – 27. September).

Aber schon bei den beiden Eintagesrennen an diesem Wochenende tritt Evenepoel mit großen Ambitionen an. "Es wäre großartig, eines der beiden zu gewinnen – egal welches und am liebsten beide“, sagte der Kapitän von Red Bull – Bora – hansgrohe in einer Medienrunde mit belgischen Journalisten in Kanada, um dann ergänzend doch Prioritäten zu setzen: "Aber ich würde Montréal lieber in drei Wochen gewinnen als jetzt."

Bei seinen bisher einzigen Teilnahmen in seinem ersten Profijahr 2019 landete Evenepoel in Québec (99.) und Montréal (53.) jeweils unter ferner liefen. Diesmal rechnet sich der mittlerweile 26-Jährige also deutlich mehr aus, wobei ihm der schwerere Kurs von Montréal – auf dem am 27. September auch das WM-Straßenrennen ausgetragen wird – nach eigener Einschätzung eher entgegenkommen sollte.

"Quebec liegt mir auf dem Papier vielleicht weniger“, sagte Evenepoel, der aber auch schon im ersten der beiden Rennen sich gute Chancen zubilligt – und das aus zwei Gründen: "Ich konnte meine Explosivität in den letzten Wochen etwas steigern“, sagte der Tour-de-France-Zweite und fügte als weiteren Faktor an: "Das leicht veränderte Finale in Quebec ist besser für mich – mit einem sehr steilen Abschnitt am Anfang und einem etwas flacheren Teil gegen Ende."

Das sollte auch seinen Teamkollegen Mattia Cattaneo und Maxim Van Gils liegen – “sie können vom Fuß des Anstiegs aus eine sehr starke Attacke starten." Andernfalls “werde ich es auf jeden Fall versuchen“, fügte Evenepoel an.

Mit Blick auf Montréal erklärte er: “Es ist wirklich eine sehr faire Strecke. Die Anstiege siebzehn Mal zu bewältigen, führt zu starker Ermüdung der Beine. Das wird sich am Ende wirklich bemerkbar machen. Die WM ist noch einmal gut siebzig Kilometer länger, was das Rennen noch länger und härter macht."

WM-Double "sowieso ein Ziel meiner Karriere"

In den beiden WorldTour-Rennen gehe es ihm vor allem darum, “wieder ins Gefühl für ein Rundstreckenrennen zu kommen, denn es ist lange her. Und mich ein paar Mal richtig anzustrengen, um einen Trainingsreiz für die WM zu setzen“, sagte Evenepoel, der ein anspruchsvolles Programm vor der Brust hat, das er Punkt für Punkt abarbeiten will.

“Ich konzentriere mich auf jedes Rennen einzeln. Erst Québec, dann Montréal und dann das Zeitfahren. Denn ohne den Sieg im Zeitfahren kann man nicht Doppelweltmeister werden“, sagte er grinsend. Das WM-Double sei “sowieso ein Ziel meiner Karriere. Bei den Olympischen Spielen (in Paris 2024, d. Red.) habe ich es geschafft. Aber eine Weltmeisterschaft ist etwas ganz anderes, weil man dann in diesen beiden (Regenbogen)-Trikots fährt“, hob er die besondere Wertigkeit von WM-Gold hervor.

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