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Französin träumt von Olympia vor der Haustür

Fanny Cauchois: Eine Pariserin im laotischen Nationaldress

Von Peter Maurer aus Roubaix

Foto zu dem Text "Fanny Cauchois: Eine Pariserin im laotischen Nationaldress"
Fanny Cauchois | Foto: Peter Maurer

22.10.2021  |  (rsn) - Olympische Spiele sind das große Ziel im Leben von Sportlern. Wenn die Spiele sogar in der Heimatstadt ausgetragen werden, dann würde mit der Teilnahme ein Traum in Erfüllung gehen. Diesen will die Bahnspezialistin Fanny Cauchois 2024 wahrmachen.

Die in Trappes am Pariser Stadtrand aufgewachsene 20-Jährige hätte in drei Jahren ein echtes Heimspiel. Sie lebt nur wenige Kilometer von Frankreichs Bahnzentrum in Saint Quentin En Yvelines entfernt, wo 2024 die Bahnwettbewerbe ausgetragen werden. "Ich bin dort aufgewachsen, hatte meine ersten Wettkämpfe dort und trainiere nach wie vor in Yveslines. Es wäre ein riesiger Traum", sagte die WM-Debütantin in Roubaix zu radsport-news.com.

Allerdings startet Cauchois in den Ausdauerdisziplinen nicht für ihr Heimatland. Aufgrund der Herkunft ihrer Großmutter hat sie auch einen Pass der Demokratische Volksrepublik Laos und tritt für das südostasiatische Land auf der Bahn an. In Roubaix bestritt sie im Omnium nun ihren ersten WM-Wettkampf in der Elite, scheiterte dort aber in der Vorqualifikation.

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"Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und wichtig für meine Zukunft", erklärte die junge Französin. Über ihren Vater Gerard, der selbst in den 90ern Straßenprofi war, kam sie zur Bahn, nachdem sie schon andere Sportarten wie Karate, Schwimmen, Hip-Hop-Dance, Tennis oder Volleyball versucht hatte.

2019 wurde sie Französische Vizemeisterin im Keirin bei den Juniorinnen, ehe sie dann den Verbandswechsel anstrebte und nun in Roubaix nicht nur ihre persönliche Premiere gab, sondern auch erstmals Laos auf der internationalen Radsportweltkarte einzeichnete. Eine Zusammenarbeit mit dem World Cycling Centre in Aigle des internationalen Weltradsportverbandes UCI strebt Cauchois übrigens nicht an: "Es gab eine Anfrage, aber ich will mein eigenes Programm auf der Straße und auf der Bahn bestreiten und keines vorgelegt bekommen."

Das Team Cauchois lebt den Olympiatraum gemeinsam

Auch mit dem französischen Verband hat sie keine Kooperation. "Hierzu gab es keine Gespräche, aber in Saint Quentin sind die Sprinter und ich bin eine Ausdauerfahrerin. Ich trainiere mit einigen Amateuren und zum Glück können wir auch die Halle derzeit nutzen", berichtete sie. Denn ihre Heimhalle wird derzeit als Impfzentrum genützt und steht für Wettkämpfe nicht zur Verfügung, weshalb auch der Lauf zur Champions League in Saint Quentin En Yveslines schon abgesagt wurde.

Im Punkterennen wird Cauchois in Roubaix auch noch am Start stehen und auch bei der nächsten Weltmeisterschaft, die erneut in Frankreich, eben auf ihrer Heimbahn bei Paris, stattfindet, will sie wieder dabei sein: "Die Vorfreude ist natürlich riesengroß und ich hoffe, dass ich mich weiter steigern kann." Neben ihrer Sportkarriere ist sie Studentin, macht gerade über ein Fernstudium ihren Bachelortitel in Biologie und will sich später der Erforschung neurologischer Krankheiten entwickeln.

Im Moment aber lebt und arbeitet Cauchois an ihrem Traum von Olympia, gemeinsam mit ihrem Vater der ihr als Trainer zur Seite steht. "Er ist großartig und der Sport hat uns noch enger zusammengebracht. Wir geben alles für unser Projekt", betonte sie mit einem Grinsen.

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