Evenepoel gewinnt 48. Volta ao Algarve

Higuita lässt Bora - hansgrohe am Alto do Malhao jubeln

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Sergio Higuita (Bora - hansgrohe) hat die Schlussetappe der Algarve-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

20.02.2022  |  (rsn) – Nachdem Teamkollege Lennard Kämna in Spanien die Schlussetappe der Ruta del Sol gewinnen konnte, hat Sergio Higuita (Bora - hansgrohe) im benachbarten Portugal am letzten Tag der Algarve-Rundfahrt zugeschlagen. Der Kolumbianische Meister setzte sich auf der abschließenden 5. Etappe über 173 Kilometer von Lagoa zum Alto do Malhao im Bergaufsprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe vor seinem Landsmann Daniel Martinez (Ineos Grenadiers) durch und feierte den bereits zweiten Sieg im Trikot seines neuen Teams.

Auf der 2. Etappe hatte Higuita den möglichen Etappensieg noch verpasst, als er in sehr aussichtsreicher Position 50 Meter vor dem Ziel mit Tobias Foss (Jumbo – Visma) kollidierte und stürzte. Drei Tage später machte er es besser, obwohl er seinem schärfsten Konkurrenten kurz vor dem Zielstrich erneut gefährlich nahe kam. Nach dem Gewinn des Kolumbianischen Meistertrikots ist der Etappensieg an der Algarve bereits der zweite Saisonsieg für den Kletterspezialisten.

"Ich bin überglücklich, heute gewonnen zu haben. Nach dem Sturz vor zwei Tagen war ich natürlich extra motiviert. Ich denke, ich hätte schon dort gewinnen können, darum war ich sehr frustriert. Aber wir haben heute alles gegeben und sind belohnt worden", sagte der Bora-Kapitän. "Ich habe überlegt, schon 300 Meter vor dem Ziel anzugreifen, aber es war auch heute sehr windig, darum habe ich wieder bis zur letzten Kurve gewartet. Heute war der Antritt perfekt und ich konnte den Sieg holen"

Knapp hinter Higuita folgten mit je einer Sekunde Rückstand der US-Amerikaner Brandon McNulty (UAE Team Emirates) und der Franzose David Gaudu (Groupama - FDJ). Fünfter neun Sekunden hinter dem 24-jährigen Higuita wurde der Belgier Remco Evenepoel (Quick-Step – Alpha Vinyl), der sich nach einer souveränen Vorstellung die Gesamtwertung der 48. Volta ao Algarve sicherte und damit seinen Erfolg von 2020 wiederholte.

Evenepoel hatte alles im Griff

Der 22-jährige Belgier lag im Schlussklassement deutliche 1:17 Minuten vor McNulty und 1:21 vor Martinez. Der Brite Ethan Hayter (Ineos Grenadiers / +1:39) fiel vom zweiten auf den vierten Gesamtrang zurück. Evenepoel, der mit seinem deutlichen Sieg im gestrigen Zeitfahren das Gelbe Trikot übernommen hatte, gewann auch die Nachwuchswertung.

Sein Teamkollege Fabio Jakobsen, der die beiden Sprintetappen für sich entscheiden konnte, wurde mit dem Grünen Trikot des punktbesten Fahrers ausgezeichnet, Quick-Step Alpha Vinyl holte sich auch die Teamwertung. Nur der Portugiese João Matias vom kleinen heimischen Team Tavfer - Mortágua durchbrach als Gewinner der Bergwertung die Siegesserie der belgischen Mannschaft.

Georg Zimmermann (Intermarché – Wanty – Gobert) zeigte als Ausreißer ein starkes Rennen und wurde als einer der letzten beiden Fahrer der Fluchtgruppe knapp 20 Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Der Augsburger beendete die Etappe auf Rang 35. Bester Deutscher am Alto de Malhao wurde Anton Palzer (Bora – hansgrohe) auf Position 29. Im Gesamtklassement sorgte Zimmermann als Achtzehnter für das beste deutsche Ergebnis. Der Schweizer Stefan Küng (Groupama – FDJ) fiel als Tageselfter einen Platz zurück und wurde Gesamtsiebter.

"Es war ein bisschen deprimierend: Die Gruppe wäre mit Sicherheit stark genug gewesen, durchzukommen, aber wir harmonierten überhaupt nicht. Ich habe mich richtig gut gefühlt und habe immer noch ein bisschen was für den letzten Berg zurückgehalten. Am Ende hatte ich dann nichts mehr zu trinken und bin voll dehydriert. Der letzte Berg war dann kein Spaß mehr", sagte Zimmermann zu radsport-news.com und fügte optimistisch an: "Die Form ist auf jeden Fall gut. Ich hoffe, dass das bald nutzen kann, um auch mal ein gutes Ergebnis einzufahren."

So lief das Rennen:

Am letzten Tag der Algarve-Rundfahrt dauerte es rund 60 hart umkämpfte Kilometer, bis sich eine dann allerdings gleich 20 Fahrer starke Ausreißergruppe absetzen konnte. Mit dabei waren neben Cross-Weltmeister Thomas Pidcock (Ineos Grenadiers) auch Zimmerman, der Österreicher Lukas Pöstlberger (Bora - hansgrohe), der Schweizer Fabian Lienhard (Groupama - FDJ) sowie der Belgier Yves Lampaert aus Evenepoels Quick-Step-Team.

Zimmermann war mit fast fünf Minuten Rückstand im Gesamtklassement als bestplatzierter Fahrer der Gruppe keine Gefahr für den Belgier, dessen Team das Rennen auf anspruchsvollem Terrain kontrollierte und den Rückstand auf rund drei Minuten begrenzte.

Nach einem Sturz rund 80 Kilometer vor dem Ziel kehrte Pidcock im Gegensatz zum Niederländer Oscar Riesebeek (Alpecin - Fenix), der das Rennen aufgeben musste, wieder in die Spitzengruppe zurück. Dort war es 45 Kilometer vor dem Ziel mit der Einigkeit vorbei, als Riesebeeks Teamkollege Dries De Bondt mit einem Antritt in einer Flachpassage die Gruppe sprengte. Dem Belgier folgten der Niederländer Pascal Eenkhoorn (Jumbo - Visma), der Portugiese Ivo Oliveira (UAE Team Emirates) und der Spanier Joel Nicolau (Caja Rural).

De Bondt war mit der Rennsituation unzufrieden und schüttelte kurz darauf seine Begleiter ab. Oliveira kämpfte sich allerdings 30 Kilometer vor dem Ziel erneut, dieses Mal mit Zimmermann am Hinterrad, an die Spitze zurück. Vier Kilometer später musste Oliveira bei der ersten Passage am Alto do Malhao allerdings die Segel streichen.

Im Feld machte dort Martinez Ernst. Mit acht weiteren Favoriten inklusive Evenepoel setzte er sich vom Rest ab. Einem zweiten Angriff des Kolumbianers konnte zunächst nur der Träger des Gelben Trikots folgen. Da Evenepoel nicht mitführen wollte, schlossen einige Fahrer wieder zum Duo auf. So überquerte eine zwölfköpfige Gruppe - mit dabei der zurückgefallene Lampaert - weniger als eine Minute hinter Zimmermann und De Bondt die Bergwertung. Hayter, der Zweite der Gesamtwertung hatte mit weiteren Fahrern dagegen den Zug verpasst.

Neben Lampaert hielt auch der überraschende stark agierende Nachwuchsfahrer Johannes Staune-Mittet (Jumbo – Visma) das Tempo bei den Favoriten sehr hoch und so wurde das Spitzenduo 19 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Trotz der hohen Geschwindigkeit kehrte fünf Kilometer vor dem Ziel eine größere Gruppe um Hayter zurück.

So ging ein dezimiertes Feld in den 2,5 Kilometer langen und 9,5 Prozent steilen Schlussanstieg. Bei 1.400 noch zu fahrenden Metern erhöhte Evenepoel das Tempo, nur Gaudu, Martinez, McNulty und Higuita konnten folgen. Der Belgier gab die Führung bis zum Schlusssprint, den McNulty eröffnete, nicht mehr ab. Martinez überholte den US-Amerikaner mit Higuita direkt hinter sich. Der Bora-Neuzugang konnte sein Rad auf den letzten Metern noch an dem seines Landsmanns vorbeischieben.

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