Van Poppel dennoch über Rang zwei glücklich

Bora beim Scheldeprijs bestes Team, aber gegen Kristoff machtlos

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Danny van Poppel (Bora - hansgrohe, li,) wurde beim 110. Scheldeprijs Zweiter. | Foto: Cor Vos

06.04.2022  |  (rsn) - Schon bei der Flandern-Rundfahrt war Danny van Poppel auf Rang 16 bester der Bora-hansgrohe-Profis. Beim 110. Scheldeprijs nun hielt der Niederländer wieder die Fahne des deutschen Rennstalls hoch und wurde nach 199 Kilometern von Terneuzen nach Schoten hinter dem Norweger Alexander Kristoff (Intermarché - Wanty - Gobert) Zweiter.

Für den 28-Jährigen war es das bisher beste Ergebnis im Trikot seines neuen Teams, das beim belgischen Traditionsrennen zwar die beste Mannschaft war, aber den Sieg verpasste, obwohl mit Sam Bennett, Jordi Meeus, Ryan Mullen und eben van Poppel gleich vier Bora-Profis in der 14-köpfigen Spitzengruppe dabei war, die sich schon früh formiert hatte.

Einzelkämpfer Kristoff überraschte mit seinem Antritt sieben Kilometer vor dem Ziel dann aber seine Konkurrenten. “Als Kristoff attackierte, haben sich alle angesehen“, sagte van Poppel, der sich am Ende als Stärkster des Bora-Quartetts erwies und 24 Sekunden hinter dem Norweger den Sprint der Verfolger gewann, wobei er immerhin das hoch eingeschätzte Alpecin-Duo Jasper Philipsen und Tim Merlier deutlich hinter sich ließ.

Cleverer Kristoff düpierte alle seine Konkurrenten

“Ich bin schnell, aber es gab auch schnellere Fahrer in der Gruppe, darum musste man etwas pokern“, erklärte er und meinte damit die beiden Belgier, die schließlich die Plätze acht und neun belegten. “Aber mit dem zweiten Rang bin ich sehr happy und wir können stolz sein, wie wir uns heute als Team präsentiert haben.“

Das sah sein Sportlicher Leiter trotz der verpassten Möglichkeit genauso. “Wir wollten das Rennen heute mitbestimmen und den Jungs ist das eindrucksvoll gelungen. Es war toll zu sehen, wie alle gekämpft haben. Der positive Trend, den wir schon erkannt haben, setzt sich eindeutig fort“, betonte Jean-Pierre Heynderickx, der sich über das beste Ergebnis der bisherigen Klassikerkampagne von Bora - hansgrohe freuen konnte.

Den großen Coup verhinderte nur der 34-jährige Kristoff, der seine ganze Erfahrung ausspielte und die zahlenmäßige Übermacht von Bora - hansgrohe (4 Fahrer), DMS (2) und Alpecin - Fenix (2) clever düpierte. “Kristoff war wirklich superstark, das muss man anerkennen“, sagte Heynderickx, der aber zufrieden registrierte, dass sein Team in der frühen ersten Phase hellwach war.

Bei Bennett zeigt die Kurve nach oben

Im Gegensatz etwa zu Quick-Step Alpha Vinyl, das mit dem zweimaligen Scheldeprijs-Sieger Fabio Jakobsen den Postabgang verpasste und danach gemeinsam mit Lotto Soudal zunehmend verzweifelt versuchte, den Fehler zu korrigieren. Erst als der Rückstand 25 Kilometer vor dem Ziel sogar mehr als zwei Minuten betrug, nahmen die Belgier die Beine hoch und resignierten.

Dagegen machte Bora - hansgrohe fast alles richtig. “Wir konnten die Situation bis ins Finale gut kontrollieren, aber haben natürlich auch viel Kraft gelassen“, so Heynderickx und fügte an: “Wir sind wirklich glücklich und zufrieden mit Rang zwei. Gratulation an das gesamte Team. Seit Wochen arbeiten wir hart für einen Erfolg, nun stehen wir das erste Mal auf dem Podium.“

Optimistisch stimmen konnte den Belgier auch der Auftritt von Sprint-Kapitän Bennett. Der 31-jährige Ire, der nach seiner Rückkehr noch immer auf den ersten Sieg wartet, zeigte eine starke Vorstellung, auch wenn er zwischenzeitlich sichtlich zu kämpfen hatte. Erst ein platter Hinterreifen neun Kilometer vor dem Ziel stoppte Bennett - immerhin schaffte er wieder den Anschluss und kam als Dreizehnter zeitgleich in der Gruppe um Vorjahressieger Philipsen und Merlier ins Ziel.

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