“Remco genießt die Aufmerksamkeit“

Lipowitz will nicht zum Giro und hofft auf Tour-Doppelspitze

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Florian Lipowitz würde im Sommer 2026 gerne zur Tour de France zurückkehren.| Foto: Cor Vos

17.11.2025  |  (rsn) – Mit Blick auf ihre Meriten bei der Tour de France befinden sich Florian Lipowitz und Remco Evenepoel in ähnlichen Sphären. Doch was ihren Charakter angeht, könnte das Duo, das im Sommer noch als Rivalen um das Weiße Trikot bei der Tour kämpfte, nach dem Evenepoel-Wechsel nun aber gemeinsam für Red Bull – Bora – hansgrohe fährt, kaum unterschiedlicher sein. Das hat Lipowitz nun nochmal gegenüber dem Roadbike-Podcast "Faszination Rennrad" bekräftigt.

“Remco genießt die Aufmerksamkeit und steht gerne im Mittelpunkt. Das trifft auf mich nicht wirklich zu. Vielleicht ergänzen wir uns gut“, sagte der 25-Jährige. Rampensau und einsamer Wolf. Für sich selbst konkretisierte er: “Man liest viel über sich selbst im Internet und es ist nicht leicht, sich eine Weile zu entspannen. Ich glaube, mein Körper war einfach am Limit und brauchte eine Pause“, so Lipowitz über die Zeit nach der Tour. “Für mich ist es auch wichtig, dass sich mein Leben nicht nur um Radfahren dreht. Ich bin froh, wenn ich wieder allein sein kann. Ich versuche, die Aufmerksamkeit beiseite zu schieben, aber heutzutage kann man das nicht mehr ganz vermeiden.“

Vor allem nicht, wenn das Ziel auch im kommenden Jahr wieder heißt: Tour de France. Jenen Wunsch – festgezurrt ist noch nichts, solange nicht mindestens die Strecken für alle drei Grand Tours bekannt sind – äußerte Lipowitz jetzt bei einer Medienrunde in Stuttgart. “Die Tour de France ist das größte Rennen. Da will vermutlich jeder gern teilnehmen. Ich würde gerne fahren, aber in der Vorbereitung kann natürlich viel passieren. Da muss man schauen, wie die Rennen laufen, aber grundsätzlich ist die Tour natürlich ein Thema“, zitierte ihn das Cycling Magazine. 

Im Detail habe er sich mit der Strecke für 2026 noch nicht beschäftigt. “Im nächsten Jahr geht es schon sehr anspruchsvoll los, die letzte Woche ist dann aber extrem schwer“, so aber sein erster Eindruck.

Lipowitz hofft auf Doppelspitze

Die Italien-Rundfahrt hingegen reizt ihn in der neuen Saison nicht. “Der Giro steht nicht auf dem Plan“, sagte Lipowitz. Der könnte aber nach jüngsten Gerüchten sehr interessant für Evenepoel werden. Demnach soll in der zweiten Woche der Rundfahrt ein 40 Kilometer langes Zeitfahren zum Programm gehören. Bekanntgegeben wird die Strecke am 1. Dezember. 

Ob Evenepoel, dem die Tour-Strecke nicht entgegenkommt, nur den Giro fahren würde oder eventuell erstmals in seiner Karriere zwei Grand Tours in Angriff nehmen würde – 2023, als der Belgier den Giro nach der 10. Etappe coronabedingt verließ und später im Jahr die Vuelta fuhr, ausgenommen – steht aber ebenso noch in den Sternen.

So oder so scheint eine Doppelspitze bei Red Bull für die Tour wahrscheinlich, denn angesichts der Vielzahl an starken Rundfahrern im Kader kommt das Team im Grunde fast gar nicht darum, denn neben Evenepoel und Lipowitz sind da noch Altmeister Primoz Roglic, Youngster Giulio Pellizzari und Jai Hindley. Lipowitz wäre das jedenfalls ganz recht. “Als alleiniger Leader steht man mehr unter Druck, da muss man erst hineinwachsen.“ Nach seinem Durchbruchsjahr sieht er sich selbst noch nicht in dieser Position.

Vor allem nicht bei der Tour. Seine Leistung in Frankreich in der abgelaufenen Saison sieht der Mann von der Schwäbischen Alb auch mit etwas Abstand noch als surreal an. “So etwas hätte ich nie erwartet. Mein Trainer hat immer gesagt, dass er das kommen sah, aber für mich fühlte es sich überhaupt nicht so an“, wie er Het Nieuwsblad gesagt hatte.

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