Statt Astana Karriereende nach Vuelta a San Juan

Richeze von Cavendish “menschlich enttäuscht“

Von Kevin Kempf

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Maximiliano Richeze gibt bei der Vuelta a San Juan im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft seinen Abschied aus dem Profifeld. | Foto: Cor Vos

22.01.2023  |  (rsn) – Als einer der Anfahrer sollte Maximiliano Richeze gemeinsam mit Top-Srpinter Mark Cavendish bei B&B Hotels – KTM anheuern. Doch die geplante Aufstockung des Etats kam nicht zustande – und letztendlich musste der französische Zweitdivisionär sogar aufgelöst werden. Cavendish fand nach langer Suche in Astana Qazaqstan einen neuen Arbeitgeber, doch Richeze blieb auf der Strecke.

“Wir hätten zusammen bei B&B fahren sollen, aber so ist es nicht gekommen. Als das Projekt abgeblasen wurde, sprach ich weiter mit Mark. Er sagte mir, er wolle mich zu seinem neuen Team mitnehmen“, blickte der Argentinier im Gespräch mit dem italienischen Radsportportal Tuttobiciweb zurück. Doch dann änderte sich die Situation abrupt.

”Wir sprachen über Astana und plötzlich ging er von einem Tag auf den anderen nicht mehr ans Telefon“, berichtete Richeze. “Ein Anruf oder eine Nachricht hätte mir wirklich gereicht, ich hätte seine Situation verstanden“, fügte der 39-Jährige an, bevor er deutliche Worte fand: “ Mark ist ein großartiger Champion, aber aus menschlicher Sicht hat er mich enttäuscht.“

Während der Brite bei der Tour of Oman (2.Pro) am 11. Februar sein Debüt für sein neues Team geben wird, wird Richeze nun seine Karriere beenden. “Schade, denn der Gedanke, gemeinsam zur Tour de France zu fahren, hat mich sehr motiviert. Wir wollten dort einen historischen Rekord aufstellen“, so der Südamerikaner.

Bei der Frankreich-Rundfahrt will Cavendish seinen 35. Etappensieg erzielen und somit Eddy Merckx, mit dem er sich den Rekord für die meisten Tageserfolge derzeitt teilt, hinter sich lassen.

Dagegen wird Richeze nun sein Rad an den Nagel hängen. Auf seine Karriere blickt er aber zufrieden zurück. “Ich habe meine Chancen als Sprinter bekommen und hatte immer ein hervorragendes Verhältnis zu meinen Kapitänen. Die Siege, die sie errungen haben, waren auch meine Siege“, befand der Gewinner zweier Etappen des Giro d’Italia 2007, der allerdings bei der heimischen Vuelta a San Juan (22. - 29. Januar / 2.Pro)  im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft zumindest noch einen letzten großen Auftritt haben wird.


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