Trotz Platz zwei bei der Schweiz-Rundfahrt

Für Dennis ist das Gesamtklassement der Tour kein Thema

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Rohan Dennis (Bahrain - Merida, li.) wurde Zweiter der 83. Tour de Suisse. | Foto: Cor Vos

24.06.2019  |  (rsn) - Seit einigen Jahren schon verfolgt Rohan Dennis den Plan, sich von einem Zeitfahrer der Weltklasse, der auch einwöchige Rundfahrten gewinnen kann, zu einem GrandTour-Kandidaten zu entwickeln. In die Tat umsetzen konnte der Australier sein Vorhaben bisher nicht. Seit 2016 musste Dennis von den fünf großen Landesrundfahrten, zu denen er antrat, vier vorzeitig beenden. Lediglich beim Giro d’Italia 2018 kam er ins Ziel und belegte Rang 16 des Schlussklassements, seine bisher beste GrandTour-Platzierung.

Nach seiner Vorstellung bei der gestern in Goms zu Ende gegangenen 83. Tour de Suisse jedoch stellen sich einige Beobachter die Frage, ob der mittlerweile 29 Jahre alte Zeitfahrweltmeister nicht auch bereit für einen Coup bei der am 6. Juli in Brüssel beginnenden Tour de France sein könnte. Dennis, der Ende 2018 von BMC zum Bahrain-Merida-Team von Vincenzo Nibali wechselte, musste sich bei der Tour-Generalprobe nur um 19 Sekunden dem Kletterspezialisten Egan Bernal (Ineos) geschlagen geben.

Rang zwei war zugleich sein bestes Ergebnis bei einem Mehretappenrennen seit 2016, als der ehemalige Stundenweltrekordler Tirreno-Adriatico ebenfalls auf dem zweiten Platz beendet hatte. “Es war eine gute Tour de Suisse. Ich habe wirklich nicht erwartet, hierherzukommen und Gesamtzweiter zu werden“, fasste er die Woche in der Schweiz zusammen.

Daraus wollte Dennis aber am Sonntag in Goms, als er auf der verkürzten Königsetappe vor dem zeitgleichen Bernal Zweiter geworden war, aber keine Ansprüche für die Tour ableiten - bei Bahrain - Merida wohl von Nibali angeführt wird, auch wenn der Italiener bereits den Giro in den Beinen hat. “Es ist die Tour de France und deshalb noch mal ein ganz anderes Level. Ich bin mir nicht sicher, warum ich hier so gute Form hatte. Es ist einfach passiert“, schien Dennis selber von seiner Vorstellung überrascht. “Manchmal kann man nicht verstehen, warum es so gut läuft. Ich werde es so nehmen, wie es ist, mit diesem Ergebnis zufrieden sein und bei der Tour auf Etappenjagd gehen“, kündigte er an.

Mehr als den Etappensieg hatte Bahrain - Merida dagegen auf der Schlussetappe der Tour de Suisse im Sinn. Schließlich konnte Dennis seinem Kontrahenten Bernal im Zeitfahren am Samstag 19 Sekunden abnehmen und den Rückstand gegenüber dem Kolumbianer um fast die Hälfte auf nur noch 22 Sekunden verkürzen.

Am Sonntag dann zeigte der Bahrain-Merida-Kapitän zwar nochmals eine herausragende Vorstellung, konnte letztendlich das Gelbe Trikot aber nicht mehr in Gefahr bringen. “Unser Plan war, die Etappe zu gewinnen und wir haben dafür alles getan, was möglich war. Leider war Bernal aber zu stark diese Woche“, sagte Dennis, der auf seinen zweiten Platz “aber wirklich stolz war.“

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