Superstar-Duo erstmals seit 2023 wieder Doppelspitze

Evenepoel und van Aert als Co-Kapitäne zur WM

Von Paul Grosch

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Remco Evenepoel und Wout van Aert bilden erstmals seit 2023 beim WM-Straßenrennen wieder die Doppelspitze Belgiens. | Foto: Cor Vos

07.09.2026  |  (rsn) – Zum ersten Mal seit 2023 stellt Belgien beim WM-Straßenrennen wieder die Doppelspitze aus Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) auf. Die beiden Superstars führen das Aufgebot am 27. September in Montréal an, wie die Sporttechnische Kommission am Montag bestätigte.

Evenepoel wird zudem im Zeitfahren am 20. September versuchen, seine Rekordserie aus drei Regenbogentrikots in Folge weiter auszubauen. Bei den Frauen ruhen Hoffnungen auf Doppelweltmeisterin Lotte Kopecky (SD Worx – Protime).

Evenepoel, Straßen-Weltmeister von 2022, wurde im vergangenen Jahr in Kigali Zweiter hinter Tadej Pogacar. Nach dem bestätigten Saisonende des Slowenen wegen seines schweren Sturzes bei der Vuelta a Espana geht der 26-Jährige als einer der Top-Favoriten ins Rennen. Evenepoel legte nach seinem zweiten Gesamtrang bei der Tour de France und seinem vierten Sieg bei der Clasica San Sebastián (1.UWT), der ihn zum Rekordhalter machte, eine Rennpause ein.

Aktuell bereitet sich der Belgier im Höhentrainingslager in Livigno auf seine Ziele im Herbst vor, bei denen die Weltmeisterschaften in Kanada ganz oben auf der Liste stehen. “Im Moment konzentriere ich mich auf meine Erholung und Ruhe. Danach werde ich wieder in Form kommen und versuchen, Weltmeister zu werden“, hatte Evenepoel im Interview nach seinem Rekord beim Klassiker im Baskenland angekündigt.

Doppelspitze funktionierte bei Olympia in Paris perfekt

Erstmals seit dem Straßenrennen in Glasgow 2023 muss sich Evenepoel die Kapitänsrolle teilen. Van Aert musste 2024 verletzungsbedingt auf die Weltmeisterschaften verzichten. Im vergangenen Jahr ließ der Belgier die WM freiwillig aus. Der schwere Parcours in der Höhe von Kigali war nicht nach dem Geschmack des 31-Jährigen. Diesmal will van Aert wieder nach dem WM-Titel greifen. Im Gegensatz zu Evenepoel konnte sich der Mann aus Herentals, der aktuell bei der Vuelta imponiert, auf der Straße noch kein Regenbogentrikot überstreifen. Zwei zweite Plätze in den Jahren 2020 und 2023 waren bisher das Höchste der Gefühle.

Vor drei Jahren in Glasgow und auch bei Evenepoels Triumph 2022 wurde vor allem in den belgischen Medien daran gezweifelt, dass die beiden Superstars im Nationaltrikot als gleichwertige Kapitäne funktionieren könnten. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 konnte das Duo die Radsportwelt jedoch vom Gegenteil überzeugen. Während Evenepoel früh solo attackierte, parierte van Aert dahinter zahlreiche Attacken von Mathieu van der Poel und verhalf seinem Landsmann somit zum zweiten Olympiasieg, nachdem er bereits das Zeitfahren gewonnen hatte.

 

Ähnlich könnte es auch in diesem Jahr laufen, wobei auch die Rollen vertauscht sein könnten. Van Aert nämlich knüpft derzeit in Spanien mit zwei Etappensiegen und einem komfortablen Vorsprung im Kampf um das Grüne Trikot an seine Glanzzeiten an. Evenepoel hingegen wird am 11.September beim Grand Prix de Québec (1. UWT) in den Rennbetrieb zurückkehren.

Beide Kapitäne werden beim Straßenrennen in Kanada von einem starken Team unterstützt. Mit Tiesj Benoot (Decathlon – CMA – CGM), Quinten Hermans (Pinarello – Q36.5), Thibau Nys (Lidl – Trek), Alec Segaert (Bahrain Victorious), Maxim Van Gils und Gianni Vermeersch (beide Red Bull – Bora – hansgrohe) als Helfer soll erstmals nach vier Jahren wieder der Weltmeistertitel nach Belgien geholt werden.

Im Zeitfahren hingegen sind alle Augen auf Evenepoel gerichtet. Der dreimalige Weltmeister wird versuchen, seine Serie auszubauen und geht als Top-Favorit ins Rennen. Als weitere Starter sind der Belgische Meister Rune Herregodts (UAE – Emirates – XRG) sowie Giro-Etappensieger Segaert dabei. Da Evenepoel als Titelverteidiger über ein persönliches Startrecht verfügt, kann Belgien gleich drei Teilnehmer ins Zeitfahren schicken.

Kopecky führt belgisches Frauen-Aufgebot an

Bei den Frauen setzt Belgien auf Kopecky. Die Straßenweltmeisterin von 2023 und 2024 verzichtete im vergangenen Jahr auf die Titelverteidigung. Diesmal will sich die 30-Jährige nach einer eher durchwachsenen Saison am 26. September erneut das Regenbogentrikot überstreifen. 

Unterstützt wird Kopecky im Straßenrennen von Margot Vanpachtenbeke (Lidl – Trek), Lotte Claes (Fenix – Premier Tech), Justine Ghekiere, Julie van de Velde und Shari Bossuyt (alle AG Insurance – Soudal).

Auch im  Zeitfahren am 20. September soll Kopecky für Belgien die Kohlen aus dem Feuer holen. Die Tour-Zweite von 2023 holte den nationalen Meistertitel in der Eliteklasse von 2019 bis 2025 sieben Mal in Folge. Ihre beeindruckende Siegesserie riss in diesem Jahr, als Kopecky sich mit dem vierten Rang begnügen musste. Zweite belgische Starterin ist Lotte Claes, die sich in diesem Jahr erstmals den nationalen Zeitfahrtitel sicherte und damit Nachfolgerin von Kopecky wurde.

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