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23.09.2016 | (rsn) - Rohan Dennis hat gute Chancen, die 17. Auflage der Eneco Tour zu gewinnen. Der Australier hat am Freitag durch einen Sieg seines BMC Racing Teams im Mannschaftszeitfahren von Sittard-Geleen die Gesamtführung von Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff) zurückerobert. BMC gewann den 20,9 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 54,091 km/h mit sechs Sekunden Vorsprung auf das Team Etixx-Quick-Step und 23 Sekunden vor LottoNL-Jumbo. Sagans Tinkoff-Truppe wurde mit 34 Sekunden Rückstand Achter.
"Das zeigt, warum wir die Besten der Welt sind. Es war ein sehr guter Test für Katar", freute sich Dennis. "Auf den letzten drei Kilometern sind wir 60km/h im Schnitt gefahren, um auf dem Level von Etixx zu sein, und am Ende waren wir sechs Sekunden schneller. Das war ein gutes Finish!" Das BMC-Team hatte in Sittard fünf der sechs Mann an Bord, die im vergangenen Jahr in Richmond nach 38,8 Kilometern mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Etixx-Quick-Step Weltmeister geworden waren. Einzig Silvan Dillier fehlte.
Die Mannschaft von Tony Martin und Marcel Kittel hingegen muss nach den Abgängen von Michal Kwiatkowski und Rigoberto Uran für Katar ohnehin mit einem anders zusammengestellten Sextett planen und hatte von der Richmond-Formation nur noch Martin und Niki Terpstra mit in Sittard, nachdem Tom Boonen am Vortag wegen eines schweren Sturzes aufgeben musste. Entsprechend konnten auch die Belgier zufrieden sein, was Kittel mit geballter Faust beim Überqueren der Ziellinie signalisierte.
"Das war eines der schönsten Team-Zeitfahren, die ich je gemacht habe", sagte auch Martin. "Der Kurs war schön und unser Team war stark und eine Einheit. Jeder hat alles gegeben und war motiviert, hart für ein gutes Ergebnis zu arbeiten. Tom Boonen hat uns leider gefehlt. Er ist superstark und mit ihm als achtem Mann hätten wir mehr Energie sparen können, aber wir sind zufrieden mit der Art, wie wir gefahren sind."
Etixx-Quick-Step löste mit zwischenzeitlicher Bestzeit die bis dato führenden Schweizer von IAM Cycling auf dem heißen Stuhl ab, die hinter Movistar (+ 0:25 Minuten) mit 26 Sekunden Rückstand auf BMC letztendlich starker Fünfter wurden. André Greipels und Marcel Siebergs Lotto-Soudal-Team war zuvor lange an der Spitze gelegen und kam schließlich mit 29 Sekunden Rückstand auf Platz sechs. Giant-Alpecin wurde mit 33 Sekunden noch knapp vor Tinkoff Siebter.
Auf dem Weg zum Gesamtsieg sieht Dennis trotzdem weiterhin Tinkoff-Kapitän Sagan als große Gefahr. Der slowakische Europa- und Weltmeister ist mit 27 Sekunden Rückstand auf den Australier nun Gesamtvierter. "Wenn er ein paar von den Goldener Kilometer-Bonussekunden gewinnt, wird es für uns sehr schwer. Er ist definitiv die größte Bedrohung", so Dennis, der versprach: "Wir haben Greg (van Avermaet), und Taylor (Phinney) ist Zweiter. Wir sind also in einer großartigen Position und haben mehrere Karten zu spielen - und wir werden sie spielen." Taylor Phinney (BMC / + 0:16) und Tony Martin (+ 0:24) liegen noch vor Sagan im Gesamtklassement. Martins Teamkollege Terpstra (+ 0:27) ist zeitgleich mit Sagan Gesamtfünfter.
Die zwei Schlussetappen von Riemst nach Lanaken über 197 Kilometer am Samstag sowie von Bornem nach Geraardsbergen über 198 Kilometer am Sonntag führen über Klassikerterrain. Während am Samstag in Lanaken noch eine Sprintankunft denkbar ist, weil mit dem Muizenberg der letzte Helling bereits 18 Kilometer vor dem Ziel überquert wird, gehört der Sonntag den Klassikerspezialisten.
Sagan, Terpstra und sicher auch der Gesamtachte Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC / + 0:36) werden sich über die Schlussetappe freuen, die drei Mal über die Muur van Geraardsbergen führt und am Ende auch auf halbem Weg hinauf zur berühmten Kapelle auf dem Oudeberg mitten in Geraardsbergen endet - mit 600 gepflasterten Metern zum Abschluss bei 7,6 Steigungsprozenten.
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