Vuelta: Jumbo und Quick Step halten Ball flach

Niermann über Roglics Zeitverlust: “Schlechter Tag“

Von Christoph Adamietz

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Primoz Roglic (Jumbo – Visma) | Foto: Cor Vos

26.08.2022  |  (rsn) - Auf den ersten fünf Etappen der Vuelta a Espana hatte Jumbo - Visma alles unter Kontrolle und Kapitän Primoz Roglic schien schon früh den Grundstein zu seinem vierten Vuelta-Gesamtsieg in Serie gelegt zu haben. Doch bei der ersten Bergankunft der Spanien-Rundfahrt am Pico Jano musste der Slowene einen unerwarteten Rückschlag hinnehmen.

Acht Kilometer vor dem Ziel  konnte Roglic im Regen seinen Rivalen Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl), der das Rote Trikot übernahm, und Enric Mas (Movistar) nicht mehr folgen. Wenig später fuhr ihm auch noch Juan Ayuso (UAE Team Emirates) davon. Auf Evenepoel und Mas verlor der Jumbo-Kapitän am Ende jeweils 80 Sekunden, auf Ayuso immerhin noch 42. Im Gesamtklassement liegt Roglic damit schon eine Minute hinter Evenepoel.

Da allerdings erst ein Drittel der Vuelta absolviert ist, hat Jumbo-Visma die Hoffnung auf Roglics nächsten Vuelta-Coup noch nicht aufgegeben. "Natürlich hatten wir uns den Etappenausgang anders vorgestellt. Für Primoz ging es im Finale nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Aber noch ist nichts entschieden, die Vuelta ist noch lang. Wir hatten heute einen schlechten Tag und hoffen, dass wir die Dinge in den nächsten Tagen drehen können", meinte Sportdirektor Grischa Niermann nach dem Rennen auf der Team-Homepage.

Auch Quick-Step Alpha Vinyl wollte in den Ausgang der 6. Etappe und den aktuellen Zwischenstand nicht zu viel hineinzuinterpretieren. Der sonst um kein forsches Wort verlegene Teamchef Patrick Lefevere sagte gegenüber Het Laatste Nieuws. "Ich kann mir vorstellen, was gerade in Belgien abgeht. Aber wir sollten ruhig bleiben. Remco hat noch keine Etappe gewonnen und kann immer noch einen schlechten Tag haben. Das Führungstrikot so früh zu haben, könnte ein vergiftetes Geschenk sein", zeigte sich der Belgier ungewohnt defensiv.

Auch Evenepoel äußerte sich nach seinem Parforceritt zurückhaltend: "Aktuell sieht es sehr gut aus, aber die Vuelta ist weit davon entfernt, schon vorbei zu sein. Uns steht schon ein hartes Wochenende bevor", so der neue Träger des Roten Trikots.

Allerdings schwang bei Teamchef Lefevere auch eine Portion Stolz mit, als er über Evenepoels Leistung sprach. "Die Abstände sind nicht so schlecht. Remco hat die Initiative ergriffen und hat außer Mas alle Rivalen abgeschüttelt. Und Mas war froh, dass er bei Remco überhaupt am Rad bleiben konnte", so der Teamchef weiter.

 

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