Interview mit Claude Rach

So geht´s für Konti-Teams zur Deutschland Tour

Von Joachim Logisch

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Claude Rach (re.) im Gespräch mit radsport-news.com-Reporter Joachim Logisch | Foto: Klaus Angermann

10.02.2020  |  (rsn) - Bei der Deutschland Tour (20. – 23. August) sind nicht nur die WorldTour- und ProConti-Teams startberechtigt, sondern auch die in der dritten Liga angesiedelten Kontinental-Mannschaften. radsport-news.com sprach mit Tour-Chef Claude Rach über die Zulassungskriterien.

Bei der Deutschland Tour dürfen auch Kontinental-Teams starten. Für ihre Zulassung wurden Auswahlkriterien festgelegt. Welche sind das?
Claude Rach: Wir legen in diesem Jahr einen Hauptfokus auf die Nachwuchsarbeit. Die liegt uns sehr am Herzen. Sie ist auch ein Hauptgrund für uns, warum wir in die Deutschland Tour investieren. Wir wollen den Radsport fördern. Dazu gehört die Nachwuchsarbeit und dafür stehen auch die deutschen Konti-Teams, sie sind Sprungbretter für sehr viele Talente. Jonas Rutsch ist eines der besten Beispiele, der über Lotto – Kernhaus jetzt den Weg in die WorldTour (zum EF-Team, d. Red.) gefunden hat.

Wie lautet das Auswahlkriterium?
Rach: Wir haben ein sportliches Kriterium definiert. Wir schauen auf die Gesamteinzelwertung der Rad-Bundesliga und zählen für jedes Team die Summe der Punkte seiner drei besten U23-Fahrer. Das Team, das hier nach der DM 2020 vorne ist, hat sich automatisch für die Deutschland Tour 2020 qualifiziert.

Gibt es weitere Startplätze für Konti-Teams?
Rach: Im letzten Jahr konnten wir zwei Teams der WorldTour nicht zur Deutschland Tour zulassen, weil nicht genug Platz war. Dennoch hatten die deutschen Konti-Mannschaften bei uns ihren Platz. Das wird auch in diesem Jahr so sein. Neben dem Team, das sich über das sportliche Kriterium qualifiziert, werden wir noch zwei, vielleicht sogar drei, weitere Konti-Teams auswählen.

Welche Nominierungskriterien gibt es für diese Startplätze?
Rach:  Es soll nicht nur um Sport gehen, sondern auch darum, den Radsport bekannter zu machen, das Interesse an ihm zu wecken. Da richten wir mit unseren Kriterien auch einen Appell an die Teams, sich zu präsentieren, wie man in ihrer Region, in ihrem Bereich neue Fans gewinnen kann. Also schauen wir uns das Entwicklungspotenzial der Fahrer, der Teams an. Was sie übers Jahr hinweggeleistet haben und wie viel sie zur Ausstrahlungskraft des Radsports beitragen können.

Wie wählen Sie nach diesen weichen Kriterien aus?
Rach: Wir haben erstmals mit allen Anwärtern Einzelgespräche geführt. Wir haben jedes Kontinental-Team eingeladen, uns seine Vision der Mannschaft zu präsentieren. Da ging es um die nächsten Jahre, denn wir wollen nachhaltige Projekte unterstützen. Wir haben ihnen erklärt, was uns wichtig ist, damit sie die Anforderungen erfüllen können. Es geht natürlich auch um die sportlichen Aspekte. Wenn ein Talent wie beispielsweise Jonas Rutsch hervorsticht, wollen wir ihm, unabhängig von der Teamleistung, die Möglichkeit geben, sich zeigen zu können.

Wann werden diese Startplätze der Deutschland Tour vergeben?
Rach: Im Juni nach der Deutschen Meisterschaft können die Teams uns mitteilen, welche Initiativen sie verfolgen und was sie erreicht haben.

Wer wählt die Teams aus?
Rach: Fabian Wegmann und ich. Wir haben die Gespräche mit den Teams geführt, uns mit ihnen über die Möglichkeiten zur Teilnahme an der Deutschland Tour ausgetauscht und den Teams alle Details zur Qualifikation mitgeteilt. Wir haben allen gesagt, dass wir stets ein offenes Ohr für sie haben.

Haben diese Kriterien auch in den nächsten Jahren Bestand?
Rach: Wir wollen den Teams eine bessere Planbarkeit geben und daher wird das sportliche Kriterium auch 2021 bestehen bleiben. Um die Bundesliga insgesamt, und nicht nur die erste Saisonhälfte, zu berücksichtigen, schauen wir dann saisonübergreifend. Vom ersten Rennen nach der DM 2020 bis zur DM 2021. So werden alle Rennen der Bundesliga aufgewertet und das U23-Ranking ist noch aussagekräftiger.

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