US-Amerikaner neue Trumpfkarte bei der Tour?

Jorgenson bereut nach der Dauphiné nichts

Von Peter Maurer

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Matteo Jorgenson (Visma - Lease A Bike) im Weißen Trikot bei der Dauphiné-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

10.06.2024  |  (rsn) - Nachdem es bei Paris-Nizza schon mit dem Gesamtsieg klappte, war Matteo Jorgenson (Visma – Lease A Bike) auch beim Critérium du Dauphiné knapp am Erfolg dran. Acht Sekunden fehlten nach den acht Tagen in Frankreich auf Primoz Roglic (Bora – hansgrohe). Während der Slowene im Winter die niederländische Mannschaft verließ, schloss sich der US-Amerikaner dieser an und erlebt den absoluten Durchbruch seiner Karriere.

Denn neben dem Sieg bei Paris-Nizza feierte er auch den Gewinn von Dwars door Vlaanderen. Es war nicht der perfekte Erfolg, angesichts der schweren Verletzung die sich sein Teamkollege und eigentlicher Kapitän Wout van Aert damals zuzog. Nach dem Amstel Gold Race ging es für Jorgenson in die Tourvorbereitung. Der US-Amerikaner könnte neben seinem Landsmann Sepp Kuss und dem am Comeback feilenden Jonas Vingegaard eine Dreierspitze mit Fragezeichen bei der Tour de France in zwei Wochen bilden.

Dass Jorgenson zumindest auf dem Niveau von Roglic unterwegs ist, stellte er klar unter Beweis und die Fähigkeiten von Vuelta-Sieger Kuss und Titelverteidiger Vingegaard sind bekannt. Doch hinter der Form der beiden wie auch dem Start stehen noch zwei dicke Fragezeichen. Könnte also Jorgenson sogar der Herausforderer von Roglic und Giro-Sieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) werden?

Beim am Sonntag zu Ende gegangenen Critérium du Dauphiné war der US-Amerikaner knapp dran am Gesamtsieg und wäre fast der dritte Fahrer seines Teams gewesen, der in Folge das bekannte Vorbereitungsrennen auf die Tour de France für sich entscheiden konnte, nach Roglic und Vingegaard. Dafür hätte er sich aber am Schlusstag taktisch besser anstellen müssen.

Bis zur Ziellinie am Plateau des Gliéres alles gegeben

"Ich bereue aber nichts", verriet er nach der finalen Etappe und fügte an: "Es war ein sehr schwieriges Rennen und ich muss mit meiner Leistung zufrieden sein." Das konnte er wirklich, denn wieder einmal unterstrich er, dass er auch in den Bergen zu den weltbesten Fahrern gehört.

Als Roglic, der in den letzten Tag als Führender gegangen war, hinauf zum Plateau des Gliéres Probleme bekam, konnte Jorgenson noch dem Ineos-Duo Carlos Rodriguez und Laurens De Plus folgen. Speziell der Belgier brachte den US-Amerikaner ins Schwitzen. "Als er angriff, waren wir alle am Limit. Zumindest fühlte es sich für mich so an", erinnerte sich der Visma-Fahrer, der dann dem Konter von Rodriguez folgen konnte, vielleicht aber selbst zu wenig mithalf, um den Vorsprung auf Roglic weiter zu erhöhen. So fehlten ihm am Ende acht Sekunden in der Gesamtwertung.

"Ich habe bis zur Ziellinie alles gegeben, aber es hat nicht geklappt", meinte er abschließend und fügte an: "Aber vielleicht klappt es nächstes Jahr." Oder etwa schon in wenigen Wochen?

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