Slowene zeitgleich mit Carapaz zurück in Rot

Roglic auf dem Weg zum nächsten Herzschlagfinale

Von Joachim Logisch

Foto zu dem Text "Roglic auf dem Weg zum nächsten Herzschlagfinale"
Primoz Roglic (Jumbo - Visma) trug bei der Vuelta schon bis zur 6. Etappe das Rote Trikot. | Foto: Cor Vos

30.10.2020  |  (rsn) - Die Tour de France endete mit einem Herzschlagfinale. Auch bei der Vuelta a Espana deutet einiges auf ein Fotofinish hin. Und wie vor fünf Wochen ist Primoz Roglic (Jumbo – Visma) beteiligt. Der Slowene übernahm am Ende der 10. Etappe das Rote Trikot von Richard Carapaz (Ineos Grenadiers), der nun zeitgleich auf Platz zwei folgt.

Mit einem entschlossenen Bergaufsprint hatte Roglic drei Sekunden zwischen sich und den Ecuadorianer gelegt, der als 14. in der zweiten Gruppe ins Ziel kam. So reichten Roglic die zehn Bonussekunden für den Etappensieg, um mit Carapaz gleichzuziehen. Dank der besseren Tagesplatzierungen (drei Siege, Carapaz zwei 2. Plätze) wird der Tourzweite nun als Mann in Rot geführt

"Ich bin superglücklich. Es ist nie einfach zu siegen, aber ich hatte die Beine. Das ist wirklich sehr, sehr schön", freute sich Roglic, der am Donnerstag seinen 31. Geburtstag gefeiert hatte. Gutgelaunt scherzte er: "Ich bin ein Jahr älter, also bin ich stärker. Wie Wein, der, je älter er ist, desto besser wird."

Die Rückkehr ins Rote Trikot, das er nach seinem Auftaktsieg bis zur 6. Etappe trug, soll nichts an der Taktik seines Teams ändern. Roglic: "Wir müssen den Schwung beibehalten. Wir haben ein Wochenende in den Bergen. Das wird Spaß machen. Wir werden unser Bestes geben."

Nicht nur die Teamleitung ist voll des Lobes über den Kapitän. Auch sein Team-Kollege Paul Martens zeigte sich begeistert: "Auf dem Rad kann er alles, vielleicht gibt es ein paar andere Sachen, die er nicht kann. Aber er ist ein guter Radfahrer", sagte der Deutsche im Ziel in Suances. "Es war ein sehr technisches und gefährliches Finale. Dass er den Sieg dann so vollendet hat, ist wunderschön", so Martens, der am Wochenende mit größeren Abständen rechnet: "Nun reden wir von Sekunden. Aber jeder, der den Angliru (Bergankunft der 12. Etappe, d. Red.) kennt, weiß, dass es dort um Minuten gehen kann, wenn du einen schlechten Tag hast. Ich denke, wir sind jetzt in einer sehr guten Situation, aber man muss trotzdem von Tag zu Tag schauen."

Carapaz trug seine Niederlage mit Fassung. "Es war eigentlich eine sehr ruhige Etappe, aber das Finale war sehr nervös. Viele Teams wollten an der Spitze fahren. Mein Team hat im Finale wieder großartige Arbeit geleistet, aber Roglic war heute zu stark", gab er anerkennend zu.

Weder er noch sein Sportlicher Leiter Gabriel Rasch geben sich allerdings geschlagen - wozu auch keinerlei Veranlassung besteht. "Wir müssen für alles bereit sein und Richie so gut und so lange wie möglich beschützen. Es wird ein sehr hartes Wochenende mit spannenden Etappen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass Richie (Carapaz) gut abschneiden wird. Er hat sich auf diese zwei Tage in den Bergen gefreut. Es sind Anstiege, die ihm wirklich gut liegen", setzte der Norweger auf eine Fortsetzung des Kopf-an-Kopf-Rennens - mit Carapaz in der Führung!

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