Der Plan von Bora – hansgrohe ging nicht auf

Was nach Kampf um Grün aussah, sollte ein Etappensieg werden

Von Joachim Logisch aus Champagnole

Foto zu dem Text "Was nach Kampf um Grün aussah, sollte ein Etappensieg werden"
Bora - hansgrohe führt das Feld auf der 19. Tour-Etappe an. | Foto: Cor Vos

18.09.2020  |  (rsn) - Am Morgen vor dem Start der 19. Tour Etappe von Bourg-En-Bresse nach Champagnole hatte Maximilian Schachmann erklärt, dass Bora – hansgrohe nicht mehr Grün zum Ziel habe, da Sam Bennett (Deceuninck - Quick-Step) nicht abzuhängen sei. Doch plötzlich zeigte sich die Truppe aus Raubling wieder an der Spitze des Feldes. Es sah so aus, als wolle sie das Tempo hochhalten, um  Bennett bis zum Zwischensprint zu eliminieren, der erst bei Kilometer 117,5 anstand, und um so den Kampf ums Punktetrikot wieder zu öffnen!

Der Eindruck täuschte! "Es war nicht das Ziel, für Peter das Grüne Trikot zu holen. Wir wollten heute um den Etappensieg kämpfen und das Feld zusammenhalten, um zu einem Sprint zu kommen“, erklärte Lennard Kämna nach der Zielankunft. Und auch sein Sportdirektor Enrico Poitschke sagte: "Es war ein schnelles Rennen, das wir versuchten zu kontrollieren.“

Der Plan scheiterte, weil nur Rémi Cavagna (Deceunick – Quick-Step) die Ein-Mann-Fluchtgruppe des Tages bildete. "Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, dass wir den Vorsprung zu gering gehalten haben. Wir sind wahrscheinlich einen Tick zu schnell gefahren und haben dadurch das Rennen wieder aktiviert“, meinte Kämna selbstkritisch. Denn vor dem Zwischensprint war der Abstand zu Cavagna so gering, dass das Rennen wieder offen war und die Attacken begannen. Poitschke: "Immer mehr Fahrer sprangen aus dem Feld raus, das wir kontrollieren wollten. Da sind wir die Attacken mitgegangen.“

Der von einer Wespe gestochene Pöstlberger fehlte im Finale

Mitentscheidend dafür, dass der Plan Etappensieg scheiterte, war vielleicht  auch, dass Lukas Pöstlberger von einer Wespe gestochen wurde und wegen eines anaphylaktischen Schocks ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. "Ihn haben wir im Finale vermisst. In der Gruppe war Peter am Ende alleine und er konnte nicht jedem folgen. Es war nicht das, was wir wollten, aber jeder hat das Beste gegeben“, erklärte Poitschke enttäuscht.

"Peter hat in diesem Jahr vielleicht nicht unbedingt das Glück auf seiner Seite, aber die anderen sind halt auch nicht schlecht. Am Ende geht die Gruppe mit Sagan, was eigentlich sehr gut war. Trotzdem ist es nicht optimal gelaufen“, hakte auch Kämna diesen Tag ab, der wieder einige Träume platzen ließ.

Seit dem schwarzen Samstag (15. August), als Emanuel Buchmann und Gregor Mühlberger beim Critérium du Dauphiné sowie Schachmann bei der Lombardei-Rundfahrt fast gleichzeitig in Unfälle verwickelt wurden, ist Bora – hansgrohe nicht gerade vom Glück verfolgt.

Nur gut, dass Kämna mit seinem Etappensieg in Villard-de-Lans die Tour-Bilanz rettete! Und für das Finale auf dem Champs Elysées in Paris bleibt ein Fünkchen Hoffnung!

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