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15.02.2024 | (rsn) – Die Träume für 2024 sind groß. Stefan Bissegger (EF Education – EasyPost) will zunächst bei Paris-Roubaix seine Klasse beweisen. Mit dem Olympischen Zeitfahren von Paris und der Heim-WM in Zürich warten später im Jahr noch zwei weitere Highlights auf ihn. Dafür legte der Schweizer seinen Saisonauftakt genauso an wie 2023. Dass er auf einem guten Weg ist, beweisen seine im Vergleich zum Vorjahr vielversprechenden Ergebnisse.
"Vom Programm ist es gleich wie letztes Jahr, aber es geht schon viel besser und das freut mich natürlich", erzählte Bissegger im Gespräch mit RSN bei der Volta ao Algarve. Im Süden Portugals holt er sich den letzten Feinschliff für die Pflasterklassiker in Belgien und Frankreich.
___STEADY_PAYWALL___"Dieses Jahr hat gut begonnen, die Rundfahrt hier ist mir zu schwer, aber genau das Richtige, um in Schwung für die Klassiker zu kommen", gab er sich zuversichtlich. "Wir haben ein super Team für die Klassiker. Die Ronde, E3 oder Dwars door werden für mich zu schwer sein, weshalb meine Ambitionen eher auf Gent-Wevelgem oder dem Omloop sowie auf Paris-Roubaix liegen. Das passt besser für mich und beim Rest heißt es halt helfen", beschrieb Bissegger seine Rollen für das Frühjahr.
Das Highlight dabei soll wieder Paris-Roubaix sein. Aufgrund eines Sturzes bei Dwars door Vlaanderen fiel er 2023 mit einem Handgelenksbruch für zwei Monate aus und verpasste den französischen Klassiker. "Es heißt sturzfrei durchkommen bis Roubaix, damit ich dort was zeigen kann", so seine Devise für die kommenden zwei Monate.
Mit dem Deutschen Andreas Klier hat seine Mannschaft ein Ass im Betreuerstab. Der frühere Weltklasseprofi gilt als Tüftler, der immer wieder mit Innovationen und Verbesserungen aufwartet: "Mal schauen, mit welchen Ideen er noch kommt. Er steht nie still und wir haben sicher ein super Material für die Klassiker, mit dem wir uns nicht verstecken müssen“, sagte Bissegger.
Stefan Bissegger (EF Education – EasyPost, li.) ist derzeit bei der Algarve-Rundfahrt im Einsatz. | Foto: Cor Vos
Verstecken muss sich der 25-Jährige auch in seiner anderen Paradedisziplin nicht, nämlich dem Kampf gegen die Uhr. Am vorletzten Tag wartet an der Algarve ein 22 Kilometer langes Einzelzeitfahren. "Es wird richtig schwer, vor allem mit den giftigen Anstiegen und es kommt mir nicht so gut entgegen", blickte Bissegger voraus.
Auch wenn das Zeitfahren gut zehn Kilometer kürzer ist und der Parcours sich doch deutlich von jenem in Paris unterscheidet, so ist es doch ein willkommener Test für den August. "Vom Starterfeld wirst du bei Olympia auch nichts anderes finden. Die Konkurrenz ist groß hier. Mir ist es aber egal, gegen wen ich fahre, denn mein Rennen fahre ich immer gegen mich und dann sehe ich, wo ich stehe", kommentierte Bissegger die frühe Standortbestimmung, die am Samstag wartet.
Mit den Belgiern Remco Evenepoel (Soudal – Quick Step), Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike), dem Italiener Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) oder Landsmann Stefan Küng (Groupama – FDJ) ist die Creme de la Creme an der Algarve mit dabei und nützt das längere Zeitfahren ebenfalls als ersten Testlauf für Paris.
Auf der 4. Etappe des Etoile de Bességes verpasste Bissegger (re.) nur knapp seinen ersten Saisonsieg. | Foto: Cor Vos
Schwer wird es vor allem, die Formhöhepunkte richtig zu treffen. Denn fügt man die WM Ende September in Zürich hinzu, so sollte Bissegger gleich drei Mal in diesem Jahr seinen individuellen Peak erreichen. "Die Klassiker und die Spiele sind liegen doch weit auseinander, das sollte kein Problem sein. Aber nach Paris muss man die Form halten", schilderte er seinen Saisonaufbau.
Eine Priorisierung pro Olympia oder pro WM gibt es aber nicht. "Beide Rennen sind riesig und ich hätte überhaupt kein Problem, wenn es bei beiden mit einer Medaille klappt", flachste der Thurgauer, der sich aber auch mit etwas weniger zufrieden geben würde: "Wenn es bei Olympia nicht klappt, dann halt bei den Weltmeisterschaften oder umgekehrt."
Außerdem wollte Bissegger auch nicht ausschließen, die Tour de France in sein Rennprogramm mit aufzunehmen. "Die Tour könnte schon ein Thema für mich werden, denn ich habe im letzten Jahr nach der Vuelta wirklich gut performt", sagte der EF-Profi, und fügte an: "Ich wäre wohl mehr als Helfer im Einsatz und auch die Zeitfahren kommen mir nicht so entgegen, deswegen ist es wichtig zu sehen, wie es um mich von der Verfassung her steht. Aber wenn ich gut rauskomme, wäre es perfekt für Olympia."
Einen Freifahrtschein für seine individuelle Paris-Vorbereitung wird er von seinem Team aber nicht erwarten können. "Niemand nominiert einen Fahrer für die Tour, damit er dort seine Form findet. Es muss dem Team was bringen, sonst macht es keinen Sinn“, so Bissegger abschließend.
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