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20.09.2025 | (rsn) – Edelmetall zu erringen, dürfte für die österreichischen Zeitfahrerinnen und den einzigen österreichischen Zeitfahrer bei den Weltmeisterschaften von Ruanda sehr schwer werden. Trotzdem gehen Anna Kiesenhofer (Elite Frauen, Sonntag), Tabea Huys (U23 Frauen, Montag) und Heimo Fugger (Junioren, Dienstag) voll motiviert in ihren jeweiligen Kampf gegen die Uhr auf den breiten und bis auf die Kopfsteinpflasterrampe kurz vor dem Ziel auch durchweg bestens asphaltierten Straßen Kigalis.
Besonders im Fokus steht dabei natürlich immer die Sensations-Olympiasiegerin aus dem Straßenrennen von Tokio 2021, Kiesenhofer. Seit ihrem Gold-Coup damals in Japan sind ihre Qualitäten für lange, harte Solofahrten bestens bekannt. Die 34-Jährige, die nach zwei Jahren beim ehemaligen WorldTeam Roland in dieser Saison für kein Profi-Team mehr fuhr, aber mit Picnic - PostNL als Trainerin nun sehr wohl für eines arbeitet, hat sich im Bezug auf ihren eigenen Sport voll auf die Höhepunkte konzentriert. Zu gern würde sie endlich auch in ihrer Paradedisziplin Zeitfahren einmal auf der großen Weltbühne ganz weit vorne landen.
"Das Zeitfahren bei den Weltmeisterschaften ist für mich noch so eine unerledigte Angelegenheit", erklärte sie vor dem WM-Auftakt. Fünf WM-Zeitfahren hat die fünfmalige Österreichische Zeitfahrmeisterin bereits bestritten, das beste Resultat war ein zehnter Platz 2022 im australischen Wollongong. ___STEADY_PAYWALL___
Voller Fokus bei der Besichtigung des Kurses: Anna Kiesenhofer. | Foto: Arne Mill / Cycling Austria
Dafür, dass es diesmal zu mehr reicht, müsste am Sonntag wohl sehr viel sehr gut laufen – und vor allem besser als erwartet. Denn Kiesenhofer erzählte: "Leider war die Vorbereitung von einer Knieverletzung beeinträchtigt, es hat sich lange gezogen, aber das Problem ist gelöst. Mir ist dadurch viel Trainingszeit entgangen und daher gibt es von der Form her noch viele Fragezeichen. Aber ich hoffe, dass ich dennoch das Beste daraus machen kann."
Dazu kommt, dass sie vor dem Parcours Respekt hat – weniger wegen der Anstiege, die ihr liegen dürften, als viel mehr wegen dem Rest der Strecke: "Die Abfahrten sind recht schnell, das wird auf dem Auflieger liegend eine ziemliche Herausforderung", meinte sie und verriet nach dem Training am Samstag: "Auch das Kopfsteinpflaster (der letzte Anstieg, Anm. d. Red.) ist noch grober, als erwartet, weshalb wir noch ein wenig am Setup tüfteln."
Das wohl beste Resultat aus dem österreichischen Zeitfahr-Ensemble dürfte wohl am Montag im erstmals als eigenständiges Rennen ausgetragenen U23-Zeitfahren zu erwarten sein. Tabea Huys war bereits im vergangenen Jahr in Zürich Sechste der Altersklasse – damals noch im Alter von gerade einmal 18 Jahren.
Von den in Zürich vor ihr gelandeten fünf ist die Luxemburgerin Marie Schreiber die einzige, die auch in Kigali nun wieder zu Huys' Gegnerinnen gehört. Dafür allerdings sind durch die neue Eigenständigkeit der U23-Kategorie viel mehr Fahrerinnen in diesem Rennen dabei, als vor Jahresfrist – nämlich 49 statt 20. Top-Favoritin Zoe Bäckstedt (Großbritannien) beispielsweise stand 2024 nicht am Start, genau wie die neue Deutsche U23-Zeitfahrmeisterin Justyna Czapla oder auch Linda Riedmann aber auch Federica Venturelli (Italien) und einige mehr. Trotzdem: Die Top 10 sollten für Huys das Mindestziel sein.
Tabea Huys bei der Besichtigung des Zeitfahrkurses von Kigali. | Foto: Arne Mill / Cycling Austria
"Die Zeitfahrstrecke ist richtig hart und die Anstiege sind steiler, als wir im Vorhinein angenommen haben und als sie auf den Plänen ausgesehen haben. Aber der Kurs taugt mir sehr", meinte die 19-Jährige, die sich vor allem aber auch riesig auf die ganze WM in Afrika freute: "Schon bei der Besichtigung heute waren so viele Fans an der Strecke und die Stimmung ist echt mega."
Nicht das Mindestziel, aber trotzdem auch das Ziel sind die Top 10 außerdem für Heimo Fugger, der für Österreich am Dienstag im Einzelzeitfahren der Junioren die Fahne hochhalten will. "Ich glaube der Kurs ist gar nicht mal so schlecht für mich und könnte mir liegen. Realistisch gesehen gibt es aber einige stärkere Fahrer. Wenn ich einen idealen Tag erwische und alles klappt, dann kann es auch in Richtung der Top Ten gehen", meinte der 17-Jährige, der vor rund einem Monat Junioren-Weltmeister im Ausscheidungsfahren auf der Bahn geworden war. "Ich hoffe, dass noch etwas Form von den erfolgreichen Bahn-Weltmeisterschaften da ist. Die Vorfreude ist groß, es ist ja meine erste Straßen-WM."
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