Reaktion auf Aussagen von Intermarché-Teamchef

Einladung erkauft? Provence-Organisatoren bestreiten Vorwurf

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Tour de la Provence 2020. | Foto: Cor Vos

03.02.2021  |  (rsn) - Die Verantwortlichen der Tour de la Provence bestreiten, dass Intermarché - Wanty-Gobert von der Startliste gestrichen worden sei, weil ein anderes WorldTour-Team mehr für die Teilnahme zu zahlen bereit gewesen sei. Wie Organisator Pierre-Maurice Courtade gegenüber cyclingnews erklärte, habe man Intermarché nicht eingeladen, weil Teamchef Hilaire Van der Schueren im November nicht auf eine E-Mail geantwortet habe, in der um die Bestätigung der Teilnahme und um logistische Informationen gebeten worden sei.

Im Gespräch mit Het Nieuwsblad hatte Van der Schueren behauptet, dass sein Team nicht berücksichtigt worden sei, weil ein anderes Team einen höheren Geldbetrag geboten habe, der unter anderem auch die Übernahme der sonst vom Veranstalter zu zahlenden Hotelkosten umfasst habe. "Wenn man Geld hat, kann heutzutage anscheinend alles gemacht werden", wurde der Belgier zitiert.

Dagegen betonte Courtade: “Wir haben noch nie Startplätze zum Verkauf angeboten. Wenn ich viel Geld verdienen wollte, würde ich (die französischen Kontinental-Equipes, d. Red.) St-Michel-Auber-93 und Xeliss-Roubaix-Métropole nicht einladen. Dann würde ich nur Teams nehmen, die bereit wären, für die Teilnahme zu bezahlen. Es gibt genug davon, nicht nur WorldTour-, sondern auch Kontinental-Teams“, sagte er und fügte an, dass man von den Rennställen nur Geld im Rahmen von Sponsor-Partnerschaften erhalte. Allerdings erfolgten die Einladungen aufgrund von sportlichen Kriterien.

"Aktivierungspaket" mit Bora - hansgrohe

Als Reaktion auf diverse Rennabsagen in Folge der Corona-Pandemie habe er Anfragen von fünf WorldTeams erhalten, so Courtade weiter: "Jumbo - Visma, Israel Start - Up Nation, Bora - hansgrohe, EF - Nippo, Wanty“, sagte er und erwähnte in dem Zusammenhang, dass Van der Schueren sogar Geld für eine Einladung angeboten habe. “Hilaire wollte dafür zahlen - er schrieb mir, dass er für die Hotels zahlen wollte, genau wie Jumbo - Visma und Israel auch.“

Bora - hansgrohe habe mitgeteilt, dass man als Marke Partner der Rundfahrt werden wolle. “Aber die Entscheidung, sie einzuladen, basierte auf der Qualität ihres Aufgebots“, so Courtade. Der Rennstall aus Raubling hat nach jetzigem Stand mit dem Vuelta-Neunten Felix Großschartner einen Mann für die Gesamtwertung dabei.

Von radsport-news.com zu den Umständen der Teilnahme befragt, erklärte Team-Manager Ralph Denk, dass mit den Organisatoren zwar zu Sponsoringzwecken ein "Aktivierungspaket" vereinbart worden sei. Wie Courtade betonte er allerdings auch, dass dies in keiner Verbindung mit dem Startplatz stehe. "Wir zahlen nicht für die Teilnahme", sagte Denk.

Die Tour de la Provence hat zu ihrer 6. Auflage, die vom 11. bis zum 14. Februar durch Südfrankreich führt, 20 Teams eingeladen, davon 14 aus der WorldTour.

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