Bike Aid-Kapitän vermisst heimisches ProKonti-Team

Holler: “Armutszeugnis für Deutschland“

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Holler: “Armutszeugnis für Deutschland“"
Nikodemus Holler (Bike Aid) wurde im Jahr 2018 unter anderem Zweiter der Tour de Singkarak. | Foto: Cor Vos

10.12.2018  |  (rsn) – Nachdem bereits Teamchef Florian Monreal (Lotto - Kern Haus) im Interview mit radsport-news.com betont hatte, dass Deutschland reif für ein ProKontinental-Team sei, stieß Niko Holler ins gleich Horn. Der Kapitän des Drittdivisionärs Bike Aid bedauert, dass hierzulande kein Zweitdivisionär registriert ist.

"Es kann doch nicht sein, dass es in Deutschland kein Unternehmen gibt, das bereit ist, ein ProKonti-Team zu finanzieren und deutschen Fahrern wie Alex Krieger, Joshua Huppertz oder Lucas Carstensen eine Perspektive zu bieten“, sagte Holler zu radsport-news.com.

Die Situation von vielen deutschen Kontinental-Fahrern sei nach ihrer U23-Zeit " schon fast perspektivlos. Finanziell gesehen, würden “die meisten als Paketzusteller im Auftrag von Hermes und Co. am Ende des Monates besser dastehen. Das ist traurig und ein Armutszeugnis für Deutschland. Nach der U23-Zeit heißt es hier hop oder top“, sagte der 27-Jährige.

Dabei fehle es nicht am Interesse der Fans, wie Holler mit Verweis auf die in dieser Saison neu belebte Deutschland Tour betonte. “Da strömen abertausende Zuschauer an die Rennstrecke und feiern den Radsport und seine Gladiatoren frenetisch an. Das ist paradox und ich hoffe wirklich, dass sich an dieser Situation schnell etwas ändert. Unsere westlichen Nachbarländer machen ja vor, wie es geht“, schloss der Rundfahrtspezialist, der in diesem Jahr drei Siege feierte.

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