Vorschau 113. Mailand-Sanremo

“Primavera“-Sieg geht nur über Van Aert und Pogacar

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Wout Van Aert (Jumbo - Visma, links) und Tadej Pogacar (UAE Team Emirates, rechts) sind die großen Favoriten auf den Sieg beim 113. Mailand-Sanremo. | Foto: Cor Vos

19.03.2022  |  (rsn) – 18 verschiedene Nationen schafften es bisher auf das Siegerpodest von Mailand-Sanremo. Slowenien gehört bislang noch nicht dazu. Bis vor wenigen Jahren galt das allerdings für alle wichtigen Rennen im Radsport - bis Tadej Pogacar (UAE Emirates)kam. Nun ist die Wahrscheinlichkeit groß, das künftig auch dessen Landesflagge in den Listen der Platzierten des ersten Monuments des Jahres zu finden sein werden.

Der zweifache Tour-de-France-Sieger, der in diesem Jahr alle drei Rennen gewonnen hat, bei denen er gestartet ist, zählt mit seiner Frühform bei der 113. Austragung der „Primavera“ unweigerlich zu den Favoriten. Denn die im Vergleich zum Vorjahr nur wenig veränderten 293 Kilometer, die allerdings erstmals ihren Ausgangspunkt im Mailänder Velodrom Maspes-Vigorelli haben, dieses Mal wieder über den Turchini Pass führen und traditionell auf der Via Roma enden wird, sollte ihre Vorentscheidung wieder an Cipressa und Poggio finden.

Das Profil der 113. Austragung von Mailand-Sanremo. | Foto: Veranstalter

Nur, wer dort das Hinterrad des 23-Jährigen halten kann oder die Lücke nicht zu groß werden lässt, kann ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Selbst sieht sich Pogacar zwar nicht als Top-Favorit, doch dürfte das sehr viel mit Understatement zu tun haben. Schließlich hat er zuletzt an diversen Zwischensprints gezeigt, dass er sein Rad im Zweifel auch mal auf Spitzengeschwindigkeiten beschleunigen kann.

Und dann ist da natürlich noch Wout Van Aert (Jumbo - Visma), Gewinner der Austragung im Jahr 2020. Im Prinzip existiert kein denkbares Szenario, das ohne den belgischen Allrounder auskommt. Sowohl im Sprint einer Gruppe oder als Kandidat für ein erfolgreiches Solo gehört Van Aert, der in diesem Jahr das Zeitfahren von Paris-Nizza sowie den Omloop Het Nieuwsblad für sich entscheiden konnte, zwingend zu den größten Sieganwärtern.

Weitere ehemalige Sieger müssen krankheitsbedingt auf eine Teilnahme verzichten. John Degenkolb (DSM) fällt krankheitsbedingt genauso aus wie Julian Alaphilippe (QuickStep – Alpha Vinyl) und Vorjahressieger Jasper Stuyven. Für Trek – Segafredo soll nun Ex-Weltmeister Mads Pedersen die Kohlen aus dem Feuer holen. Alaphilippe lässt sich hingegen nicht gleichwertig ersetzen, wodurch Quick-Step voll auf die Sprinterkarte wird setzen müssen, obwohl Teamchef Patrick Lefevere Fabio Jakobsen bereits als chancenlos gegen Pogacar und van Aert abstempelte.

Auf sein Ass im Ärmel muss kurzfristig auch Lotto Soudal verzichten. Am Tag vor dem Rennen musste auch Caleb Ewan absagen. Der Australier galt als heißer Anwärter auf den Sieg im Falle einer Ankunft einer größeren Gruppe auf der Zielgeraden. Mit einem Tagessieg bei Tirreno-Adriatico hat er seine Form unter Beweis gestellt und direkt danach bestätigt, bei Mailand-Sanremo eine gewichtige Rolle spielen zu wollen. Wie im Vorjahr, als er Zweiter wurde.

Obwohl insgesamt 24 Teams – neben den 18 Vertretern aus der WorldTour noch Alpecin - Fenix, Arkea - Samsic, TotalEnergies, Eolo - Kometa, Bardiani - CSF - Faizanè, Drone Hopper - Bardiani - CSF - Faizanè – am Start sind und damit 168 Fahrer die Herausforderung angehen werden, beläuft sich der Kreis der Top-Favoriten damit nur noch auf Pogacar und van Aert. Jeder andere dürfte als Überraschungssieger gefeiert werden.

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