Valenciana: Martin bleibt Gesamtdritter

Trentin nutzt Kreisverkehr als Sprungbrett zum Sieg

Von Felix Mattis

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Matteo Trentin (Mitchelton - Scott) gewann die 2. Etappe der Valencia-Rundfahrt in Alicante. | Foto: Cor Vos

07.02.2019  |  (rsn) - Mit einem gekonnten Manöver hat sich Matteo Trentin (Mitchelton - Scott) den Sieg auf dem zweiten Teilstück der 70. Volta a la Comunitat Valenciana (Kat. 2.1) gesichert. Der Europameister aus Italien sprintete im Start- und Zielort Alicante nach 165 Kilometern vor Nacer Bouhanni (Cofidis) aus Frankreich sowie dem Briten Ben Swift (Sky) zum Tageserfolg.

"Letztes Jahr hatte ich einen schlechten Saisonstart mit Stürzen und Verletzungen. Deshalb wollte ich diesmal so gut wie möglich starten, mit einem Sieg oder einer guten Leistung, um entspannter zu den Klassikern zu kommen. Jetzt ist das am ersten Tag gleich gelungen", freute sich Trentin im Ziel über seinen ersten Saisonsieg.

Trentin hatte den seinem Instinkt zu verdanken, bereits mehr als 400 Meter vor dem Ziel einem Vorstoß des Norwegers Sondre Holst Enger (Israel Cycling Academy) zu folgen, der ihn schließlich in perfekter Position in einen Kreisverkehr brachte, von dem aus es nur noch 150 Meter bis zum Ziel waren. "Ich war im Finale am Hinterrad von Luka (Mezgec, sein Anfahrer, Anm. d. Red.), und als ich jemand schon weit vor dem Ziel losfahren sah, ich weiß gar nicht wen, bin ich ans Hinterrad von Bouhanni gesprungen", so Trentin. "Dann konnte ich den Sprint schon bei maximaler Geschwindigkeit starten und es hat funktioniert."

Edvald Boasson Hagen (Dimension Data), der am Mittwoch das Auftaktzeitfahren gewonnen hatte, verteidigte als Tagessechster seine Gesamtführung. Tony Martin (Jumbo - Visma) befand sich nach dem letzten Anstieg 40 Kilometer vor dem Ziel zwar über eine halbe Minute hinter dem Hauptfeld, weil er auf seinen Teamkollege, das Sprint-Ass Dylan Groenewegen, gewartet hatte, konnte rechtzeitig vor dem Ziel aber den Anschluss nach vorne wiederherstellen und ist weiterhin Gesamtdritter.

So lief das Rennen:

Während der ersten zehn Kilometer nach dem Start in Alicante konnte sich noch niemand vom Hauptfeld absetzen, dann aber löste sich eine Gruppe mit acht ProContinental-Fahrern, die in Windeseile zwei Minuten Vorsprung herausfahren konnte. Viel weiter weg ließ das von Dimension Data angeführte Peloton die Ausreißer aber nicht. 2:50 Minuten betrug der Abstand maximal.

Diego Rubio (Burgos - BH) holte sich aus der Gruppe heraus die ersten beiden Bergpreise der 2. Kategorie in Maimo und Canali, bevor Diega Sevilla (Kometa Cycling Team) in Alcoy den einzigen Zwischensprint gewann.

Im 7,8 Kilometer langen und im Schnitt 3,4 Prozent steilen Anstieg zum Alto de Carrasqueta, dem mit 1.017 Metern höchsten Punkt der gesamten Rundfahrt, erhöhte Astana das Tempo im Hauptfeld und sorgte so dafür, dass die Ausreißer kurz vor dem Bergpreis der 3. Kategorie gestellt wurden - 40 Kilometer vor dem Ziel.

Groenewegen abgehängt, Terpstra attackiert

Zu diesem Zeitpunkt war zwar niemand mehr vor dem Feld unterwegs, dafür aber viele Fahrer dahinter. Zu den Abgehängten gehörte auch Sprint-Ass Dylan Groenewegen, auf den sein gesamtes Team Jumbo - Visma wartete - auch der nach dem Auftaktzeitfahren Gesamtdritte Tony Martin. Rund 45 Sekunden Rückstand hatten Groenewegen, Martin und Co. zwischenzeitlich, doch 15 Kilometer vor dem Ziel gelang es trotzdem, den Anschluss ans Hauptfeld wieder herzustellen - um einerseits Groenewegens Chancen auf den Tagessieg zu wahren und andererseits Martins dritten Gesamtplatz abzusichern.

In der Abfahrt zurück nach Alicante versuchte außerdem Niki Terpstra (Direct Energie), sich vom Hauptfeld abzusetzen. Doch der Sieger der Flandern-Rundfahrt aus dem vergangenen Jahr, hatte gegen das jagende Feld keine Chance und wurde bald wieder gestellt. Nachdem zuvor vor allem Mitchelton - Scott und Cofidis sowie Bahrain - Merida für das Tempo sorgten, um Groenewegen auf Distanz zu halten, war es im Finale vor allem das Team Sky, das für seinen Sprinter Ben Swift das Tempo im Feld bestimmte. Auch Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas spannte sich für seinen Landsmann ein.

Sky-Sprintzug lässt sich überrumpeln

Doch auf dem Schlusskilometer ließ sich der Sky-Zug von der Konkurrenz überraschen: Sondre Holst Enger (Israel Cycling Academy) schoss rechts an den Briten vorbei und hatte sowohl Bouhanni als auch Trentin und Sonny Colbrelli (Bahrain - Merida) an seinem Hinterrad. Mit Engers Hilfe bogen sie als erstes in den letzten großen Kreisverkehr 300 Meter vor dem Ziel ein. Dort übernahm Trentin die Führung, und weil es vom Ausgang des mit hohem Tempo zu durchfahrenden Kreisverkehrs zum Ziel nur noch 150 Meter waren, konnte den Europameister niemand mehr überflügeln.

Bouhanni wurde Zweiter vor Swift, Colbrelli und Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) sowie Boasson Hagen, der seine Gesamtführung verteidigte. Groenewegen kam nach dem großen Kraftaufwandes seines Teams nicht über Platz 14 hinaus. Auf Grund des Kreisverkehrs entstanden im Hauptfeld einige Lücken, so dass auch Sekundenabstände innerhalb des 117 Mann umfassenden Hauptfeldes gewertet wurden.

Die 3. Etappe der 70. Volta a la Comunitat Valenciana führt am Freitag über 191 Kilometer vor Quart de Poblet nach Chera. Es ist das längste Teilstück der fünftägigen Rundfahrt, und die erste von zwei Bergankünften - wenn auch nur am Ende eines 5,4 Kilometer langen Anstiegs mit durchschnittlich 4,5 Steigungsprozenten, dem Salto de la Mora.

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