Italiens Sprinterinnen dominieren die Pflasterrennen

Zwei Balsamo-Siegen folgt Consonnis erster Erfolg in Flandern

Von Peter Maurer aus Waregem

Foto zu dem Text "Zwei Balsamo-Siegen folgt Consonnis erster Erfolg in Flandern"
Chiara Consonni (Valcar – Travel & Service) bejubelt ihren Sieg bei Dwars door Vlaanderen. | Foto: Cor Vos

31.03.2022  |  (rsn) – Zweimal war Chiara Consonni (Valcar – Travel & Service) in dieser Saison im finalen Sprint nur knapp am Sieg vorbeigeschrammt, bei Dwars door Vlaanderen klappte es aber für die 22-Jährige aus der Lombardei. Aus einer knapp 30-köpfigen Gruppe heraus hatte Consonni in Waregem nach 120 Kilometer das beste Ende für sich und überraschte mit ihrem Erfolg beim Pflasterrennen.

Denn normalerweise sind die mit Hügel gespickten Rennen nicht ihr favorisiertes Terrain. Doch bei der Jagd über die zehn Anstiege und acht Kopfsteinpflasterpassagen biss sich Consonni am Ende des Feldes fest und erreichte so den Zielsprint in Waregem, den sie dann für sich entschied. "Ich habe mich bei Gent-Wevelgem schon sehr gut gefühlt und darum wollte ich auch bei Dwars door Vlaanderen starten, einfach um meinen Erfahrungsschatz zu erweitern", erzählte sie nach ihrem Sieg.

"Auf der letzten Kopfsteinpflasterpassage war ich weit hinten, konnte aber den Anschluss halten", blickte die aus Ponte San Pietro bei Bergamo stammende Fahrerin auf das Finale zurück. Selbst am finalen Kilometer gab es noch zahlreiche Attacken, doch die Zielgerade erreichte die Gruppe dann geschlossen: "Und dann ging es in den Sprint und das ist immer gut für mich", sagte Consonni.

Nach Jahren der niederländischen Dominanz im Radsport schicken sich nun die Italienerinnen an, die Vormachtstellung der Westeuropäerinnen zu brechen. Nach den Erfolgen von Weltmeisterin Elisa Balsamo (Trek – Segafredo) bei Brügge-De Panne und Gent-Wevelgem sorgte Consonni für den dritten Erfolg der Azzurri in Folge in Belgien.

Mehr Möglichkeiten nach Balsamo-Abgang

"Wir waren letztes Jahr noch Teamkolleginnen und sind im Sport auch zusammen aufgewachsen", erinnerte sich Consonni, deren Bruder Simone für Cofidis fährt und der Olympiasieger mit Italiens Bahnvierer wurde. Die Lombardin ist nur ein Jahr jünger als die Weltmeisterin, die aus dem Piemont stammt. Im italienischen Bahnvierer wurden sie mehrfache Welt- und Europameisterinnen sowohl bei den Juniorinnen als auch in der Kategorie U23. In Roubaix holten sie vor einem Jahr in der Elite WM-Silber hinter dem deutschen Vierer .

2021 waren sie sogar noch Teamkolleginnen bei Valcar, teilten sich die Sprints untereinander auf. "Bei den schwereren Rennen hatte sie den Vorzug, wo es weniger hügelig war, war mein Terrain. Durch ihren Abgang habe ich natürlich mehr Möglichkeiten", so Consonni

"Elisa ist für mich die beste Fahrerin der Welt zurzeit. Ihre Erfolge motivieren auch mich, aber ich will zeigen, dass ich auch dagegenhalten kann",lobte sie ihre Landsfrau. Zum nächsten Aufeinandertreffen der beiden Bahnkolleginnen könnte es dann beim Scheldeprijs kommen, da der Parcours der Flandern-Rundfahrt für Consonni wohl zu schwer sein wird.

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