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13.09.2026 | (rsn) - Zum fünften Mal in Serie hat UAE – Emirates – XRG den GP de Montréal (1.UWT) gewonnen. Nach Tadej Pogacar (2022, 2024), Adam Yates (2023) und Brandon McNulty im Vorjahr feierte nun Isaac Del Toro seinen ersten Sieg bei einem Eintagesrennen auf WorldTour-Niveau. Nach 214 Kilometern war der Mexikaner im Zweiersprint stärker als der Franzose Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM), der sich dabei komplett überraschen ließ.
Ebenfalls im Spintduell sicherte sich der US-Amerikaner McNulty den dritten Platz vor seinem Landsmann Quinn Simmons (Lidl – Trek). Der Belgier Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) gewann den Spurt der nächsten acht Verfolger und wurde Fünfter vor Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) und Giulio Ciccone (Lidl – Trek).
Auch ohne Pogacar war UAE in Kanada bei der WM-Generalprobe eine Klasse für sich. “Wir wollen immer eine Überzahl haben, denn wir waren sehr stark. Im Finale war Adam in der Gruppe. Brandon, Quinn Simmons und ich sind dann den Attacken hinten gefolgt. Letztendlich hatten wir eine Situation, die für uns ganz okay war“, blickte Del Toro auf drei UAE-Fahrer unter den Top 8 zurück.
Am stärksten von ihnen war Del Toro, der zum enteilten Seixas auffuhr und dem 19-Jährigen dann keine Chance ließ. Trotzdem meinte der Sieger, dass er keine guten Beine gehabt habe. “Manchmal sind wir alle nur Menschen. Nicht jeder Tag ist super. Ich wollte trotzdem meinen Job so gut wie möglich machen und dank meiner Teamkollegen war das einfacher“, erzählte der Weltranglistenvierte im Ziel-Interview.
Seixas leistete sich einen Fauxpas, als er 150 Meter vor dem Ziel offensichtlich nicht mit dem Sprint seines Gegners rechnete. “Er ist losgefahren und hat mich überrascht. Er hat das wirklich gut gemacht. Danach war er einfach zu stark“, kommentierte der Tour-de-France-Vierte im Ziel-Interview die letzten Meter des Rennens.
Als mit noch 25 zu fahrenden Kilometern an der Côte Camillien-Houde ernst gemacht wurde, konnte Evenepoel nicht mit den besten Sechs mithalten. Seiner rund 25-köpfigen Gruppe fuhr er wenig später im flachen Teil der Strecke davon. Da betrug sein Rückstand zwar schon fast eine Minute, die konnte er aber innerhalb weniger Kilometer schließen, da man sich vorn nicht einig war. Bei der nächsten Passage am schwersten Berg der Runde ging es für den Gewinner des GP de Québec dann allerdings erneut zu schnell.
Für Maximilian Schachmann (Soudal – Quick-Step) reichte es im Gegensatz zum Freitag diesmal nicht zu einem Spitzenresultat. Der 32-Jährige fuhr dennoch ein starkes Rennen, in dem er mehr als 60 Kilometer vor dem Ziel zum Angriff blies und einige Runden vor dem Peloton blieb. Er schloss das Rennen als bester Deutscher auf Position 31 ab.
Schon 107 Kilometer vor dem Ziel wurde eine Neunergruppe um Michal Kwiatkowski (Netcompany – Ineos) und Anders Foldager (Jayco – AlUla) wieder gestellt. Mit noch 79 zu fahrenden Kilometern attackierte Juan Ayuso (Lidl – Trek) mit Michael Leonard (EF Education – EasyPost) an der Côte Camillien-Houde. Während Michael Matthews (Jayco – AlUla) aus dem Feld herausfiel, probierte Emil Herzog (Red Bull – Bora – hansgrohe) vergeblich, die Lücke zu den beiden Ausreißern zu schließen.
Dafür schaffte sein Landsmann Schachmann eine Runde später am Berg den Sprung nach vorn. Er schloss das Loch 65 Kilometer vor dem Ziel. Bei der nächsten Passage an der Côte Camillien-Houde attackierte Wilco Kelderman (Visma – Lease a Bike). Als der Vorsprung des Trios auf das Feld nur noch neun Sekunden betrug, griff Ben Healy (EF Education – EasyPost) an. Im Windschatten des Iren schlossen auch Yates, Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe) und der aufgesammelte Kelderman zur Spitze auf.
Vorn fuhr nun nur noch Leonard, während dahinter Red Bull mit drei Helfern und reduzierter Euphorie Verfolgungsarbeit leistete. Als der Vorsprung der Ausreißer auf 30 Sekunden angestiegen war, übernahmen andere Mannschaften. Eingangs der letzten drei Runden war der Abstand auf 35 Sekunden angewachsen. Direkt anschließend ging es wieder bergauf und Healy attackierte erneut. Mit viel Mühe schloss Van Gils die Lücke. Yates war rund eine Minute später in der Verfolgung Schachmann über Bord und fuhr ebenfalls vor.
Das Streckenprofil des GP Montréal | Foto: Veranstalter
Im 50 Sekunden dahinter folgenden Peloton erhöhte Pidcock die Schlagzahl enorm. Damit reduzierte er seine Gruppe auf rund 15 Fahrer, die er auf 35 Sekunden an die Spitze heranbrachte. Dieser Abstand wurde auch 26 Kilometer vor dem Ziel eingangs der letzten beiden Runden gemessen.
Im folgenden Anstieg flogen beide Gruppen auseinander. Vorn war Healy stärker als seine Begleiter, hinten stürmte McNulty davon. An den Vorjahressieger konnten nach einiger Zeit dessen Teamkollege Del Toro und Seixas heranfahren. Das Trio schloss zum abgehängten Yates auf, der sich vor seine Teamkollegen spannte. Trotzdem konnten in der Abfahrt Pidcock, Ciccone und Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) zum Quartett vorfahren, was allerdings der Zusammenarbeit nicht zuträglich war.
Evenepoel attackierte 50 Sekunden zurückliegend im Flachen und fuhr mit dem unterwegs aufgesammelten Alex Baudin (EF Education – EasyPost) kurz bevor die Glocke geläutet wurde, zum Verfolgerseptett auf. Das ging mit 13 Sekunden Rückstand auf die Schlussrunde. Die nächste Gruppe lag 35 Sekunden hinten.
Seixas erhöht bergauf die Schlagzahl
Bergauf erhöhte Seixas die Schlagzahl, was Eulalio und Yates zum Verhängnis wurde. Einer zweiten Attacke des jungen Franzosen konnte dann niemand folgen. 11,5 Kilometer vor dem Ziel holte er Healy ein, der nichts entgegenzusetzen hatte. Oben verließen den Decathlon-Fahrer etwas die Kräfte, während Del Toro mit einem Sprung nah an ihn herankam und auf den ersten Metern der Abfahrt mit noch 10,7 zu fahrenden Kilometern Anschluss fand. Pidcock, McNulty, Ciccone und Healy waren mit 15 Sekunden Rückstand die ersten Verfolger, Evenepoel folgte mit Baudin, Yates und Eulalio in Sichtweite.
Am Acht-Kilometer-Schild gelang Evenepoel der Anschluss, da war das Spitzenduo allerdings bereits 30 Sekunden enteilt. Von hinten kamen weitere Fahrer an die Verfolgergruppe heran, während Seixas und Del Toro sich langsam auf den Sprint vorbereiteten. Das klappte beim Mexikaner deutlich besser. Er drängte Seixas die Führungsposition auf und überraschte seinen Widersacher dann 150 Meter vor dem Ziel mit seinem Angriff völlig. McNulty und Simmons lösten sich dahinter aus der Gruppe, wobei der UAE-Profi den Sprint gewann. Evenepoel war der Beste weiteren Verfolger.
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