RSN Rangliste, Platz 59: Niko Holler

Noch nie so froh über ein Saisonende gewesen

Von Christoph Adamietz

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Niko Holler (Bike Aid) | Foto: Cor Vos

27.11.2019  |  (rsn) – Seit Jahren gehört Niko Holler (Bike Aid) zu den besten deutschen Kontinental-Fahrern. 2019 lief es beim Allrounder aus gesundheitlichen Gründen aber nicht rund. Mit einem zweiten Etappenrang bei der Tour of Taiyuan (2.2) gelang ihm nur ein Spitzenergebnis. Für die Jahresrangliste qualifizierte sich Holler mit seinem Etappensieg und dem zweiten Gesamtrang bei der Tour de Singkarak (2.2), bezeichnenderweise erzielt im November 2018.

“2019 war ein sehr ernüchterndes Jahr für mich und ich war noch nie so froh, dass eine Saison vorüber ist. Meine Gesundheit hat mir einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht und ich bin erleichtert, dass ich mich jetzt voll und ganz auf 2020 konzentrieren und mir neue Ziele stecken kann“, erklärte der 28-Jährige gegenüber radsport-news.com.

Lange Zeit wusste Holler selbst nicht, warum er nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen konnte. “Ich fühlte mich oft schlapp und niedergeschlagen, zudem war ich anfällig für Infekte. Und die Zahlen auf dem Powermeter waren meistens zum Heulen“, so der Bike Aid-Fahrer, der immer wieder seinen Trainingsaufbau unterbrechen musste und neu startete, nur um dann den nächsten Rückschlag hinnehmen zu müssen.

Mitte Mai wurde schließlich die Ursache gefunden: eine Schilddrüsenunterfunktion. “Bis ich medikamentös eingestellt war, vergingen nochmals vier oder fünf Wochen. Ein halbes Jahr ohne konstanten Trainingsaufbau und ständigen Erkältungen hatten mich formtechnisch ziemlich zurückgeworfen. Bis zum Saisonende hatte ich zwar immer mal wieder gute Tage auf dem Rad, aber alles in allem hat mir hier einfach die Konstanz gefehlt“, berichtete der Stuttgarter.

Eines der wenigen Highlights war Ende August die Teilnahme an der Deutschland Tour, wo Holler gleich zum Auftakt in der Gruppe des Tages unterwegs war. Darüber freute er sich fast wie über einen Sieg. “Es war für mich persönlich nach einer enttäuschenden Saison genial, vor heimischem Publikum starten zu dürfen und das wachsende Interesse in Deutschland am Radsport mitzuerleben. Ausnahmsweise hatten auch Familie und Freunde die Möglichkeit, mein Rennen am Fernseher zu verfolgen, und dadurch war es doppelt schön, auf der 1. Etappe den Sprung in die Ausreißergruppe geschafft zu haben“, so der hügelfeste Allrounder.

Holler wird 2020 in seine bereits sechste Saison beim saarländischen Bike Aid-Team in Angriff nehmen und zählt damit zu den dienstältesten Fahrern im Aufgebot. “Ich setze alles daran, wieder zu alter Stärke zurückzufinden. Das hängt natürlich stark davon ab, ob mein Körper mitmacht. Wenn ja, dann sollen definitiv Erfolge wie in den vergangenen Jahren her - und natürlich möchte ich mich bei der Deutschen Meisterschaft in meiner Heimat Stuttgart von meiner besten Seite zeigen“, nannte Holler seine Ziele.

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