Tirreno: Thomas Favorit auf Gesamtsieg

Rundet Majka heute Boras starke Woche auf dem Podium ab?

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Rafal Majka (Bora - hansgrohe) bei Tirreno-Aadriatico | Foto: Cor Vos

14.09.2020  |  (rsn) - Während die vielen starken Auftritte bei der Tour de France für Bora - hansgrohe noch nicht von Erfolg gekrönt sind, hatte das deutsche Team beim 55. Tirreno - Adriatico bereits zweimal Grund zum Jubel und peilt mit Rafal Majka das Schlusspodium an. Vor dem abschließenden Zeitfahren in San Benedetto del Tronto belegt der Pole 16 Sekunden hinter Simon Yates (Mitchelton - Scott) Rang zwei.

Erster Kandidat für das Blaue Trikot ist trotz eines Rückstands von 39 Sekunden allerdings der drittplatzierte Geraint Thomas (Ineos Grenadiers), der am Montag auch im zehn Kilometer langen Kampf gegen die Uhr als Top-Favorit auch auf den letzten Tagessieg gilt.

Auch wenn Kletterspezialist Majka auf dem brettebenen Kurs im adriatischen Badeort nicht zu den Schnellsten zählen wird, so darf er sich doch gute Chancen ausrechnen, die Fernfahrt unter den besten Drei zu beenden, zumal von den hinter ihm platzierten Fahrern lediglich Wilco Kelderman (Sunweb) als starker Zeitfahrer gilt. Der Niederländer hat auf Rang sechs allerdings schon 59 Sekunden Rückstand auf Yates.

Im Gegensatz zu Majka kann es Teamkollege Matteo Fabbro im Zeitfahren locker angehen lassen. Der 25-jährige Italiener hatte am Sonntag seinen großen Auftritt, als er 20 Kilometer vor dem Ziel in Loreto attackierte und die hochklassig besetzte Verfolgergruppe um Mathieu van der Poel (Alpecin - Fenix) bis in den kurzen, aber steilen Schlussanstieg hinein auf Distanz hielt.

Schulze: “Mit drittem Platz von Matteo Ziel mehr als erfüllt"

Fabbros Pech war aber, dass van der Poel vor Ehrgeiz auf seinen ersten Etappensieg nur so brannte, auf den letzten Metern seinen Turbo zündete und kurz vor dem Ziel noch an dem kleinen Kletterspezialisten vorbeisprintete. “Ich bin natürlich enttäuscht, besonders nach all der harten Arbeit, die ich heute geleistet habe“, sagte der Bora-Neuzugang, der nur knapp seinen ersten Profisieg verpasste und auch noch Ruben Guerreiro (EF), mit dem er im vergangenen Jahr bei Katusha - Alpecin zusammen fuhr, an sich vorbeiziehen lassen musste. “Aber es hat mir Selbstvertrauen gegeben, und ich glaube, dass ich es nächstes Mal schaffen kann“, zog Fabbro dann doch ein positives Fazit der 7. Etappe.

Großes Lob erhielt er auch von seinem Sportlichen Leiter André Schulze, der vor allem das große Ganze im Auge hatte. “Im Finale wollten wir mit Rafal und den anderen Klassementfahrern in der gleichen Zeit bleiben, das war das Ziel auf der heutigen Etappe“, erklärte der ehemalige Sprinter, für den Fabbros Auftritt eher eine willkommene Zugabe war. “Mit dem dritten Platz von Matteo haben wir unser Ziel mehr als erfüllt. Er ist ein sehr starkes Rennen gefahren und es sah lange Zeit so aus, als ob er um den Sieg fahren könnte. Es wäre eine große Überraschung gewesen, wenn er es geschafft hätte“, sagte Schulze mit Blick auf die starke Konkurrenz bei der 55. Auflage der Fernfahrt, die für Bora - hansgrohe ausgesprochen erfreulich verläuft.

Mit seinen beiden Etappensiegen und einem zweiten Rang auf dem sechsten Abschnitt führt Pascal Ackermann die Punktewertung an. Majka wurde einmal Zweiter und Dritter und Fabbro sorgte am Sonntag für die sechste Podiumsplatzierung an bisher sieben Tagen. Sollte der Pole im Zeitfahren seinen Podestplatz verteidigen können, würde das eine starke Woche von Bora - hansgrohe abrunden.

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