Aerodynamische Vorteile - “Wing Tips“ am Visier

Neue Zeitfahr-Helme: Darth Vader auf dem Rad

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Dylan van Baarle (Ineos Grenadiers) | Foto: Cor Vos

02.07.2022  |  (rsn) - Sind Ihnen gestern beim Zeitfahren in Kopenhagen auch die vielen neuen, teilweise sehr seltsamen Helm-Designs aufgefallen? Einige erinnerten deutlich an den ausladenden Helm von Darth Vader, andere eher an Schlumpf-Mützen im Sturm... radsport-news.com stellt Ihnen die besten Modelle vor - und hat ein wenig zu den Hintergründen der neuen Designs recherchiert.

Die "Bobbleheads" waren wohl  am
auffälligsten (dt. "Bommelkopf", wie die englischen Kollegen sie schnell getauft haben), getragen von Geraint Thomas und seinen Kollegen von Ineos Grenadiers. Das Team fuhr die Zeitfahrhelme Bambino Pro Evo und Mistral LW von Kask, mit einem speziellen Visier. Das Neue: An den Außenseiten sind "Wing Tips", Flügelspitzen wie aus der Luftfahrt, die den Luftstrom um den Helm herum leiten sollen und so die Aerodynamik verbessern.

Diese Visier-Wingtips sind nicht neu im Radsport, bei Kask jedoch um einiges größer als die bisher üblichen. Zusammen mit den deutlich größeren Helmen sollen sie den Luftstrom um die Schultern des Fahrers herum leiten. Solche Tricks zur Umlenkung der Luft sind im Motorsport seit langem bekannt; allerdings sind hier die Geschwindigkeiten viel höher, und die Effekte daher einfacher zu beherrschen.

Auch der "Bobblehead"-Look, der breitere Helm
trägt dazu bei, den Luftstrom über die Schultern zu glätten, wie Dan Bigham verriet, Leistungs-Ingenieur beim Team Ineos. Bigham hat gestern vor dem Start besonders darauf geachtet, wie der Helm auf dem Kopf eines jeden Fahrers saß, und passte jeden Winkel besonders an.

Auch Specialized hatte zur Tour seinen Zeitfahrhelm TT4 überarbeitet. Remco Evenepoel und Kasper Asgreen von Quick-Step Alpha Vinyl trugen zum neuen Design des TT5 bei und testeten stundenlang im Windtunnel. Für eine bessere Strömungs-Dynamik wurde das Heck des TT5 über die Schultern des Fahrers herum gezogen, um einen Windschatten zu erzeugen.

Die etwas seltsame (und viel kritisierte) "Face Sock"

soll helfen, den Helm an der richtigen Stelle auf dem Kopf des Fahrers zu halten und die Rotations-Kraft beim Aufprall zu reduzieren. Was bringt das Ganze nun? Specialized meldete kürzlich, dass mit dem TT5 bei einem Test-Zeitfahren über 40 Kilometer 26 Sekunden eingespart werden konnten. Sieger Yves Lampaert hat am Freitag in Kopenhagen aber auf den Einsatz des neuen Helms verzichtet und stattdessen den alten TT4 getragen.

 

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