270-km-Trainingsfahrt mit 38er Schnitt

Bernal quält sich fürs große Comeback 2023

Foto zu dem Text "Bernal quält sich fürs große Comeback 2023"
Egan Bernal (Ineos Grenadiers) bei der Dänemark-Rundfahrt 2022 | Foto: Cor Vos

09.12.2022  |  (rsn) – Egan Bernal (Ineos Grenadiers) will nach seinem schweren Jahr 2022 in der kommenden Saison zurück in die Weltspitze der Grand-Tour-Fahrer. Und der Kolumbianer tut derzeit in seiner Heimat alles dafür. Auf Instagram postete Bernal am Donnerstag ein Video, das ihn beim Training in heftigem Regen hinter dem Motorrad seines Vaters zeigt. Schon am Dienstag hatte der 25-Jährige  Trainingsdaten auf Strava hochgeladen, die von einer 270-km-Runde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 38,5 km/h zeugen.

Gemeinsam mit seinem Ineos-Teamkollegen Brandon Rivera sowie dem in Kolumbien lebenden, spanischen Ex-Profi Oscar Sevilla fuhr er von Zipaquira nach Nordosten nach Tunja sowie denselben Weg zurück. 270,22 Kilometer in sieben Stunden, einer Minute und zwölf Sekunden reiner Fahrzeit plus 36 Minuten Standzeit gibt Strava an – bei einer Durchschnittsleistung von normaliserten 214 Watt.

Unter seinem Instagram-Post mit dem Regen-Video schrieb der Kolumbianer unter anderem: "Wenn Du ein Ziel hast, egal wie die Dinge stehen, egal wie weit unten oder oben Du vorher bist, kämpfe! Egal wie schlecht es dann läuft, Du wirst mit Dir selbst im Reinen sein, und das ist das Wichtigste!"

Nach dramatischem Unfall schon im August wieder im Peloton

Bernal war zu Jahresbeginn beim Training in Kolumbien bei hoher Geschwindigkeit in einen stehenden Bus hineingerauscht und hatte sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen: Elf Rippen, der Oberschenkel, die Kniescheibe, die Wirbel T5 und T6 sowie Teile des zweiten Halswirbels, Mittelhandknochen und einen Daumen habe er sich damals gebrochen, erklärte Bernal Anfang Februar. Dazu kamen ein ausgeschlagener Zahn und eine Perforation beider Lungenflügel.

Bernals Karriere schien in Gefahr, doch überraschend schnell war der Kolumbianer wieder im Training und schon Mitte August kehrte er bei der Dänemark-Rundfahrt ins Renngeschehen zurück und bestritt danach auch die Deutschland Tour. Danach gelang ihm am 15. September immerhin ein 28. Platz bei der Coppa Sabatini in Italien, sechs Minuten hinter seinem siegreichen Teamkollegen Daniel Felipe Martinez.

2023 will der Tour de France-Sieger von 2019 und Giro d'Italia-Dominator von 2021 auch bei einer Grand Tour wieder eine Rolle im Kampf um den Gesamtsieg spielen. Seine Saison soll bereits im Januar mit der Vuelta a San Juan in Argentinien beginnen, im Februar gefolgt von mehreren kürzeren Rundfahrten – beispielsweise an der Algarve, in Andalusien, Valencia oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

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